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Champions League Achtelfinale der Champions League - Das sagen die Redakteure


Ist Leverkusen gegen Barcelona wirklich so chancenlos? Oder macht Robin Dutt am Ende doch alles richtig?  Wo liegt eine Sensation in der Luft? Und welche Spiele haben richtigen K.o.-Charakter? Unsere Redakteure sagen, was Sache ist.

In der Champions League beginnt mit dem Achtelfinale die heiße Phase. Zwei deutsche Clubs sind noch dabei, nur wie lange noch? Das ist eine der Fragen, die unsere Redakteure ganz persönlich beantworten.

Wie schneiden die deutschen Clubs ab?

Marcus Krämer: Auf den ersten Blick sind beide Spiele mit deutscher Beteiligung eine klare Sache. Die Bayern sind klarer Favorit gegen Basel und Leverkusens Chancen gegen Barcelona sind eher noch geringer als Basels Möglichkeiten. Und auch auf den zweiten Blick kann ich mir nichts anderes vorstellen. Wenn Bayer so passiv wie in Dortmund auftritt, droht sogar ein richtiges Debakel.

Malte Asmus: Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass es in den beiden Partien irgendwelche Überraschungen geben wird. Bayern wird die beiden Partien gegen Basel ohne große Schwierigkeiten überstehen und auch Barcelona dürfte nichts anbrennen lassen und Leverkusen zwei hübsche Gratis-Lehrstunden in Sachen Kombinationsfußball erteilen.

Oliver Stein: Natürlich wünsche auch ich mir, wie viele Fußballfans, ein Achtelfinale mit Überraschungen. Aber diese in den beiden Duellen mit deutscher Beteiligung zu erwarten, wäre wohl vermessen. Leverkusen wird gegen Barcelona, das in der Meisterschaft ja nun weit hinter Real zurückliegt, keine Chance haben. Basel hat meiner Meinung nach zumindest die Möglichkeit, das Duell mit den Bayern spannend zu gestalten, falls man im Hinspiel mindestens ein Unentschieden erreicht, doch letzten Endes werden die Münchener sich durchsetzen.

Daniel Raecke: Kein Widerspruch in der Hauptsache zu den Kollegen, im Detail aber sehe ich Leverkusens Perspektiven etwas anders. Mit einem Spieler wie Arturo Vidal wären die Chancen Bayers wohl besser, man muss gegen Barcelona im Mittelfeld pressen, aber tief stehen, wie Leverkusen es in Dortmund gemacht hat, ist im Prinzip nicht falsch. Damit gibt Robin Dutt zwar (wie auch schon in München) seinem Team das Signal, nicht auf Augenhöher mit dem Gegner zu sein, aber das sind sie nun mal auch nicht. Leverkusen muss zu Hause kontern, sonst droht schon im Hinspiel das Debakel, das es in Nou Camp ohnehin geben wird. Zu Bayern: Da habe ich mich im Fall von Manchester United zwar auch schon geirrt, aber: Für den FC Basel sollte München über zwei Spiele zu stark sein. Bayern weiter, Leverkusen raus.

Gunnar Beuth: Im Prinzip möchte ich mich meinen Kollegen durchaus anschließen. Wäre es nur ein Spiel, so wären die Chancen der Außenseiter sicherlich größer. In zwei Spielen ist es für Basel sowie Leverkusen wesentlich schwerer, die Überraschung zu schaffen. Die Bayern werden auch ohne Schweinsteiger sicher in die nächste Runde einziehen und Leverkusen braucht schon im Hinspiel eine Überraschung, um nur den Gedanken an eine Sensation aufrecht zu erhalten. Im Normalfall kommen die Bayern weiter, Leverkusen fliegt raus.

Wo könnte es eine Sensation geben?

Marcus Krämer: Wenn der Zweite der vergangenen Premier League-Saison auf den Dritten der Serie A trifft, sollte es eigentlich ein Spiel auf Augenhöhe sein. Doch von den Namen im Kader und der dazugehörigen internationalen Erfahrung her gilt Chelsea gegen den SSC Neapel als Favorit. Wer sich aber in einer Gruppe mit den Bayern, Man City und Villarreal behauptet, kann auch gegen die Blues überraschen. Allerdings muss Napoli schon im Hinspiel vor heimischer Kulisse vorlegen.

Malte Asmus: Auch wenn es langweilig klingt, mit richtigen Sensationen rechne ich nicht. Zu den deutschen Spielen ist alles gesagt, Nikosia wird gegen Lyon ausscheiden und Moskau sicher nicht Real ins Stolpern bringen können. Alles andere sind für mich Spiele in etwa auf Augenhöhe. Bemerkenswert fände ich es aber schon, wenn Napoli gegen Chelsea zu Hause verlieren würde. Denn im San Paolo sind die Süditaliener seit elf Europacup-Heimspielen ungeschlagen. Die letzte Mannschaft, die dort gewann war Eintracht Frankfurt im Dezember 1994.

Oliver Stein: Ob man es nach dem bisherigen Saisonverlauf als Sensation einstufen kann, weiß ich nicht, aber ich denke, Marseille kann sich berechtigte Hoffnungen machen, gegen Inter Mailand zu bestehen. In der Liga gab es in den letzten 15 Spielen nur eine Niederlage und das Liga-Cup Finale gegen Lyon wurde ebenfalls souverän erreicht. Inter hingegen spielt in dieser Saison absolut nicht mehr den Fußball, der vor zwei Jahren noch zum Champions-League-Sieg reichte - mit einem guten Ergebnis im Hinspiel könnte Olympique die Tür zum Viertelfinale weit aufstoßen.

Daniel Raecke: Eine Sensation wäre das in der Tat nicht, aber ich denke auch, dass OM Inter ausschalten kann. Elf Siege und zwei Unentschieden hat Marseille aus den letzten 13 Pflichtspielen geholt. Die Mannschaft von Didier Deschamps ist immer noch auf Quadrupelkurs (wie übrigens auch Lyon), und hat die Form klar auf ihrer Seite. Was nicht heißt, dass man Inter in der Champions League jemals abschreiben darf...

Gunnar Beuth: Man mag mich da für verrückt halten, aber warum soll Leverkusen nicht einmal für eine Sensation sorgen? Barca hat in der Liga zehn Punkte Rückstand auf Real Madrid und verlor unlängst bei CA Osasuna. Die Katalanen stehen unter Druck und von ihnen wird erwartet, den deutschen Kontrahenten im Vorbeigehen auszuschalten. Bayer wird komplett auf die Defensive setzen und wenn es ihnen gelingt, im Hinspiel vielleicht ein 0:0 zu erreichen .....

Welches Spiel ist besonders interessant?

Marcus Krämer: Ich freue mich auf das Duell zwischen dem FC Arsenal und Milan. Ohne die Verletzungssorgen im Mittelfeld wären die Mailänder für mich klarer Favorit, aber in den letzten beiden Jahren kam auch jeweils im Achtelfinale das Aus gegen ein englisches Team. Wenn bei den Gunners Robin van Persie seine großartige Form mit in die Königsklasse nimmt, ist für Milan wieder vorzeitig Schluss.

Malte Asmus: Besonders gespannt bin ich auf den Auftritt von Inter gegen Olympique Marseille. Die Partie hat für die Nerazzurri richtungsweisenden Charakter, denn das Team steckt seit dem Aus im heimischen Pokal gegen Napoli, das eine beeindruckende Serie von acht Pflichtspielsiegen in Folge beendet hatte, wieder einmal in der Krise. Seitdem wartet Inter (vier Niederlagen, ein Remis) auf einen Sieg. Der Serie A-Titel ist mittlerweile außer Reichweite, die Champions League somit der einzige Wettbewerb, um sich für die verkorkste Saison zu rehabilitieren und vor allem für Claudio Ranieri seinen Job zu retten.

Oliver Stein: Ich schließe mich da dem Kollegen Krämer vollstens an. Arsenal geht in der Liga am Stock und hat mittlerweile viel zu viel Rückstand auf die Clubs aus Manchester, um dort noch vom Titel zu träumen. Milan wartet seit Jahren auf einen Erfolg gegen eine Mannschaft aus der Premier League, und möchte der Champions League endlich mal wieder seinen Stempel aufdrücken. Und dann wäre da ja noch die Geschichte mit Thierry Henry, der im Hinspiel wohl seinen letzten Auftritt für die Gunners haben wird, bevor er nach New York zurück geht - und den Fans sicher gerne noch ein Tor als Abschiedsgeschenkt hinterlassen würde.

Daniel Raecke: Ich fiebere gleich zwei Spielen besonders entgegen. Mit Zenit und Benfica treffen die beiden aktuell wohl besten Mannschaften außerhalb der großen fünf europäischen Ligen im direkten Duell aufeinander. Der Elf von Luciano Spalletti fehlt Spielpraxis, das macht Benfica, das eine großartige Saison spielt, zum leichten Favoriten. Aber der Defensivverbund der Russen, inklusive eines taktisch flexiblen zentralen Mittelfelds, will erst einmal überwunden werden.

Und dann ist da noch das Duell der Taktikfüchse: Walter Mazzarri gegen Andre Villas-Boas. Napoli ist alles zuzutrauen, im Positiven wie im Negativen. Wenn AVB in London die Zeit bekommt, um die Mannschaft umzubauen, ist Chelsea aber auf Sicht wieder ein Titelkandidat auch in der Champions League. Ein völlig offenes Achtelfinale.

Gunnar Beuth: Viel gibt es nicht hinzuzufügen. Zwar haben nicht alle Duelle für mich persönlich den gleichen Spannungsfaktor, doch wir befinden uns in der K.o.-Runde und dort ist, so abgedroschen das klingen mag, jedes Match ein potenzieller Hit. Doch auch hier verweise ich auf die Aufgabe der Bayer-Elf, den übermächtigen Gegner aus Barcelona irgendwie bezwingen zu müssen. Vielleicht ist die Geschichte in 15 Minuten durch, vielleicht aber auch nicht. Und ich für meinen Teil freue mich auf die vielleicht auch noch im Rückspiel anhaltende Abwehrschlacht der Bayer-Elf.

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