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Bundesliga Werder Bremen kaum noch einzuholen

Werder Bremen hat einen großen Schritt in Richtung Meisterschaft gemacht. Nach dem 2:0-Erfolg in Wolfsburg hat der Tabellenführer seinen Vorsprung auf Rekordmeister Bayern München auf elf Punkte ausgebaut.

Werder Bremen hat die Gunst der Stunde genutzt und wahrscheinlich schon für eine Vorentscheidung im Titelkampf der Fußball-Bundesliga gesorgt. Einen Tag nach dem Punktverlust der Münchner Bayern in Berlin gewann der Tabellenführer am Sonntag beim VfL Wolfsburg mit 2:0 (0:0) und baute seinen Vorsprung vor dem Rekordmeister neun Spieltage vor dem Ende der Saison auf elf Zähler aus. Vor 30.000 Zuschauern in der ausverkauften Volkswagen-Arena sorgten Ivan Klasnic (75.) und Johan Micoud (85.) für den verdienten Erfolg der Hanseaten, die zum 16. Mal in Folge ungeschlagen blieben. Mit einem verschossenen Foulelfmeter vergab Ailton (67.) die Möglichkeit, sein Torkonto in dieser Saison auf 23 aufzustocken.

"Es wird immer wahrscheinlicher, dass wir Meister werden", legte Werder-Sportdirektor Klaus Allofs angesichts des beruhigenden Punkte-Polsters seine sonstige Zurückhaltung bei Prognosen ab. Derweil nahm Fabian Ernst den Elfmeter-Fehlschützen Ailton in Schutz: "Der Toni ist auch keine Maschine. Gut, dass wir ihm als Mannschaft etwas zurückgeben konnten." Die Wolfsburger waren dagegen nach ihrer vierten Heimniederlage enttäuscht. "In entscheidenden Phasen machen wir immer wieder Fehler. Das sind die Dinge, die einem das Genick brechen", sagte Mittelfeldspieler Pablo Thiam.

Bremer erst im zweiten Durchgang souverän

Die mit der im Pokal siegreichen Elf und erstmals in schwarzen Trikots angetretenen Bremer wirkten allerdings erst im zweiten Durchgang souverän. Zwar bemühte sich Werder von Beginn an, durch aggressives Spiel im Mittelfeld die Oberhand zu gewinnen, doch fehlte dem Spitzenreiter in der Offensive lange Zeit die Durchschlagskraft. Torjäger Ailton, den Hans Sarpei in Manndeckung nahm, kam zur Enttäuschung der etwa 7.000 mitgereisten Werder-Fans nicht wie gewohnt zum Zuge. Die schwerste Prüfung in den ersten 45 Minuten hatte VfL-Torhüter Sead Ramovic zu bestehen, als ihn sein Teamkollege Miroslav Karhan (4.) mit einem missglückten Abwehrversuch überraschte.

Die Wolfsburger zeigten in einer zerfahrenen Partie lange Zeit zu viel Respekt vor dem Tabellenführer. Einzig Marko Topic, der seinem Gegenspieler Christian Schulz mehrfach das Nachsehen gab, sorgte einige Male für Gefahr im Strafraum der Gäste. Topic war auch an der besten Gelegenheit für die "Wölfe" beteiligt, die Diego Klimowicz (29.) frei vor Werder-Torhüter Andreas Reinke kläglich vergab. Dass das Wolfsburger Spiel nicht auf Touren kam, lag aber auch daran, dass Andres D'Alessandro im Mittelfeld nicht wie sonst zur Geltung kam.

Bremer übernahmen das Kommando

Nach Wiederbeginn übernahmen dann die Bremer das Kommando, obwohl Spielmacher Micoud erneut kaum Glanzlichter zu setzen vermochte. Nach einem Foul von Marino Biliskov an dem Franzosen scheiterte Ailton erstmals in dieser Saison vom Elfmeterpunkt aus. Nachdem der Brasilianer kurz darauf (69.) erneut in aussichtsreicher Position an Ramovic gescheitert war, nahm ihn Trainer Schaaf vom Feld. Besser machte es wenig später Klasnic, der eine Flanke aus kurzer Distanz zu seinem neunten Saisontor über die Wolfsburger Torlinie drückte. Gegen nachlassende Wolfsburger war Micoud nach Flanke von Krisztian Lisztes ebenfalls zum neunten Mal in dieser Spielzeit erfolgreich.

Michael Rossmann, dpa

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