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Der Countdown: Noch 51 Wochen: Das Wunder von Berlin?

Vorspiel zum großen Fussball-Fest

Er ist schon einer von ihnen. Er läuft in den gleichen Klamotten rum, sitzt beim Essen mit am Tisch, er flachst mit Kevin Kuranyi und wohnt im selben Hotel. Die Spiele schaut er sich von der Bank aus an, neben Ersatzspielern und Betreuern. Regisseur Sönke Wortmann ("Das Wunder von Bern") dreht gerade beim Confederations Cup einen Film über das Innenleben der Nationalelf. Wortmann ist allein, nimmt alles mit einer kleinen Handkamera auf. Er filmt Spieler und Trainer beim Herumalbern im Massageraum, beim Entspannen im Schlafzimmer, er darf selbst im letzten Heiligtum des Profifußballs dabei sein: in der Kabine. Bis jetzt hat sich noch kein Spieler von Wortmanns Kamera gestört gefühlt; bleibt das so, kann er bis zu einem möglichen WM-Finale 2006 in Berlin weitermachen. Die Dokumentation würde danach im Kino oder Fernsehen gezeigt werden - nach Freigabe des DFB.

Im Gespräch

Der wackere Figo ist wieder da

Herr Figo, vor einem Jahr traten Sie aus der portugiesischen Nationalelf zurück, weil Sie Ihrer Familie mehr Zeit widmen wollten. Nun das Comeback - war Ihnen langweilig?

Ich habe meine Frau und unsere beiden Töchter gefragt: Ist es okay, wenn ich noch mal losziehe? Sie haben genickt. Sie kennen mich. Ich muss etwas zu Ende bringen, das vor 14 Jahren begann.

Damals, 1991, wurden Sie mit Portugals U21 Weltmeister. Nun sind Sie der Allerletzte aus dieser Goldenen Generation…

Den WM-Titel erstmals für mein Land zu holen ist mein größter Traum. Unser Trainer Felipe Scolari sagte mir: Das Turnier ist schon in einem Jahr, wenn du zurückkommen willst, komm jetzt.

Prompt sind Sie wieder Kapitän.

Ich fühle mich eher wie der große Bruder, ich kümmere mich um die Jungen. Unsere Nationalelf ist für mich wie eine zweite Familie. Mit Leib und Seele werde ich der Mannschaft helfen.

Obwohl Sie bei Real Madrid zuletzt nur auf der Bank saßen, spielten Sie für Ihr Land nach Ihrer Rückkehr stark. Portugal ist auf dem besten Wege, sich für 2006 zu qualifizieren. Und dann?

Bei der Euro voriges Jahr waren wir im Finale müde, weil wir vorher zu selten das Tempo rausgenommen haben. Jetzt sind wir cleverer, Spieler wie Deco und Cristiano Ronaldo noch besser. Wir sind reif, in Deutschland den Titel zu holen.

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