DFB-Pokal Schalke nach Elferkrimi im Finale


Am Wochenende ist für Schalke und Werder Bremen der Traum von der Meisterschaft geplatzt. Nach einem 5:4 gegen Bremen können die Königsblauen jetzt wenigstens im DFB-Pokal auf einen Titel hoffen.

Der FC Schalke 04 steht nach einem Elfmeterkrimi gegen Cupverteidiger Werder Bremen zum elften Mal in der Vereinsgeschichte im Pokal-Finale und hat damit die Chance auf einen Titelgewinn in dieser Saison gewahrt. Torwart Frank Rost verwandelte im dramatischen Halbfinale am Dienstagabend als siebter Schütze seines Teams den entscheidenden Elfmeter zum 5:4. Zuvor hatte der überragende Ex-Bremer drei Elfmeter gehalten. Nach 90 Minuten hatte es zunächst 1:1, nach der Verlängerung 2:2 gestanden.

Im Endspiel trifft der viermalige Pokalsieger Schalke am 28. Mai im Berliner Olympiastadion auf den Sieger des zweiten Halbfinals zwischen Arminia Bielefeld und Bayern München, das heute Abend ausgespielt wird. Werder Bremen hingegen geht nach dem Double im vergangenen Jahr diesmal leer aus. In der Meisterschaft hatten sich beide Teams schon am vergangenen Wochenende von allen Titelträumen verabschieden müssen.

"In so einer Situation muss man als Mannschaftskapitän hingehen und nicht einen jungen Spieler schießen lassen", sagte Pokal-Held Rost, der Mike Hanke vom Elfmeterpunkt weggeschickt und das Heft selbst in die Hand genommen hatte. Für Schalke-Trainer Ralf Rangnick war es "ein unglaubliches Spiel. Für uns war es wichtig, das Spiel zu gewinnen nach den zuletzt enttäuschenden Ergebnissen in der Bundesliga."

Duell der Frustrierten

Im Duell der Frustrierten hatte Ebbe Sand Schalke vor 61 524 Zuschauern in der ausverkauften Arena Auf Schalke mit 1:0 in Führung gebracht (64.). Valerien Ismael erzwang mit dem 1:1 (84.) die Verlängerung, in der Bremen durch Tim Borowski zunächst in Front lag (94.). Doch ausgerechnet der frühere Werder-Torjäger Ailton machte mit dem 2:2 (96.) den Vorteil wieder wett.

Nach den Pleiten vom Wochenende waren Schalke und Bremen in der Pokal-Partie auf Wiedergutmachung aus. Die Partie wurde mit hohem Tempo und großem Einsatz geführt. So als der Ex-Bremer Mladen Krstajic mit einem Schubser in die Bande Werder-Stürmer Nelson Valdez eine blutende Wunde am Kopf zufügte (18.).

Valdez stürmte erneut an Stelle des immer noch verletzten Miroslav Klose. Seine zuletzt anfällige Abwehr hatte Werder-Trainer Thomas Schaaf auf zwei Positionen verändert. Ümit Davala rückte für Christian Schulz auf die rechte Außenposition, der Finne Petri Pasanen sollte der Innenverteidigung mehr Stabilität verleihen als zuletzt Frank Fahrenhorst.

Bis zur Pause wurde die Bremer Deckung jedoch kaum in Verlegenheit gebracht. Die einzige erwähnenswerte Chance für die Gastgeber, die nach einer Gelb-Rot-Sperre wieder auf Spielmacher Lincoln zurückgreifen konnten, besaß Ailton. Doch dem Brasilianer sprang der Ball bei der Annahme so weit weg, dass Andreas Reinke per Fußabwehr klären konnte (23.). Für die größte Gefahr vor dem Schalker Tor sorgte ein Schalker: Niels Oude Kamphuis prüfte mit einem Kopfball nach Freistoß von Johan Micoud seinen verblüfften Torwart Frank Rost, der die Kugel über die Querlatte lenkte (14.).

Verhängnisvoller Fehler von Ismael

Nach Wiederanpfiff tauchte Ailton zwei Mal gefährlich vor Reinke auf, zielte aber über das Tor (53.) und fand kurz darauf im Ex-Kollegen seinen Meister (56.). Doch dann machte Bremens Abwehrchef Ismael einen verhängnisvollen Fehler, als er im Vorwärtsgang in der eigenen Hälfte den Ball verlor und das 1:0 durch Sand ermöglichte (64.). Doch Ismael machte seinen Fehler wieder gut. Nach Davala- Flanke erzielte er im Fallen den Ausgleich (84.).

In den letzten Minuten der regulären Spielzeit spielten sich vor beiden Toren spektakuläre Szenen ab. Erst stoppte Schalke-Torwart Rost Valdez (87.), dann wurde ein Treffer von Ivan Klasnic wegen Abseits fälschlicherweise aberkannt (90.). In der Nachspielzeit hatten die Schalke-Fans gleich zwei Mal den Torschrei auf den Lippen: Christian Poulsen traf im Verein mit Ailton den rechten Pfosten, im Nachsetzen klärte Reinke gegen Lincoln.

Ulli Brünger/DPA DPA

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