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Champions League: Eine einzige Geldmaschine

Es war auch bisher schon bekannt, dass in der Fußball-Champions-League besonders viel Geld zu verdienen ist. Eine nun veröffentlichte Studie rechnet vor, welche Einnahmen allein in der Vorrunde winken - und das übertrifft die bisherigen Schätzungen erheblich.

Von Axel Kintzinger

Bislang galt es zumindest in Deutschland als Faustregel, dass mit dem Erreichen der Gruppenphase um die 10 Mio. Euro verdient werden könnten. Der Wirtschaftsprofessor Simon Chadwick von der englischen Coventry University Business School hat - im Auftrag des Champions-League-Sponsors Mastercard - aber auch Nebeneffekte eingerechnet und kam zu einem anderen Ergebnis. Danach prasselt der Geldregen förmlich auf die Klubs. Bis zu 46 Mio. Euro (für Großklubs wie Manchester United oder den FC Barcelona) sind für einen Verein zu holen, noch bevor er das Achtelfinale erreicht hat. Die 32 Vorrundenteams können sich der Studie zufolge über eine durchschnittliche Einnahme von 38,45 Mio. Euro freuen.

Wer sich für die Ausscheidungsrunden qualifiziert hat, holt in den folgenden Runden weiter Geld ab - dem Sieger des Wettbewerbs winkt ein Gewinn von bis zu 110,35 Mio.E. Aus Deutschland ist nur noch ein Klub vertreten - die Einkommensschere zwischen dem FC Bayern und dem Rest der Bundesliga dürfte also auch in diesem Jahr weiter auseinandergehen.

Eine lukrative Branche

Die von Chadwick ermittelten Summen ergeben sich aus Uefa-Prämien - 3 Mio. Euro für die Qualifikation, weitere 2,4 Mio. Euro für die Teilnahme an den Gruppenspielen - sowie einer Beteiligung an den Werbeeinnahmen des Wettbewerbs, aus dem Kartenverkauf (8,55 Mio. Euro) , aus Werbe- und Vermarktungseinnahmen aus Sponsorverträgen (6 Mio. Euro) , dem Verkauf von Fanartikeln, Lebensmitteln und Getränken. Sieg- und Punktprämien erscheinen da fast schon als Peanuts: Für jeden Sieg gibt es 600.000 Euro, für ein Remis die Hälfte. Die Studie zählt auch die "Steigerung des Mannschaftswerts", die durch die Teilnahme an Europas Königsklasse erzielt werden, mit hinzu und beziffert sie auf 5 Mio. Euro. Die Achtelfinalisten bekommen sofort ein Preisgeld von 2,2 Mio. Euro.

Für die betreffenden Klubs", resümiert Chadwick, "ist das ein beachtlicher Beitrag zu ihrem Jahresumsatz. Angesichts der weltweit schwierigen Bedingungen sind die Einkünfte aus der Champions League im Moment sogar ganz besonders wichtig." Insgesamt belege die Studie, dass der Sport "in wirtschaftlich unsicheren Zeiten" zu den "lukrativsten Branchen" gehöre.

FTD

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