HOME

Champions League: Der Bayern-Schreck

Im Viertelfinalrückspiel in der Champions League setzt der AC Mailand in München wieder auf Filippo Inzaghi. Milan-Fans lieben ihn, Gegner fürchten ihn, Verteidiger hassen ihn. Erst recht die des FC Bayern München.

Für Roy Makaay gehört Inzaghi zu den "unangenehmen" Gegnern, Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld nennt ihn wegen seiner Fallsucht im Strafraum "den Schauspieler". "Inzaghi allein wird reichen, um die Deutschen in Angst und Schrecken zu versetzen", glaubt die "La Gazzetta dello Sport". Schon zwei Mal hat "Super-Pippo" die Bayern praktisch im Alleingang abgeschossen: Beim Vorrunden-Aus des Rekordmeisters 2002 erzielte er beim Mailänder 2:1 in München beide Treffer, beim 2:1 im Rückspiel machte Inzaghi das Siegtor. Vor einem Jahr, als die Bayern beim Achtelfinal-K.O. gegen Milan im Rückspiel mit 1:4 untergingen, war es wiederum Inzaghi, der gleich zwei Mal zuschlug.

Italiens erfolgreichster CL-Torschütze

Am Mittwoch in München wird Italiens erfolgreichster Champions League-Torschütze (35 Tore) Milan nach dem 2:2 im Hinspiel ins Halbfinale schießen. Davon ist Milan-Trainer Carlo Ancelotti überzeugt: "Ein Stürmer mit seiner Erfahrung und Klasse kann in München entscheidend sein", sagt Ancelotti. Nach dem überzeugenden 3:1-Liga-Sieg gegen Empoli strotzen die Mailänder nur so vor Selbstbewusstsein. "Wir sind stärker als Bayern", sagt Club- Vizepräsident Adriano Galliani.

Da neben dem in der Champions League nicht einsetzbaren Ronaldo auch noch Alberto Gilardino gesperrt ist, lastet im Sturm alle Verantwortung auf Inzaghis Schultern. Für den 33-Jährigen ist dies aber kein Problem. Im Gegenteil: Er liebt es, wenn alle Blicke auf ihn gerichtet sind. Die Bühne ist bereitet für einen neuen Helden-Auftritt von "Super-Pippo".

Ärzte gaben grünes Licht

Sein Erfolgsgeheimnis sei die Konzentrationsfähigkeit in den entscheidenden Momenten, verrät Ancelotti die große Stärke seines Jokers. Wie immer vor großen Spielen hat sich Inzaghi vor dem Duell mit den Bayern ganz zurückgezogen. Der Weltmeister schweigt, um dann am Mittwoch Tore sprechen zu lassen.

Schon des Öfteren abgeschrieben, tauchte Inzaghi immer wieder aus der Versenkung auf. Seit Januar hat er kein Spiel mehr über 90 Minuten bestritten, er stand seitdem gerade mal 109 Minuten auf dem Platz. Muskelblessuren im linken Bein bremsten den Top-Stürmer, der in 90 Europacupeinsätzen 55 Tore erzielte und damit hinter Spitzenreiter Gerd Müller (69) Platz fünf in der Torjägerliste belegt. Im Abschlusstraining am Ostermontag gaben die Ärzte grünes Licht für Inzaghi. Außer Bayern-Torhüter Oliver Kahn steht "Super- Pippo" nun nichts mehr im Weg.

Bayern gegen Mailand live in 50 Ländern

Das Champions-League-Heimspiel des FC Bayern München gegen den AC Mailand wird auch zu einem gigantischen Medien- Ereignis. Das Viertelfinal-Rückspiel an diesem Mittwoch in der ausverkauften Münchner Allianz Arena wird nach Angaben des deutschen Rekordmeisters in 50 Ländern weltweit live übertragen. Inklusive Fotografen ist die Rekordzahl von 755 Medienvertreter für die Partie akkreditiert worden. Das seien noch einmal 200 mehr als beim Achtelfinal-Heimspiel gegen Real Madrid, sagte Bayern-Sprecher Markus Hörwick am Dienstag.

Bernhard Krieger/DPA / DPA

Wissenscommunity