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Dramatischer Sieg gegen Atalanta Bergamo Dank Neymar: Wie aus einem Albtraum innerhalb von drei Minuten ein Traum wurde

Neymar jubelt mit dem Siegtorschützen Eric Maxim Choupo-Moting
Neymar jubelt mit dem Siegtorschützen Eric Maxim Choupo-Moting
© David Ramos / AFP
Neymar hat Paris Saint-Germain in einer hochdramatischen Partie gegen Atalanta Bergamo ins Halbfinale der Champions League geführt. Es hätte auch alles ganz anders kommen können.

Nach dem Spiel gab sich Neymar versöhnlich. Der brasilianische Superstar umarmte gut gelaunt und sichtlich gelöst einen Mitspieler nach dem anderen auf dem Rasen des Estadio da Luz in Lissabon: "Das war eine große Nacht", sagte er später in die auf Distanz gehaltenen Mikrofon der TV-Journalisten. Neymar meinte damit auch: Es war eine große Nacht für ihn, den Superstar, der in einer dramatischen Partie entscheidenden Anteil daran hatte, dass sein Verein Paris Saint-Germain nach dem 2:1 gegen Atalanta Bergamo erstmals seit 25 Jahren wieder im Halbfinale der Champions League steht.  

Neymar klatschte sich ebenso höflich mit den Spielern des Gegners ab, auch wenn die ihn in den aufwühlenden 90 Minuten zuvor gefühlt hundertmal gefoult hatten. Immer wieder hatten sie den wichtigsten Spieler von Paris Saint-Germain attackiert und ihm alles in den Weg gestellt, was sie hatten; Beine, Arme, Körper. Am Ende lag Neymar meist am Boden und reklamierte theatralisch, wie es seine Art ist.

Neymar war Chancentod und Matchwinner zugleich

Doch all der Einsatz brachte den Spielern von Außenseiter Atalanta Bergamo nichts ein, am Ende standen sie als Verlierer gegen das Team von Thomas Tuchel da. Bis zur 90. Minute hatten sie Neymar und PSG mit ihrem bissigen und konsequenten Spiel an den Rand der Verzweiflung getrieben. Erst in den letzten Minuten des aufreibenden Kampfes ging den Italienern die Kraft aus, um die Dribblings und Läufe des Brasilianers zu stören. Entscheidend unterstützt wurde Neymar von Kylian Mbappé, den Tuchel erst in der 60 Minute eingewechselt hatte, und der immer wieder Läufe in die Tiefe startete. Neymar legte den Ausgleich von Marquinhos auf, wenn auch ungewollt, denn seine Vorlage war ein misslungener Torschuss. Choupo-Moting, ebenso von Tuchel eingewechselt, vollendete eine Kombination von Neymar über Mbappé mit dem Siegtreffer. 

Es gehört ebenfalls zur Geschichte des Abends, dass PSG reichlich Chancen vergab und Neymar derjenige war, der die größten versemmelte. Doch das zählte am Ende nicht: Neymar wollte dieses Duell gewinnen, koste, es was es wolle, und er war erfolgreich. Er trieb sein Team während der kompletten Spielzeit unermüdlich an, er führte es zu dem historischen Sieg, der den ersten Einzug in das Halbfinale der Königsklasse seit einen Vierteljahrhundert bedeutet.

Der Sieg war eine Erlösung

Es war nicht nur ein verdienter Sieg, sondern es war eine Erlösung für PSG. "Neymar, vom Albtraum zum Traum in drei Minuten", titelte die brasilianische Nachrichtenseite "UOL" passend. Denn es hätte ein Albtraum werden können, wenn das Starensemble gegen den krassen Außenseiter Atalanta Bergamo verloren hätte und wie schon in den vergangenen drei Jahren  gescheitert wäre (da jeweils sogar schon im Achtelfinale). So bleibt PSG im Rennen um die heiß ersehnte Champions-League-Trophäe. Entsprechend ordnete der Spieler des Abends die Ereignisse ein: "Das ist unter den drei größten Spielen meiner Karriere, die wir gedreht haben. Ich mag solche entscheidenden Spiele. Das Einzige, was fehlte, waren die Fans, ein volles Stadion, da würden die Emotionen noch größer sein", sagte Neymar.

Für seine Leistung wurde Neymar zum "Man of the Match“ gewählt. Der Superstar war so in Gönnerlaune, dass er den kleinen Pokal an den Kollegen Choupo-Moting weitergab, der das Siegtor in der dritten Minute der Nachspielzeit erzielt hatte. Denn was zählt, ist der große Henkelpott. Vorher müssen PSG und Neymar noch zwei Spiele gewinnen. Die Gegner im Halbfinale am 18. August lauten entweder RB Leipzig oder Atlético Madrid.

Quellen: "Sport1", DPA


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