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Bundesliga im stern-check: Warum uns Darmstadt in der Bundesliga fehlen wird

Rechnerisch wird der Sieg wohl bedeutungslos gewesen sein – umso bemerkenswerter, mit wie viel Leidenschaft Darmstadt sich trotz aussichtsloser Lage gegen den Abstieg stemmt. Außerdem: Spektakel in Hoffenheim und positive Nachrichten vom BVB.

Freude nach dem 2:1: Darmstadt-Coach Torsten Frings und sein Co-Trainer Björn Müller

Freude nach dem 2:1: Darmstadt-Coach Torsten Frings und sein Co-Trainer Björn Müller

So liefen die Spiele

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Dieses Tor sollten Sie (nochmal) sehen

Von all den schönen (und vielen) Toren dieses Spieltags war das 2:1 des Dortmunders Sokratis gegen Frankfurt das wohl allerschönste - ein 23-Meter-Hammer, den er mit einer Geschwindigkeit von mehr als 100 Stundenkilometern im Winkel versenkte. Sehenswert war aber auch der Treffer, welcher bei Leverkusen gegen Bayern dann eben doch nicht fiel. Dreimal hätte es innerhalb weniger Sekunden soweit sein müssen, dreimal scheiterten die Bayern-Spieler in der 32. Minute an der Leverkusener Abwehr. Die schaffte es instinktiv, immer irgendeinen Körperteil eines Spielers so zu platzieren, dass der Ball dann eben doch nicht reinging: Erst scheiterte Alaba, dann Martinez, dann Vidal. Eine kuriose Szene, in der am Ende Ömer Toprak wenige Zentimeter vor der Torlinie klärte, und die sinnbildlich war für die Nullnummer der Bayern.

Gewinner des Tages

Mit einem Last-Minute-Sieg gegen Schalke ist der SV Darmstadt im letzten Spiel des Wochenendes dem eigentlich unausweichlichen Abstieg vorerst noch einmal entgangen – und hat das mit so viel Kampf, Herzblut und Leidenschaft getan, dass jedem Fußballromantiker das Herz überquellen dürfte. Das entscheidende Tor fiel in der Nachspielzeit, quasi das I-Tüpfelchen dieser Geschichte. In einer so aussichtslosen Situation nicht aufzugeben, sondern sich für die Fans zusammenzureißen, zusammenzuhalten, alle begrenzten Mittel zu bündeln und sich dann noch so schön und ehrlich über einen rechnerisch fast bedeutungslosen Sieg zu freuen: Das ist so großer Fußball. Schon jetzt klar ist: Wir werden die Lilien vermissen.

Nach dem Spiel sammelten sich die Darmstädter auf dem Platz

Nach dem Spiel sammelten sich die Darmstädter auf dem Platz

Verlierer des Tages

Es war nicht der Tag der Europa-League-Kandidaten: Gleich reihenweise verloren die Verfolgerteams der ersten vier. Der SC Freiburg ging mit 0:4 gegen Leipzig unter, Gladbach unterlag trotz dreier Tore gegen Hoffenheim, Hertha gegen Mainz, und auch der 1. FC Köln ließ alle Punkte in Augsburg liegen. Der Tabellenvierte BVB hat nun zehn Punkte Vorsprung vor dem Fünften Hertha BSC. Aus der Zweiklassengesellschaft - Bayern gegen den Rest der Liga - scheint eine Dreiklassengesellschaft zu werden: Bayern - Champions-League - und alle anderen.

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Der Aufreger des Tages

Das ganze Spiel Hoffenheim gegen Mönchengladbach war dermaßen aufregend, wie es sich wohl die wenigsten vorher erhofft hatten. Acht Tore allein machen ein Spiel schon sehenswert - aber diese Partie hatte an Dramaturgie - gleich zweimal kam Gladbach nach einem Zwei-Tor-Rückstand nochmal heran - und sonstigem Beiwerk noch viel mehr zu bieten. Unter anderem gab es gleich mehrere Schiri-Patzer und umstrittene Entscheidungen: Beim 1:0 für Hoffenheim stand Torschütze Adam Szalai knapp im Abseits. Dann der 2:2-Ausgleich durch Gladbachs Lars Stindl, dem ein Handspiel des Teamkollegen Jonas Hofmann vorausging. Kurz vor der Pause fuhr Gladbachs Vestergaard im eigenen Strafraum die Arme so weit aus, dass er den angreifenden Kramaric im Gesicht traf und es hätte Elfmeter geben müssen. Und schließlich stieg Dahoud in der zweiten Halbzeit auch noch derart hart gegen Demirbay ein, dass er dafür hätte Rot sehen können. Für Schiri Christian Dingert mag diese Partie zum Vergessen gewesen sein - den Fans wird sie in Erinnerung bleiben.

Bild des Tages

Nach der Partie posierten die Dortmunder Spieler mit einem Trikot ihres Mitspielers Marc Bartra

Der BVB hat schlimme Tage hinter sich, aber an diesem Samstag lief einiges so, wie es sollte. Erst traf Marco Reus bei seinem Blitz-Comeback zum schnellen 1:0. Dann erzielte Sokratis das wohl schönste Tor des ganzen Wochenendes und ebnete den Weg zum Sieg gegen Frankfurt. Viel wichtiger als der sportliche Erfolg aber war etwas ganz anderes: Am Mittag war bekannt geworden, dass der bei dem Anschlag auf den BVB-Bus verletzte Verteidiger Marc Bartra das Krankenhaus verlassen konnte. Seine Mitspieler hielten nach der Partie sein Trikot in die Höhe - und sorgten dafür, dass er irgendwie doch mit auf dem Platz war.

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