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Champions League Dortmund verspielt Achtelfinalchance


Im Heimatland der Olympischen Spiele machte Borussia Dortmund bei Olympiakos Bekanntschaft mit dem olympischen Motto. Gemeint ist aber nicht "Schneller, höher, weiter", denn weit wird die Reise den BVB nicht mehr führen. 

Mit einer 1:3-Niederlage in Athen beim griechischen Meister Olympiakos hat Borussia Dortmund faktisch seine Chancen auf den Einzug ins Achtelfinale der Champions League verspielt. Obwohl Robert Lewandowski den frühen Rückstand durch José Holebas zwischenzeitlich noch egalisieren konnte, verlor der BVB verdient.

Denn noch vor der Pause traf Rafik Djebbour zur erneuten Führung für die Gastgeber, die zehn Minuten vor Schluss dank eines Kopfballs von Francois Modesto die Entscheidung markierten, während Dortmund gegen das starke Spiel ohne Ball der Griechen kein Mittel mehr fand.

Ernesto Valverde hatte seine Olympioniken nach dem 1:1 am Wochenende im Spitzenspiel gegen AEK auf zwei Positionen verändert. Für Djamel Abdoun und den verletzten David Fuster kamen Olof Mellberg und Jean Makoun in die Startelf. Jürgen Klopp brachte drei Neue. Der verletzte Patrick Owomoyela wurde rechts hinten von Lukasz Piszczek ersetzt, Chris Löwe musste gegenüber Marcel Schmelzer weichen, und Shinji Kagawa erhielt den Vorzug vor Kevin Großkreutz.

Acht Minuten ohne Abwehrfehler

Nur acht Minuten dauerte es, bis der Vorsatz des Deutschen Meisters, diesmal defensiv besser zu stehen als in Marseille, Makulatur war. Da klärte Lukasz Piszczek einen Ball auf dem Wege des Querschlägers nach rechts. Dort war Linksverteidiger Iván Marcano weit aufgerückt und flankte aus dem Lauf vors Tor. Da Mats Hummels sich verschätzte und unter der Flanke hindurchsprang, war Marcel Schmelzer die letzte Bastion im Luftduell mit José Holebas. Das ist nicht Schmelzers Stärke, und so stand es nach dem Kopfball des ehemaligen Sechzigers 1:0 für Olympiakos.

Nach einer kurzen Verarbeitungsphase kam der BVB aber zurück und begann, planvollere Angriffe aufzuziehen. Einer von ihnen führte zum Ausgleich nach 26 Minuten. Ein Abschlag von Roman Weidenfeller war der Ausgangspunkt. Der Ball kam zu Mario Götze, der rechts zu viel Platz und Zeit hatte, um sich eine Anspielstation zu suchen. Er fand Robert Lewandowski in der Mitte, der sich clever hatte zurückfallen lassen, als die Olympiakos-Abwehr Richtung eigenes Tor hastete. Den dadurch gewonnenen Abstand nutzte Lewandowski, um den Ball zu kontrollieren, bevor er mit perfekter Schusstechnik aus knapp 20 Metern in die linke Ecke traf.

Die Führung hielt aber nicht einmal bis zur Pause, denn nach einem Einwurf der Griechen kam Kevin Mirallas an den Ball, passte zu Rafik Djebbour, und der algerische Stürmer ließ praktisch Neven Subotic und Mats Hummels zusammen alt aussehen, bevor er aus spitzem Winkel auch Weidenfeller überwand. Erneut war ein Dortmunder Abwehrspieler hier ausgerutscht, aber diesmal nicht Subotic, wie mehrfach in den letzten Wochen, sondern Hummels.

Keine Anspielstationen für Bender und Gündogan

Etwas unglücklich vielleicht, der Rückstand für den BVB, aber nicht ganz unverdient, denn Olympiacos spielte effizient und schaffte es im Spiel ohne Ball dann vor allem nach der Pause immer besser, das Aufbauspiel der Dortmunder aus dem Mittelfeld heraus zu unterbinden.

Die Folge dessen war, dass die Gäste nach dem Seitenwechsel kaum konstruktive Aktionen auf den strapazierten Rasen des Karaiskakis-Stadions brachten. Auch taktische Wechsel von Jürgen Klopp, der Moritz Leitner für den ineffizienten Ilkay Gündogan brachte und später auf zwei Spitzen umstellte, führten nicht zu auch nur einer einzigen Torchance für den Deutschen Meister.

Der letzte Treffer des Spiels fiel so noch einmal ins Tor von Roman Weidenfeller, nach einem Freistoß des auffälligen Ariel Ibagaza köpfte Francois Modesto, am Wochenende noch auffällig geworden, weil er seinem AEK-Gegenspieler die Hose ausgezogen hatte, zur Entscheidung ein.

Für Dortmund ist das Achtelfinale nun praktisch unerreichbar, zumal Arsenal in Marseille gewann, weshalb der viertplatzierte BVB aktuell sechs Zähler Rückstand auf die Gunners hat und fünf Punkte hinter OM liegt. Ohne einen Sieg in London darf Dortmund höchstens noch auf Platz drei hoffen. Aber so, wie die Mannschaft sich in Europa bisher präsentiert, wäre es vermessen, von einem solchen zu träumen. Olympiakos hinterließ einen guten Eindruck und darf sich nun wieder Chancen ausrechnen, zumindest noch Platz drei zu erreichen. 

Daniel Raecke

sportal.de sportal

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