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DFB-Pokal: Duell der Frustrierten

Was als Highlight der Meisterschaft geplant war, endete in bösen Heimpleiten. Eines ist jedoch klar: Der FC Schalke 04 und Werder Bremen wollen unbedingt ins Pokalfinale.

"Der Pokal ist Beiwerk, mehr aber auch nicht", gibt Schalke-Torhüter Frank Rost zu. Ähnlich sieht es Werders Sportdirektor Klaus Allofs, für den die Qualifikation für die Champions League Priorität hat. "Der dritte Platz in der Liga wäre mir lieber als der Cup."

Für Schalke bedeutete das bittere 1:2 in der Bundesliga gegen den Hamburger SV ebenso das Ende aller Meisterträume wie für Werder das 0:1 gegen Hertha BSC. Umso wichtiger wäre der Einzug ins Pokalendspiel, nicht nur aus Prestigegründen. Immerhin ist es für beide Vereine die letzte Chance auf einen Titelgewinn 2005 und zusätzliche Millionen-Einnahmen. Für den Noch-Bremer Fabian Ernst, der im Sommer zum Liga-Konkurrenten ins Revier wechselt, wäre der Pokalsieg aber mehr als ein Trostpreis. "Wir wollen ins Finale und den Pokal gewinnen. Mit einem Titel können wir vieles wettmachen", meint der Nationalspieler mit Blick auf Berlin, wo am 28. Mai der Sieger des zweiten Halbfinals zwischen Arminia Bielefeld und Bayern München der Gegner ist.

Schalke und Bremen sind neben dem Rekordsieger FC Bayern die erfolgreichsten deutschen Pokalteams. Werder gewann fünf Titel und ist zudem Cup-Verteidiger. Die Bilanz in den direkten Cup-Duellen spricht allerdings für die Gelsenkirchener, die bisher vier Titel gewannen. Fünf Mal traf man im Pokal direkt aufeinander, vier Mal ging Schalke als Sieger vom Platz. Bei den "Königsblauen" sind die Erinnerungen an die Triumphe 2001 und 2002 noch frisch. "Berlin ist für jeden Profi ein Traum. Außerdem wäre ein Sieg wichtig fürs Selbstvertrauen im Hinblick auf die restlichen Bundesligaspiele", sagte Ebbe Sand. "Wenn wir am Ende Vizemeister und Pokalsieger werden, war es eine gute Saison."

Klose fällt definitiv aus

Beide Trainer müssen weiterhin Leistungsträger ersetzen. Bei Werder-Coach Thomas Schaaf zerschlug sich am Montag die Hoffnung auf die Rückkehr des verletzten Stürmers Miroslav Klose, der wegen seiner Knieverletzung noch immer nicht trainieren konnte. "Er fällt definitiv aus", sagte Schaaf, der womöglich die Abwehr umstellt. Für Frank Fahrenhorst, der gegen Berlin beim 0:1 gepatzt hatte, könnte Petri Pasanen in die Startformation rücken. Schaaf rechnet in jedem Fall mit einem heißen Duell in der ausverkaufen Arena, ähnlich wie beim knappen 2:1 der "Knappen" zum Auftakt der Bundesliga-Rückrunde. "Das wird kein Spiel, in dem abwartend agiert wird", meinte Schaaf.

Dessen Kollege Ralf Rangnick kann wieder auf Spielmacher Lincoln bauen, der gegen den HSV gesperrt war und dessen Ideen schmerzlich vermisst wurden. "Er ist einer, der ein Spiel entscheiden kann, auch als Passgeber", sagte Rangnick am Montag. Dass Marcelo Bordon wieder mitwirken kann, ist dagegen unwahrscheinlich. Der Brasilianer hat noch immer Probleme mit der Hüftbeugemuskulatur. "Ich bin skeptisch, dass er spielen kann", meinte der Coach. Nach drei Niederlagen aus den vergangenen drei Spielen will Rangnick den "Trend stoppen": "Wir wollen ins Finale. Und alle wissen, worum es geht."

Ulli Brünger und Michael Rossmann/DPA / DPA

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