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Fußball Bundesliga: Bayern wieder Tabellenführer - Schalke und Bremen verlieren erneut

Arjen Robben ist wieder da - und bringt dem FC Bayern gleich Glück. Fans von Schalke und Bremen brauchen dagegen auch weiterhin starke Nerven. Der Bundesliga-Mittwoch in der Zusammenfassung.

FC Bayern München

David Alaba, Arturo Vidal, Torschütze Arjen Robben und Thiago von Bayern München jubeln über das 3:0.

Der FC Bayern hat beim umjubelten Tor-Comeback von Arjen Robben seine Vormachtstellung im deutschen Fußball mühelos demonstriert. Im Spitzenspiel mit nur einer Spitzenmannschaft drückte das 3:0 (1:0) am Mittwochabend gegen Hertha BSC den Klassenunterschied der beiden bislang ungeschlagenen Bundesligisten aus. Beim nie gefährdeten Erfolg durch sehenswerte Treffer von Dribbelkünstler Franck Ribéry (16. Minute), Schlitzohr Thiago (68.) und Rückkehrer Robben (72.) hätten die Münchner im Heimspiel gegen mutlose Berliner sogar noch höher gewinnen müssen.

Vor 75.000 Zuschauern freute sich Trainer Carlo Ancelotti über seinen siebten Sieg im siebten Pflichtspiel. Noch glücklicher aber war vor allem der Comeback-Mann: Robben stand erstmals nach zwei schweren Oberschenkelverletzungen wieder in der Liga auf dem Platz. Seinen 25-Minuten-Einsatz in der ersten Pflichtbegegnung seit März krönte der Holländer gleich mit einem typischen Tor mit links.

Nach einer sehenswerten Kombination über Müller und Lewandowski verfehlte Ribéry nur knapp das Tor (26.), Lewandowski scheiterte mit einem Heber nach Zuspiel von Arturo Vidal (32.). Boateng verlieh der zuletzt etwas sorglosen Defensive mehr Halt und Stabilität, nach vorne nutzten Ribéry und auch Lahm ihre Freiheiten. "Sie sind unglaublich spielfreudig und agil und führen hochverdient 1:0", sagte Hertha-Manager Michael Preetz zur Pause im TV-Sender Sky. Gerade als die Münchner ein wenig nachlässig zu werden schienen, erhöhten sie Tempo und Präzision und sorgten damit früh für die Entscheidung. In der 75. Minute kamen die Berliner zu ihrem ersten Eckball. Neuer hielt das Schüsschen des eingewechselten Sami Allagui (88.), auf der anderen Seite klärte Jarstein gegen Lahm (87.). 

Bayer 04 hinkt Erwartungen weiter hinterher: Nur 0:0 gegen Augsburg

Bayer Leverkusen ist am Abwehrbollwerk des FC Augsburg gescheitert. Nach der mageren Nullnummer hat der bisher nur einmal siegreiche Werksclub den Abschluss an die Spitze der Fußball-Bundesliga verloren. Es war höchst mühsam gegen die Gäste, die das eigene Tor mit eine Abwehrkette abriegelten, an der fast jeder Angriffsversuch der Bayer-Kicker scheiterte. Lücken zum durchschlüpfen fanden die Platzherren nur selten. In der dritten Minute gelang das Javier "Chicharito" Hernandéz, der aus Nahdistanz jedoch an Augsburgs Torwart Marwin Hitz scheiterte. Danach gab es ein 20 Minuten langes vergebliches Anrennen bis Kevin Volland (23.) nach einer Ecke von Hakan Calhanoglu per Kopf zumindest das Außennetz traf und sechs Minuten später Chicharito FCA-Keeper Hitz fast in die Arme köpfte.

Wenig zu tun hatte die Bayer-Abwehr, in der der 18-Millionen-Euro teure Neuzugang Aleksandar Dragovic sein Debüt in der Viererkette gab. Der 25-jährige österreichische Nationalspieler zeigte eine solide, fehlerfreie Leistung. Fast ohne Arbeit blieb 04-Schlussmann Bernd Leno, der sich nur einmal in der 33. Minute richtig strecken musste, um einen 18-Meter-Schuss von Dong Win Ji zu parieren.

Der FC Augsburg wollte zwar für den gegen Mainz durch ein rüdes Foul schwer verletzten Dominik Kohr punkten, blieb aber auch mit dieser zusätzlichen Motivation wie zuletzt beim 1:3 gegen Mainz harmlos und hatten nach dem Anpfiff so gut wie keine Möglichkeiten. Dass die Bayern drei der letzten vier Auswärtsspiele gewannen, mochte man kaum glauben. Auch in der zweiten Halbzeit war kaum ein Durchkommen für die Gastgeber, die zudem noch einen von Jeffrey Gouweleeuw (72.) an Kevin Volland verursachten Foulelfmeter vergaben: Charles Aranguiz schoss am Tor vorbei. Zuvor sorgte eine Standardsituation für Gefahr vor dem FCA-Gehäuse: In seinem 100. Bundesligaspiel schoss Calhanoglu (56.) einen Freistoß aus 28 Metern direkt aufs Tor, doch Hitz lenkte den Ball über die Latte. Auch die Einwechslung von Stürmer Stefan Kießling (66.), der nach langer Verletzungspause sein Comeback, brachte keine Wende mehr. 

Schalke 04 nach 1:3 gegen furiosen 1. FC Köln weiter ohne Punkt

Schalke 04 und Trainer Markus Weinzierl geraten immer tiefer in die Krise. Mit dem 1:3 (1:1) im West-Derby gegen den 1. FC Köln bleiben die königsblauen Fußballer auch nach dem vierten Bundesligaspieltag ohne Punktgewinn. Wenigstens gelang dem neuen Tabellenletzten Schalke am vierten Bundesligaspieltag durch Klaas-Jan Huntelaar in der 36. Minute der erste Treffer. Die furiosen Kölner bleiben dank der Torschützen Yuya Osako (38.), Anthony Modeste (77.) und Joker Simon Zoller (84.) ungeschlagen und sind Zweiter. Modestes 2:1 war gleichzeitig das 1000. Auswärtstor in der Erstligahistorie des FC. Die Schalker Führung war überraschend. Der FC hatte einen Angriff schon geklärt. Das Spielgerät kam indes zurück zum überzeugenden Bentaleb, der Huntelaar vor dessen Treffer mit einem tollen Pass in den freien Raum mustergültig bediente. Doch die Königsblauen konnten sich nur zwei Minuten am 1:0 erfreuen. Dann war der Japaner Osako mit seinem harten Schuss aus rund 18 Metern erfolgreich.

Die Schalker waren nach dem Seitenwechsel offensiver eingestellt und erarbeiteten sich mehr Ballbesitz. Kölns Abwehrformation ließ aber kaum Schwächen erkennen. In der dramatischen Schlussphase traf Modeste zum 2:1 für Köln - und nur wenig später verhinderte Timo Horn im FC-Gehäuse gegen Huntelaar das 2:2. Der eingewechselte Zoller machte dann den Kölner Erfolg und das Schalker Debakel perfekt. Weinzierl wirbelte seine Startelf kräftig durcheinander. Im Vergleich mit dem 0:2 bei Hertha BSC am Sonntag gehörten Johannes Geis, Max Meyer, Alessandro Schöpf und der ehemalige Kölner Sascha Riether neu zur ersten Elf. Mittelfeldmann Leon Goretzka musste wegen muskulärer Probleme im Oberschenkel passen. Kölns Trainer Peter Stöger nahm nach dem 3:0 gegen Freiburg einen Wechsel vor: Für den verletzten Leonardo Bittencourt rückte Milos Jojic am Mittwoch in die Anfangsformation, wurde aber in der 61. Minute durch Konstantin Rausch ersetzt. Der ehemalige Darmstädter kam damit zu seiner Erstligapremiere im FC-Trikot. 

Werder verliert auch unter Aushilfscoach Nouri - 1:2 gegen Mainz

Der SV Werder Bremen hat nach einem Leistungseinbruch in der zweiten Halbzeit auch unter Interimstrainer Alexander Nouri die Pleitenserie fortgesetzt. Die Hanseaten verloren am Mittwoch nach späten Gegentoren durch Yunus Malli und Joker Pablo de Blasis mit 1:2 (1:0) gegen den FSV Mainz 05. Damit kassierte Werder die fünfte Pflichtspielpleite in Serie und bleibt Tabellenletzter der Fußball-Bundesliga. Die Mainzer, die für ihre starke zweite Halbzeit belohnt wurden, liegen mit sieben Punkten im vorderen Tabellenmittelfeld.

Drei Tage nach der Entlassung von Chefcoach Viktor Skripnik, der vor zwei Jahren mit einem Sieg über Mainz gestartet war, hatte Izet Hajrovic (12. Minute) Werder in Führung gebracht. Für den ersten Sieg der Spielzeit 2016/17 reichte es aber nicht. Die Schlussphase des Spiels sah Nouri nur noch von der Tribüne aus, nachdem er wegen Meckerns aus dem Innenraum verbannt worden war. Bereits nach vier Minuten schnellte der Puls von Nouri erstmals in die Höhe, als Ousman Manneh einen Volleyschuss verlängerte und dabei Mainz-Keeper Jonas Lössl am Kopf traf. Hatten die Bremer in dieser Szene noch Pech, war es acht Minuten später doch passiert. Nachdem 05-Akteur Gaetan Bussmann im Mittelfeld an einem Ball vorbeigerutscht war, zog Hajrovic mit Tempo in Richtung Tor und setzte den Ball aus gut 20 Metern mit einem sehenswerten Schuss in die Maschen. Auch Hajrovic, der in der Sommerpause noch auf der Werder-Verkaufsliste gestanden hatte, war auch neu ins Team gerückt. Im Tor machte Nouri indes den Wechsel von Felix Wiedwald zu Jaroslav Drobny nicht rückgängig.

In der zweiten Halbzeit übernahmen die Mainzer das Kommando und deckten einige Unsicherheiten in der Bremer Hintermannschaft auf. Angriff für Angriff rollte auf das Bremer Tor zu. Zunächst setzte Daniel Brosinski einen 18-Meter-Schuss neben das Tor (50.), dann war Drobny zweimal gegen Fabian Frei (55.) und Christian Clemens (57.) zur Stelle. Turbulent ging es in der 63. Minute zu. Erst scheiterte Cordoba nach einem groben Fehler von Robert Bauer an Drobny, im direkten Gegenzug parierte Lössl gegen Hajrovic. Das sollte sich rächen. In der Schlussphase schlug Mainz gnadenlos zu und gewann noch durch späte Tore von Malli und de Blasis.

Leipzig verpasst nächste Überraschung: 1:1 gegen Gladbach

RB Leipzig hat den nächsten Überraschungscoup nur ganz knapp verpasst. Gegen Borussia Mönchengladbach musste sich der Aufsteiger am Mittwochabend mit einem 1:1 (1:0) zufrieden geben, obwohl er lange Zeit geführt hatte. In der Red Bull Arena hatte Timo Werner Leipzig bereits in der sechsten Minute in Führung gebracht. Fabian Johnson gelang in der 84. Minute aber noch der verdiente Ausgleich für die Gladbacher. Dennoch bleibt RB Leipzig der einzige Verein in der Bundesliga-Historie ohne Niederlage - nach allerdings auch erst vier Begegnungen.

RB-Coach Hasenhüttl nahm nach dem 4:0 in Hamburg nur zwei Änderungen vor: Werner und Dominik Kaiser spielten für Emil Forsberg und Naby Keita. Der beste Liga-Debütant seit 25 Jahren begann furios: Nach dem ersten richtigen Angriff zog Werner aus Nahdistanz nach einer Flanke von Yussuf Poulsen ab. Zuvor hatten sich die beiden Gladbacher Innenverteidiger Jannik Vestergaard und Christensen ein grobes Missverständnis geleistet. Es war das erste Leipziger Saisontor in der ersten Hälfte, zuvor waren alle sieben Treffer in Halbzeit zwei erzielt worden. Für Werner war es bereits Saisontor Nummer drei.

Nach der Pause kam Gladbach mit etwas mehr Schwung aus der Kabine, aber die Sachsen waren immer einen Tick schneller, aggressiver gegen den Ball und drangvoller nach vorn. Doch in der Schlussphase drängten die Gäste auf den Ausgleich und wurden durch Johnson belohnt. Im Gegenzug hätten die Gastgeber aber fast doch noch den Sieg perfekt gemacht. Oliver Burke scheiterte aber am Starken Yann Sommer.

jen / DPA

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