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Bundesliga-TV-Rechte: Spieltag soll zerstückelt werden

In den nächsten Wochen wird die Fußball-Bundesliga ihre TV-Rechte ab 2009 vergeben. Laut einem Pressebericht plant die DFL dann, zwölf Spiele pro Saison im Free-TV zu übertragen. Kommt das Topspiel am Samstagabend? Und was wird aus der "Sportschau"?

Die Fußball-Bundesliga soll sich nach Informationen der "Bild-Zeitung" mit dem Plan befassen, pro Saison zwölf Live-Spiele im frei empfangbaren Fernsehen (Free TV) zu zeigen. Das sogenannte "Top-Spiel des Monats" könnte danach samstags zur besten Sendezeit um 20.15 Uhr von Free-TV-Sendern wie RTL oder Sat.1 gezeigt werden, schreibt die Zeitung. Die Deutsche Fußball Liga (DFL), die am Dienstag letzte Details mit der Kirch-Gesellschaft KF 15 über die Gründung eines gemeinsamen TV- Unternehmens klärte, wollte sich zu dem Plan nicht äußern.

Die DFL verwies darauf, dass die Ausschreibung der TV-Rechte für die Spielzeiten 2009/10 bis 2011/12 verschiedene Modelle enthalten werde. Auch über eine neue Spieltags-Aufteilung mit drei statt zwei Sonntag-Partien wird seit Wochen spekuliert. Die Liga lässt die Rechte von der KF 15-Tochter Sirius vermarkten, die durchschnittlich 500 Millionen Euro pro Saison garantiert.

Bis Anfang Juni soll alles unter Dach und Fach sein

Der Rechtepoker um die zukünftigen Bundesliga-Übertragungen wird in den nächsten zwei Wochen eröffnet. Bis Anfang März will die DFL die Ausschreibung der Rechte ankündigen. Danach muss laut EU-Recht eine Frist von mindestens vier Wochen abgewartet werden, ehe der Start der Ausschreibung mit der Vorstellung der verschiedenen Übertragungs-Modelle erfolgen kann. Nach Ablauf einer Bieterfrist von einem Monat will die DFL die wichtigsten TV-Verträge bis Ende Mai/Anfang Juni unter Dach und Fach haben.

Bei der vergangenen Rechte-Ausschreibung Ende 2005 hatten sich 35 Nachfrager registrieren lassen. Auch diesmal ist mit einem ähnlich großen Interesse zu rechnen, zumal die DFL zukünftig die Bilder für die Live-Spiele im Bezahlfernsehen (Pay TV) gemeinsam mit Sirius produzieren will. Die DFL wird nach eigenen Angaben 49 Prozent, Sirius 51 Prozent der Anteile an dem Gemeinschaftsunternehmen halten. Sirius wird den Geschäftsführer stellen. Der Aufsichtsrat wird mit je drei von der DFL und drei von KF 15 zu bestimmenden Mitgliedern besetzt.

Kartellamt untersucht das komplexe Vertragswerk

Durch die komplett produzierten Live-Berichte soll es im Pay-TV- Bereich mehr Wettbewerb geben. Der bisherige DFL-Partner Premiere lehnt das Verfahren ab. Das Bundeskartellamt untersucht das komplexe Vertragswerk zwischen dem Fußball-Dachverband und KF 15.

DFL-Geschäftsführer Christian Seifert wollte mögliche Ausschreibungs-Pakete nicht kommentieren. Er hatte mehrfach angekündigt, dass es Modelle mit einer ARD-Sportschau am Samstag um 18.30 Uhr und Modelle mit einer Bundesliga-Zusammenfassung im Free-TV am Samstag nach 22.00 Uhr geben werde.

DPA / DPA
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