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Champions-League-Finale Die Bayern sind heiß auf den Titel


Am Samstagabend ist es wieder soweit: Champions-League-Finale! Erinnerungen an legendäre Europapokalnächte kommen wieder hoch. stern.de blickt zurück auf deutsche Mannschaften in Europa und stimmt auf den heißen Tanz zwischen Bayern und Inter ein.
<em>Von Daniel Barthold</em>

Der Triumph des FC Bayern in Mailand 2001 ist dieser Tage allgegenwärtig und war der größte Erfolg einer deutschen Mannschaft in den letzten zehn Jahren. Die Bayern-Spieler von damals erinnern sich gerne an diese Zeit. Ganz anders war es 1999. Im Finale zwischen dem FCB und Manchester United passierte Unglaubliches. Die Bayern hatten das Spiel in Barcelona im Griff und waren mit mehr als einer Hand schon am Pokal. Dann wurde Lothar Matthäus ausgewechselt und die ManU-Spieler Teddy Sheringham und Ole-Gunnar Solksjaer schenkten Oliver Kahn in der Nachspielzeit noch zwei Treffer ein. Konsequenz: Die Bayern verloren 1:2 und das Finale in wirklich allerletzter Sekunde. Ein Schock für ganz Fußball-Deutschland. Der Sieg 2001 war die Wiederauferstehung des FC Bayern in Europa.

Die lange Durststrecke ohne deutsche Mannschaft im Finale macht viele Fußballfans der Republik zu Bayern-Anhängern. Nach Jahren der englischen und spanischen Dominanz kann endlich wieder ein deutsches Team den Titel holen. Zugegeben, mit Inter Mailand wartet ein harter Brocken und deutsche Vereine, wie auch die DFB-Elf, tun sich mit italienischen Teams immer sehr schwer. Man könnte dieses Jahr von einem traditionellen Duell auf Augenhöhe sprechen, denn beide Mannschaften holten das Double.

Für die Bayern wäre es der fünfte Erfolg in der Champions League. Nach der Dominanz zwischen 1974 und 1976, mit drei Titeln in Folge, holten die Münchener die Trophäe letztmalig 2001 in Mailand. In einem wahren Krimi wurde Oliver Kahn mit drei gehaltenen Elfmetern zum Helden. Die Bayern siegten 5:4 im Elfmeterschießen und zeigten Nervenstärke. Gerade jetzt, in Hinblick auf das Finale 2010, wird die Mannschaft von 2001 oft mit der heutigen Bayern-Elf verglichen. Bezüglich der mentalen Stärke dürften beide Mannschaften gleich stark sein, doch die Qualität spricht dann doch für den FC Bayern 2010. Einen Mann wie Arjen Robben zu verpflichten, war bei den Bayern 2001 noch undenkbar, heute ist er fester Bestandteil des Deutschen Meisters.

Für deutsche Mannschaften ging es immer hoch her

Schon zu der Zeit, als die Champions League noch Landesmeister-Cup hieß, waren die Bayern das dominierende deutsche Team. Zwischen 1974 und 1976 konnten die Bajuwaren den Titel dreimal in Folge gewinnen. Spieler wie Gerd Müller, Franz Beckenbauer oder Sepp Maier wurden seinerzeit zu Weltstars. Vor allem das 4:0 im Wiederholungsspiel gegen Atletico Madrid 1974 stand stellvertretend für die Bayern-Dominanz. 1982 verlief es für Münchener nicht ganz so erfolgreich: Man unterlag Aston Villa aus England mit 0:1. Trotzdem konnten die deutschen Fans nur kurze Zeit später wieder jubeln. Der Hamburger SV holte 1983 in Athen den Cup in die Hansestadt. Ein wunderschöner Fernschuss von Felix Magath reichte zum 1:0-Sieg gegen Juventus Turin. 1987 waren es dann wieder die Bayern, die im Finale standen. Im Praterstadion zu Wien verspielte der FCB allerdings eine 1:0-Führung und verlor am Ende mit 1:2 gegen den FC Porto. Rabah Madjer erzielte mit der Hacke damals ein sensationelles Tor.

Emotional war es auch für andere Bundesliga-Klubs in den Champions-League-Finals. Bayer Leverkusen spielte 2001/2002 eine ganz starke Runde. Nach dem man im Viertelfinale den FC Liverpool ausschaltete, wartete im Halbfinale niemand geringeres als Manchester United. Die roten Teufel aus Nordengland nahmen Bayer damals überhaupt nicht ernst: Bei der Pressekonferenz verwechselte ManU-Trainer Alex Ferguson die Werkself andauernd mit dem 1. FC Kaiserslautern. Die Strafe folgte prompt und Leverkusen zog durch die Auswärtstorregel ins Finale ein. Bayer hatte im Old Trafford stark gespielt und ein 2:2 geholt und dann im eigenen Stadion dem hohen Favoriten ein 1:1 abgetrotzt. Für Leverkusen und Trainer Klaus Toppmöller ein Riesen-Erfolg. Im Finale traf man im schottischen Hampden Park auf Real Madrid. Niemand hatte einen Pfifferling auf Leverkusen gesetzt. Die Mannschaft kämpfte wacker, musste sich aber am Ende durch ein Traumtor von Zinedine Zidane mit 1:2 geschlagen geben. Bayer 04 blieb der ewige Zweite.

Besser machte es Borussia Dortmund. 1997 holten sie in München den Titel nach einer famosen Leistung gegen Juventus Turin. Schon im Halbfinale, wo wieder einmal Manchester United wartete, boten die Schwarz-Gelben eine klasse Vorstellung. Vor allem Jürgen Kohler stach heraus. Im Finale waren Riedle, Möller & Co dann nicht mehr zu stoppen. Der BVB besiegte Juventus verdient mit 3:1. Legendär ist das Tor des damals 20-jährigen Lars Ricken, der mit dem ersten Ballkontakt Juve-Keeper Peruzzi überlupfte und das entscheidende 3:1 markierte. Ein herrlicher Sieg des damaligen Deutschen Meisters gegen die Italiener – so könnte es gerne auch am Samstag ausgehen.

Von Daniel Barthold

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