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Bundesliga im stern-Check Spannung und Dramatik gibt es noch – in der 2. Liga: Und dem HSV hilft nur der Fußballgott

Hamburgs Timo Letschert dürfte es so gehen, wie vielen Anhängern des Klubs: Er kann es schlicht nicht fassen
Hamburgs Timo Letschert dürfte es so gehen wie vielen Anhängern des Klubs: Er kann es schlicht nicht fassen
© Tom Weller / DPA
Nachdem in der Bundesliga die meisten Entscheidungen bereits gefallen sind, zeigt Liga zwei, wie spannender Fußball an beiden Enden des Tableaus aussieht. Bremen und der HSV sind derweil auf Nordderby-Kurs – allerdings anders, als die beiden sich das wohl gewünscht hätten.

So lief der Spieltag

Alle Ergebnisse des 33. Spieltages, die Tabelle und Statistiken zum Nachlesen finden Sie hier im stern-Ticker.

Der Aufreger des Spieltages

Den mussten am Sonntagnachmittag die Fans des Hamburger Sportvereins hinnehmen, und zwar einen der sehr unangenehmen Sorte, um nicht zu sagen: einen ganz fiesen Schlag in die Magengrube. Seit dem 2. Spieltag hatte der HSV durchgehend auf einem der ersten drei Plätze in Liga zwei gestanden. Pünktlich zum Saisonfinale steht das Team von Dieter Hecking nun auf Rang vier. Trotz langer Führung gegen den direkten Konkurrenten Heidenheim und obwohl es noch in Minute 94 Unentschieden stand – genug, um immerhin auf Relegationskurs zu bleiben. Doch der HSV kassierte in der fünften Minute der Nachspielzeit (!) noch das 1:2 und hat den Aufstieg nun erstmals seit besagtem 2. Spieltag nicht mehr in der eigenen Hand. "Der Fußballgott" sei aktuell wohl nicht auf seiner Seite, befand Coach Hecking im Anschluss. Auf genau den müssen die Rothosen kommende Woche jedoch vertrauen. Bielefeld muss Heidenheim schlagen, dann reicht dem HSV ein Remis für Platz drei. Holt Heidenheim einen Punkt, muss ein Sieg her. Gewinnt der FC, muss der HSV ein weiteres Jahr in der Zweiten Liga spielen.

Der Verlierer des Spieltages

Dort würde es dann aller Voraussicht nach wenigstens wieder Nordderbys geben. Denn der SV Werder Bremen hat zwar am Samstag noch nicht das Abstiegsticket gelöst, aber zumindest schon mal den Sitzplatz reserviert. 3:1 unterlag man dem direkten Konkurrenten Mainz und steht mit zwei Punkten und vier Toren Rückstand auf Düsseldorf noch schlechter da als der HSV in Liga zwei. Bei einem Unentschieden der Rheinländer bei Union kommende Woche müsste Bremen Köln schon mit vier Toren Unterschied bezwingen – kein sonderlich realistisches Szenario für jemanden, der am Wochenende die Partie gegen Mainz verfolgt hat. Es sieht alles danach aus, dass sich nach dem HSV vor zwei Jahren nun ein weiterer Traditionsklub aus der ersten Liga verabschieden wird. 

Der Gewinner des Spieltages

Dafür kommt ein anderer aus eben jener Riege wieder zurück: Der VfB Stuttgart bewies mit einem 6:0-Erfolg in Nürnberg, dass die Schwaben wirklich zurück ins Oberhaus wollen. Mathefüchse würden zwar ein theoretisches Szenario finden, mit dem der VfB noch auf Rang drei fallen könnte, dafür müsste man jedoch einen Drei-Punkte-und-Elf-Tore-Vorsprung verspielen. Entsprechend feierte Stuttgart bereits völlig zurecht seinen Wiederaufstieg. Willkommen zurück!

Dieses Tor sollten Sie (nochmal) sehen

Wenn wir uns schon um die Aufsteiger kümmern, können wir direkt in Liga zwei bleiben, denn – das hat dieser Spieltag mal wieder eindrucksvoll gezeigt – da ist Fußball zumindest noch spannend und dramatisch, und zwar an beiden Enden des Tableaus. Der KSC lag bereits 0:3 hoffnungslos gegen Ligaprimus Bielefeld hinten, um sich dann in bester Liverpool-CL-Final-Manier auf 3:3 zurückzukämpfen. Es wären also an der Zahl drei Tore, die man sich nochmal angucken sollte, nicht wegen ihrer inhärenten Schönheiten, sondern weil: richtig, richtig wichtig. So schickte der KSC Dresden und Wiesbaden so gut wie sicher (man vergleiche Beispiel Stuttgart) gen Liga drei, hat selbst dafür den Relegationsplatz schon mal sicher, und könnte sogar auch noch Nürnberg überholen (zwei Zähler Rückstand).

Zwei der drei Treffer (übrigens alle von Philipp Hofmann) waren schmucklose Elfmeter. Ist aber egal, weil: die zählen auch.
Zwei der drei Treffer (übrigens alle von Philipp Hofmann) waren schmucklose Elfmeter. Ist aber egal, weil: Die zählen auch.
© Uli Deck / DPA

Das Bild des Tages

Mehrere Spieler von Mainz 05 heben beim Torjubel die Hand zur Faust, um sich auch am 33. Bundesliga-Spieltag dem weltweiten Protest gegen Rassismus anzuschließen. Gelegenheit dafür hatten die Mainzer zuletzt zu Hauf: Drei der vergangenen vier Spiele gewann 05 und sicherte sich somit ein weiteres Jahr in der ersten Liga. 

Die Hand zur Faust geballt zeigen die Spieler von Mainz 05 ihre Solidarität mit der "Black Lives Matter"-Bewegung
Die Hand zur Faust geballt zeigen die Spieler von Mainz 05 ihre Solidarität mit der "Black Lives Matter"-Bewegung
© Alex Grimm / Getty Images

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