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Confederations Cup: Mini-WM als erste Reifeprüfung

Jürgen Klinsmann prägte eine neue Generation von deutschen Spielern wie Huth, Mertesacker, Owomoyela, Podolski oder Schweinsteiger. Der Trainer-Novize will seinen kompromisslosen Jugend-Stil beim Confederations Cup fortsetzen.

Die erhoffte Aufbruchstimmung hat Jürgen Klinsmann schon erzeugt, nun will sich der Bundestrainer mit dem ersten großen Erfolgserlebnis im eigenen Land neue Rückendeckung holen. "Wir machen weiter mit der Rotation und gehen in diese Mini-WM mit dem Ziel, das Turnier unbedingt gewinnen zu wollen.

Mission impossible

Seine "Mission impossible" scheint für die Fans nicht mehr so unmöglich wie noch vor zehn Monaten, als der ehemalige Weltklassestürmer das Amt des obersten deutschen Fußball-Lehrers übernommen hatte. "Man kann stolz sein. Die Nationalmannschaft ist wieder zu einem Aushängeschild geworden, auch international", kommentierte Klinsmann die Entwicklung nach einer völlig verkorksten Europameisterschaft in Portugal, die mit dem Rücktritt von Rudi Völler und einem Chaos im DFB zu Ende gegangen war.

"Wer den deutschen Fußball derzeit am besten repräsentiert, ist die Nationalmannschaft. Sie bereitet Spaß, die Fans identifizieren sich wieder mit ihr", betonte der Bundestrainer nach der ersten Aufbau-Periode. Von den bisherigen neun Länderspielen unter Klinsmann verlor die DFB-Elf nur eins (1:3 in Südkorea). Gegen die Top-Teams Brasilien und Argentinien holte das Team jeweils ein Remis, beeindruckte dabei vor allem durch seinen mutigen Stil. Fünf Partien wurden gewonnen.

Auf die richtige Mischung kommt es an

Acht Akteuren verhalf Klinsmann zum Debüt in der Nationalmannschaft, insgesamt setzte er 31 Spieler ein. "Es hat sich eine attraktive, nach vorne gerichtete Spielweise entwickelt", erklärte der Bundestrainer. Dass er neben Sebastian Schweinsteiger nun auch Dietmar Hamann zum Confed-Cup zurückholt, zeigt aber auch, dass Klinsmann aus seinen ersten Trainer-Monaten gelernt hat: Die Mischung muss stimmen, um mit dem Jugend-Stil Erfolg zu haben.

Klinsmann wird in der WM-Saison noch elf Möglichkeiten haben, um seine beste Elf für die Weltmeisterschaft vom 9. Juni bis 9. Juli 2006 zu finden. Auf dem umfangreichen Länderspiel-Programm hatte der Bundestrainer angesichts der fehlenden Pflichtspiele bestanden. Auf eine Südamerika-Tour dagegen verzichtet er mit Rücksicht auf die Interessen der Bundesliga-Clubs. Dafür wird es Kräftemessen mit den europäischen Spitzenteams Niederlande (17. August), Frankreich (12. November) und Italien (1. März 2006) geben.

Testlauf für die WM

"Nur wenn wir in solchen Spielen auch den Jüngeren die Möglichkeit geben zu spielen, bekommen wir ein Gefühl dafür, ob sie schon reif sind für die WM", begründete Klinsmann seinen bisherigen Vorzug für die junge Generation. Der Wahl-Amerikaner sieht in seiner mutigen, fordernden und mitreißenden Führung die einzige Möglichkeit, um sportliche Nachteile gegenüber den derzeit führenden Fußball-Nationen bei der WM ausgleichen zu können. Mit ungewohnten Maßnahmen wie der Begleitung durch amerikanische Fitness-Experten versucht er, dabei selbst kleinste Details zu verbessern.

Der Bundestrainer fordert immer wieder die vorbehaltlose Unterstützung für seinen Kurs ein. Diskussionen wie um seinen Wohnsitz oder die Zusammenstellung seiner engsten Vertrauten wischt er entschlossen vom Tisch. Figuren wie Torwarttrainer Sepp Maier, DFB-Manager Bernd Pfaff oder Konditionstrainer Erich Rutemöller passen nicht in sein Konzept vom Aufbruch."Die WM im eigenen Land und das Auftreten der Nationalmannschaft ist eine nationale Angelegenheit, die nur in einem Miteinander von DFB, DFL und den Vereinen gelöst werden kann", sagt Klinsmann.

Jens Mende/DPA / DPA

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