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Zoff mit Berater "Wenn Pep Krieg will, kann er ihn haben"

Pep Guardiola auf einer Pressekonferenz in Manchester
Es läuft bislang prima für Pep Guardiola bei Manchester City, wenn da nicht die unschönen Nebengeräusche wären
© Peter Powell/DPA
Es läuft bestens für Pep Guardiola bei Manchester City. Wenn da nicht die störenden Nebengeräusche wären. Der vom Trainer ausgebootete Yaya Touré wehrt sich lautstark und lässt seinen Manager pöbeln.

Pep Guardiola gilt als echter Charakterkopf. Brilliant als Trainer, eigenwillig in seiner Seitenlinien-Performance und unerbittlich gegen Spieler, die er nicht mag oder die er für untauglich hält. Der Katalane hat beim FC Barcelona Superstar Zlatan Ibrahimovic und Yaya Touré aussortiert, bei den Bayern hatte Mario Götze am Ende keine Chance mehr und Bayern-Ikone Bastian Schweinsteiger wurde sanft in die Premier League weggelobt.

Bei Guardiolas neuem Club haben sie die facettenreiche Persönlichkeit des Coaches ebenfalls schon kennengelernt. Sportlich steht Manchester City prächtig dar. Fünf Siege nach fünf Spielen stehen zu Buche, Tabellenplatz Nummer eins, in der Champions Legaue war Borussia Mönchegladbach im ersten Gruppenspiel gegen die neue Fußball-Macht von der Insel chancenlos. Guardiola hat der Mannschaft in kurzer seinen Stempel aufgedrückt.

Guardiola nimmt keine Rücksicht auf Namen

Der Erfolg hat wohl auch mit Guardiolas konsequenter Personalpolitik zu tun. Auf Namen oder Beliebtheit nimmt der Coach keine Rücksicht. Kaum hatte Guardiola seinen Job bei den Citizens angetreten, sortierte er den langjährigen Keeper Joe Hart aus, weil er ihn nicht für gut genug hielt. Hart wurde an den italienischen Mittelklasse-Klub FC Turin ausgeliehen. Und auch ein alter Bekannter von Guardiola aus Barcelona-Tagen, Yaya Touré, spielt in den Planungen des Trainers bei Manchester City offensichtlich keine Rolle mehr. Es ist genau wie vor sechs Jahren: Damals sortierte Guardiola den Ivorer schon mal aus. Touré wurde für 30 Millionen Euro nach Manchester City verkauft.

Zwar kündigte Guardiola vor der Saison an, er wolle Touré eine faire Chance geben, doch bislang kam der Ivorer nur einmal zum Einsatz, für den Champions-League-Kader wurde er nicht nominiert. Seitdem tobt eine öffentliche Schlammschlacht. Touré tritt allerdings nicht selbst vor die Mikrofone, sondern lässt seinen Berater Dimitri Seluk sprechen. Der sagt dann Sachen wie: "Wenn er die Königsklasse gewinnt, reise ich nach England und werde live im Fernsehen sagen, dass Pep Guardiola der beste Trainer der Welt ist. Wenn nicht, dann hoffe ich, dass Pep die Eier hat einzugestehen, dass es falsch war, einen großen Spieler wie Yaya Touré so zu demütigen.“

Guardiola fordert Entschuldigung

Guardiolas Antwort auf die Attacke fiel eindeutig aus: "Yaya Toure muss sich entschuldigen. Wenn er das nicht tut, wird er nicht mehr spielen." Guardiola warf Touré zudem vor, dass er nicht die "Courage"gehabt habe, einmal zum Telefonhörer zu greifen. Die Antwort von Seluk lautete: "Wenn Guardiola Krieg will, dann kann er ihn haben", erzählte er der Zeitung "Daily Mail". Und weiter warf er dem Trainer vor: "Er will nur Spieler, die Angst vor ihm haben und machen, was er sagt." Touré dürfte nach diesen Aussagen definitiv keine Chance mehr haben, ein Spiel unter Guardiola zu bestreiten.

Dass es so nicht laufen muss, beweist Joe Hart Hart. Die "Sportbild" zitiert ihn mit den Worten: "Er war mir gegenüber offen. Es war eine schwierige Situation, aber man muss Mann genug sein, es zu akzeptieren, wenn man nicht von jedem geliebt wird."

Tim Schulze

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