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Interview in der ARD: BVB-Chef Watzke will zurück zur "Normalität" – die Fans haben kein Verständnis

Wegen des Coronavirus hat die Bundesliga ihren Betrieb eingestellt. BVB-Chef Hans-Joachim Watzke hätte zumindest das Derby gegen Schalke noch gern gespielt – aus finanziellen Erwägungen.

Hans-Joachim Watzke

Hans-Joachim Watzke hätte das Revierderby zwischen Borussia Dortmund und Schalke 04 trotz Coronavirus gern stattfinden lassen

DPA

Das Coronavirus hat auch die Fußball-Bundesliga fest im Griff. Zunächst hatten sich die Verantwortlichen auf Geisterspiele verständigt, dann sollte die Liga nach dem Spieltag am Wochenende ausgesetzt werden, schließlich wurde die Saison am Freitag doch mit sofortiger Wirkung unterbrochen. Wie lange diese Unterbrechung dauern soll, ist völlig unklar – dennoch wird unter Fans und Verantwortlichen natürlich darüber diskutiert, ob und wie es in der Bundesliga weitergehen kann.

Hans-Joachim Watzke, Geschäftsführer von Borussia Dortmund, äußerte in einem Interview in der ARD-"Sportschau" am Sonntag den Wunsch, "irgendwann zur Normalität zurückkehren" zu können – und zwar so bald wie möglich. Dazu gehört für ihn auch, seine Spieler bereits am Montag wieder zum Training antreten zu lassen.

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"Wir sollten es auch nicht übertreiben. Die Gesundheitsgefahr für eine Profi-Mannschaft würde ich als nicht so gravierend einstufen. Wir sollten nicht das Kind mit dem Bade ausschütten", sagte Watzke. Viele Bundesliga-Vereine haben auch das Mannschaftstraining ausgesetzt, die Spieler halten sich daheim mit personalisierten Trainingsplänen fit. Die Spieler nun wieder auf dem Platz zusammenzubringen, könnte angesichts der Empfehlungen von Gesundheitsexperten, soziale Kontakte so weit wie möglich zu vermeiden, ein Risiko bedeuten. Mit dem Paderborner Spieler Luca Kilian gibt es bereits einen ersten Corona-Fall in der Bundesliga.

Auch das Revierderby gegen Schalke 04 am Samstag hätte Watzke gerne noch ausgetragen. Es wären 80 Menschen bei dem Geisterspiel im Stadion gewesen, rechnete Watzke vor – gemessen an den 75 Millionen Fernsehgeld, die die Bundesligaklubs nach dem Spieltag erhalten hätten, sei das für ihn ein "vertretbares Szenario" gewesen. "Der Fußball hat alles getan, um eine absolute Risikominimierung vorzunehmen", sagte Watzke.

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Bei vielen Fans stieß Watzke mit seiner Argumentation auf Unverständnis. Sie warfen ihm vor, die wirtschaftlichen Interessen der Fußballvereine über das Allgemeinwohl der Bevölkerung zu stellen.

Am Sonntag hatte sich auch Uli Hoeneß in der Sport1-Sendung "Doppelpass" zu Wort gemeldet. Dabei forderte der ehemalige Präsident und Manager des FC Bayern, man müsse jetzt "entschleunigen und auf Null fahren, bis die Zahlen (der Infizierten, Anm. d. Red.) heruntergehen". Dass es in dieser Saison noch zu Spielen mit Zuschauern kommt, kann sich auch Watzke nicht vorstellen. "Wenn wir in dieser Saison nochmal spielen, werden es Geisterspiele sein. Niemand in der Bundesliga geht noch davon aus, dass wir noch Spiele mit Zuschauern haben werden", sagte er in der "Sportschau".

Quelle: "Sportschau"

epp

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