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Schützenhilfe für Roger Schmidt: SCF-Coach Streich: "Ich muss doch mal 'Halt die Schnauze' sagen können"

Roger Schmidt musste für seinen verbalen Ausraster gegen Trainerkollege Julian Nagelsmann einiges an Kritik, eine Spielsperre und Geldstrafe einstecken. Nun bekommt der Bayer-Coach Schützenhilfe von einem anderen Vertreter seines Fachs: Christian Streich in Höchstform.

Der Coach des SC Freiburg, Christian Streich, hat sich mal wieder in Rage geredet

Der Coach des SC Freiburg, Christian Streich, hat sich mal wieder in Rage geredet

In der Bundesliga-Partie zwischen Bayer 04 Leverkusen und der TSG Hoffenheim hatte sich Roger Schmidt nicht im Griff. Er beschimpfte seinen Trainerkollegen Julian Nagelsmann als "Spinner" und bat ihn unsanft "die Schnauze" zu halten. Der DFB verhängte zwei Spiele Tribüne und 15.000 Geldstrafe. Bayer-Sportchef Rudi Völler, auch nicht als Kind von Traurigkeit bekannt, stellte sich demonstrativ hinter Schmidt: "Wir stellen unseren Trainer nicht in Frage, nur weil er zu einem Kollegen Spinner gesagt hat."

Nun bekommt der Bayer-Coach Schützenhilfe von einem Liga-Konkurrenten. Freiburgs Trainer Christian Streich hat eine klare Meinung dazu, und bringt die in gewohnter Art auf den Punkt: "Ich muss doch mal 'Halt die Schnauze' sagen können", redete sich Streich vor Journalisten in Rage. Ihr Berufszweig stehe nun mal unter enormem Druck in diesem Land, "in dem man den Fußball so sehr liebt". Sie seien nun mal diejenigen, die die "Aufstellung machen" und dann kritisiert würden. Trainer seien auch nur Menschen und manche Dinge "müssten halt mal raus". "Wenn zu mir einer sagt 'Halt mal die Klappe jetzt" - Ja, meint Ihr, dass mich das auch nur einen Milimeter tangiert?", fragte er sichtlich aufgeregt in den Raum. "Ja, wo sind wir denn?"


Christian Streich findet, Ausraster gehören dazu

Und einmal in Rage, legte Streich erst so richtig los: "Und jetzt komm' mir bloß nicht mit Pädagogik und die Kinder! Dass bloß die Kinder nicht mitkriegen sollen, wie einer mal sagt: 'Halt die Schnauze'. Weil es niemand sagt, und daheim auch nicht." Unter Kollegen müsse sowas erlaubt sein. "Das gehört dazu. Das ist das Normalste auf der Welt." Streit sei eine der natürlichsten Sachen, die er kenne. "Wir sind auf die Welt gekommen gewissermaßen, um zu streiten. Um uns zu freuen, um zu streiten und um zu schlichten."

Streich beschwerte sich auch darüber, dass in der Trainerzone überhaupt Richtmikrofone stünden. Man fühle sich "unter Beobachtung". "Das was ihr wollt, die Spontanität, die nimmt es. Die Authentizität. Das, was die verschiedenen Charaktere ausmacht." Man müsse die Typen "am Leben lassen", damit nicht alle nur noch hinter vorgehaltener Hand miteinander tuscheln, schließt Streich sein Statement.

Ewald Lienen: Brandrede geht viral

Streich ist mit seiner Brandrede nicht der einzige Coach, der derzeit viral geht. Am Montag verbreitete sich auch eine Pressekonferenz mit Ewald Lienen im Netz. Darin beschwert sich der St.Pauli-Trainer lautstark über die mangelnde Einstellung seiner Mannschaft und die fehlende Bereitschaft, Fehler auszubügeln. Besonders lustig wurde es dann, als eine Journalistin mitten im Satz den Finger hob und Lienen entgeistert fragte: "Sie wollen mich wirklich JETZT unterbrechen?" Mit einem Schmunzeln und unter Gelächter im Raum fügte er hinzu: "Wenn Sie ein Spieler von mir wären, in dieser Situation. Das hätten Sie nicht überlebt."


fin

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