Bundesliga Schalke gewinnt Revierderby


Der FC Schalke 04 hat ein schon verloren geglaubtes Revierderby noch aus dem Feuer gerissen. 2:1 siegten die Königsblauen beim VfL Bochum.

Der FC Schalke 04 hat ein schon verloren geglaubtes Revierderby noch aus dem Feuer gerissen und darf weiterhin von der UEFA-Cup-Teilnahme träumen. Die "Königsblauen" gewannen am Samstag durch Tore von Thomas Kläsener (78.) und Michael Delura (83.) beim Nachbarn VfL Bochum mit 2:1 (0:1) und beendeten eine lange Serie der Bochumer, die nach zehn Spielen in Serie die erste Niederlage hinnehmen mussten. Schalke konnte mit dem Erfolg den Abstand zum Tabellen-Fünften auf nur noch zwei Punkte verkürzen. Vor 32 645 Zuschauern im ausverkauften Bochumer Ruhrstadion hatte Martin Meichelbeck (24.) die Elf von Peter Neururer zunächst mit 1:0 in Führung gebracht.

Neururer: "Waren viel zu passiv"

Neururer war nach der unnötigen Niederlage stocksauer: "Wir haben förmlich um den Ausgleich und den Treffer zur Niederlage gebettelt. Wir waren viel zu passiv und wollten in der zweiten Halbzeit das Ergebnis verwalten." Sein Kollege Jupp Heynckes freute sich über den sechsten Auswärtssieg der Saison: "Nach der Pause waren wir die klar bessere Elf. Für die Moral der Truppe ist es unheimlich wichtig, so ein Derby zu gewinnen."

Schalke trat im 48. Revierderby mit einer eher defensiv ausgerichteten Formation an. Für den gelb-gesperrten Dario Rodriguez rückte Kapitän Tomasz Waldoch in die Abwehr, zudem war Lewan Kobiaschwili nach mehrwöchiger Verletzungspause wieder dabei. Dafür verzichtete Heynckes zunächst auf den zweiten Stürmer Eduard Glieder, so dass Ebbe Sand im Angriff auf sich allein gestellt war.

Die Bochumer, die kurzfristig auf den grippeerkrankten Frank Fahrenhorst verzichten mussten, nahmen von Beginn an das Heft in die Hand und hatten bereits nach fünf Minuten durch einen Kopfball von Peter Madsen eine große Chance. Doch Kläsener konnte auf der Linie klären. In der 9. Minute hätte Schalkes Hamit Altintop mit einem Distanzschuss fast eine neue Bundesliga-Bestmarke verhindert. Doch da der Ball an den Pfosten prallte, konnte Bochums Schlussmann Rein van Duijnhoven zwei Minuten später jubeln. Da hatte der Niederländer den fast 30 Jahre alten Rekord von Norbert Nigbur gebrochen, der damals 844 Minuten ohne Heimgegentor geblieben war.

Schalke kam erst spät in Fahrt

Der VfL blieb in der Folgezeit spielerisch und kämpferisch überlegen, so dass die 1:0-Führung durch Meichelbeck (24.), der unbedrängt eine Ecke von Dariusz Wosz mit dem Kopf verwandelte, verdient war. Schalke blieb spielerisch erneut blass und hatte die besten Möglichkeiten vor der Pause durch einen Schuss von Altintop (31.) und einen Kopfball von Sand (40.). Drei Minuten vor dem Pausenpfiff hätte Madsen fast das 2:0 erzielt, doch erneut konnte Kläsener für den schwachen Schalker Schlussmann Volkan Ünlü klären.

Nach dem Wechsel verstärkte Schalke den Druck auf das Bochumer Tor, allerdings kam der letzte Pass zunächst oft zu ungenau. In der 65. Minute verhinderte VfL-Kapitän Wosz mit einer Abwehraktion auf der Linie den Ausgleich, doch dann musste Bochum doch den ersten Heimgegentreffer im neuen Jahr hinnehmen. Kläsener krönte seine hervorragende Leistung mit dem 1:1 und beendete damit die glänzende Serie von Bochums Schlussmann van Duijnhoven nach insgesamt 912 Minuten. Der eingewechselte Michael Delura setzte mit seinem Siegtor in der 83. Minute noch eins drauf.

Ulli Brünger, DPA


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