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Ex-Fußballstar zum Fall Özil: Cacau: Kritik an einem Spieler mit Migrationshintergrund ist "nicht sofort Rassismus"

Die Debatte um Ex-Nationalspieler Mesut Özil ist völlig verfahren, da findet der DFB-Integrationsbeauftragte klare Worte. Cacau hält sich mit Kritik an seinem Verband und Özil nicht zurück. Beide Seiten hätten Fehler gemacht.

Cacau erhebt auch Vorwürfe gegen die Führung des DFB

Cacau erhebt auch Vorwürfe gegen die Führung des DFB

Getty Images

Noch immer hallt das Beben um den Rücktritt von Mesut Özil nach. Insbesondere -Präsident Grindel muss sich Vorwürfe von Özil gefallen lassen, nie wirklich fair mit ihm umgegangen zu sein. Immerhin hat Özil 92 Länderspiele vorzuweisen, und war in den vergangen acht Jahren eine wichtige Stütze. Doch der Streit um das Erdogan-Foto, das kurz vor der WM öffentlich wurde, hat die Beziehung wohl dauerhaft beschädigt.

Cacau: "Kein flächendeckender Rassismus"

Zumindest einer vom DFB hat sich nun in gleich zwei Medien nach vorne gewagt. Und das ist niemand anderes als der Integrationsbeauftragte . Der Brasilianer schuf mit seiner steilen Fußballkarriere und Einbürgerung in Deutschland 2009 quasi die Meistererzählung, dass Integration in der Bundesrepublik gelingen kann.

Seit 2016 arbeitet Cacau als DFB-Integrationsbeauftragter und findet sowohl im Interview mit den als auch mit der "Bild"-Zeitung klare Worte. Der ehemalige Nationalspieler stößt sich vor allem an dem Verlauf der öffentlichen Diskussion. "Man hat das Gefühl, wenn man die Nachrichten sieht und liest, dass Deutschland ein flächendeckendes Rassismus-Problem hat. Das ist nicht der Fall", beklagte er sich am Donnerstagabend in den Tagesthemen. Kritik an einem Spieler mit Migrationshintergrund sei eben nicht sofort Rassismus.

Cacau argumentierte so auch gegenüber der "Bild": "Wenn ich kritisiert werde und sage dann, das passiert nur, weil ich Brasilianer und dunkelhäutig bin, dann ist das nicht korrekt und nicht erwachsen", sagte Cacau weiter. Das umstrittene Foto Özils mit dem türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan habe "eine politische Aussage" gehabt, "auch wenn das Mesut anders beurteilt", sagte er dem Blatt.

Unklare Richtung des DFB

Doch der Deutsch-Brasilianer sieht auch seinen Verband in der Pflicht. Es sei eben nicht nur Özil gewesen, der mit seinem Schweigen die Situation angeheizt hätte, "sondern auch der DFB, der nicht von vorneherein klar eine Richtung gegeben hat und diese Richtung dann auch befolgt hat. Das war heute eine Aussage und morgen eine andere. Und das war schwierig", erklärte Cacau am Donnerstagabend in den Tagesthemen.

sos / AFP

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