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Champions League: Das Duell der Giganten

Europa blickt gebannt auf die Traum-Kulisse im ausverkauften Old-Trafford-Stadion von Manchester, wenn im Champions-League-Finale zwei alte Bekannte aufeinander treffen: Juventus Turin und AC Mailand.

Das "Theater des Fußballs" ist bereit für eine spektakuläre Aufführung der italienischen Giganten - Europa blickt gebannt auf die Traum-Kulisse zum Champions-League-Endspiel zwischen Juventus Turin und dem AC Mailand. "Das Stadion ist wunderbar und beeindruckend. Dieses Finale wird die ganze Charakteristik des italienischen Fußballs zeigen. Von der Qualität der Spieler wird das ein exzellentes Match", kündigte Paolo Maldini, der Kapitän des AC Mailand, 24 Stunden vor der Begegnung im mit 62 295 Zuschauern ausverkauften Old-Trafford-Stadion von Manchester an. «Dieses Spiel ist eines der wichtigsten in meiner Karriere», betonte der 34-jährige Innenverteidiger vor Milans 250. Europacup-Spiel.

«Alte Dame» leicht favorisiert

Als leichter Favorit geht indes die «alte Dame» in das erste Landesmeister-Finale zweier Clubs der Serie A. «Wir haben in dieser Saison schon einen weiten Weg zurückgelegt und sind jetzt bereit, den letzten Schritt zu tun», gab Trainer Marcello Lippi am Dienstag als Marschrichtung für seine Mannschaft aus. Es sei auch kein psychologischer Nachteil, ausgerechnet im wichtigsten Spiel des Jahres auf den gesperrten Regisseur Pavel Nedved verzichten zu müssen. «Wir sind in der Lage, jeden zu ersetzen», versicherte der Coach. Auch Alessandro del Piero, im Halbfinale einer der Väter des Erfolges gegen Real Madrid, setzt voll auf Sieg: «Es ist nicht wichtig, dass ich wieder treffe, wichtig ist nur, dass wir gewinnen.»

Milan-Trainer Carlo Ancelotti hat vor der Partie alle Mann an Bord. Lediglich hinter dem seit dem Wochenende leicht angeschlagenen Alessandro Costacurta steht ein kleines Fragezeichen. Sollte der 37- jährige Oldie auf der rechten Abwehrseite ausfallen, steht Dario Simic bereit. Doch davon lässt sich der Coach, der noch keinen Titel mit Milan gewonnen hat, nicht beeindrucken. «Unser Ziel ist es, diesen Pokal nach Mailand mitzunehmen», sagte Ancelotti und reichte die Favoritenrolle an den Final-Gegner weiter: «Juve hat schließlich im Halbfinale Real Madrid ausgeschaltet.» Auch das Fehlen von Regisseur Pavel Nedved bedeute für die Turiner keine Schwächung: «Ein Spiel hängt nicht von einer Person ab.»

Merk leitet das Finale

Mit großer Genugtuung reagierten die Italiener unterdessen auf die Berufung von Markus Merk als Schiedsrichter des Finales. «Grandios. Er ist der Garant für ein gutes Spiel», lobte «La Gazzetta dello Sport» den Unparteiischen aus Kaiserslautern. Auch Merks Amtskollege Pierluigi Collina attestiert dem Zahnarzt aus der Pfalz außergewöhnliches Können: «Er ist die optimale Wahl. Ich habe ihm sofort gratuliert. Er ist nicht nur mein Kollege, sondern auch mein Freund.» Als gutes Omen für einen Finalsieg werten die Juve-Spieler die Nominierung des Deutschen. Denn von vier Champions-League-Spielen unter Merks Leitung gewannen die Turiner drei.

Derweil bringt das Finale im Fußball-verrückten Italien sogar das Sitzungsprogramm des Parlaments durcheinander. Mehr als 130 Abgeordnete und damit etwa ein Drittel der Parlamentsmitglieder werden am Mittwoch schon mittags Feierabend machen und nach Manchester fliegen. 34 Parlamentarier hatten erst unlängst einen Juve-Fanclub ins Leben gerufen.

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Juventus Turin: Buffon - Thuram, Tudor, Ferrara, Montero - Camoranesi, Tacchinardi, Davids, Zambrotta - del Piero, Trezeguet

AC Mailand: Dida - Costacurta (Simic), Nesta, Maldini, Kaladse - Gattuso, Pirlo, Seedorf, Rui Costa - Schewtschenko, Inzaghi

Schiedsrichter: Merk (Kaiserslautern)

Jörg Obergethmann / DPA

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