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Dortmund bei Real Madrid: Gerüstet für den Orkan

Noch 90 Minuten bis zum Finale: Nach dem grandiosen 4:1 Hinspielerfolg über Real Madrid ist das Finale von Wembley für den BVB zum Greifen nah.

Von Klaus Bellstedt

Es ist das Spiel des Jahres für den BVB: Im Champions-League-Halbfinale bei Real Madrid muss die Mannschaft von Trainer Jürgen Klopp am Abend (ab 20.45 Uhr stern.de-Liveticker einen 4:1-Vorsprung aus dem Hinspiel verteidigen. Das klingt eigentlich ziemlich entspannt, aber klar ist: Die gedemütigten Spanier wollen es der Borussia heimzahlen. Sie glauben noch an das Wunder und brennen auf die Revanche. Real hat das Finale in Wembley Ende Mai längst noch nicht abgeschrieben.

Bestes Beispiel: In einem 90 Sekunden langen Video-Clip mit dem Titel "Unsere Kraft bist du", bittet Superstar Cristiano Ronaldo die Fans um Unterstützung. Im Internet ist der kleine Streifen bereits ein Hit. Auch der deutsche Nationalspieler Sami Khedira beschwört die Fans: "Real Madrid hat einige magische Nächte im Bernabéu erlebt, und wir werden das Äußerste geben, dieser Liste eine weitere hinzuzufügen", so der Mittelfeldantreiber.

Mourinhos Schicksalsspiel?

Alle wissen in Madrid um die Bedeutung dieser Partie. Reals Trainer José Mourinho geht sogar so weit, dass er sein eigenes Schicksal mit dem Ausgang der Partie verbindet: "Wenn wir nicht ins Finale einziehen, wird das mein Scheitern sein", sagt "The Special One" - und ergänzt: "Ich weiß nur, dass es das wichtigste Spiel in der Geschichte von Real in den vergangenen zehn Jahren sein wird."

Trotz des von Mourinho angedrohten Sturmlaufs (Mats Hummels erwartet "einen Orkan, der über uns hinwegfegen wird") will der BVB im natürlich ausverkauften Bernabeu nicht nur den komfortablen Vorsprung verteidigen. "Wir werden unseren Fußball spielen", kündigt Keeper Roman Weidenfeller im "Kicker" an, "es macht keinen Sinn, sich zu verstecken." Das Selbstvertrauen kommt nicht von ungefähr. Schließlich schlug sich die Borussia schon im Gruppenspiel Anfang November an gleicher Stätte prächtig. Nur der späte Freistoß-Treffer von Mesut Özil zum 2:2 verhinderte einen Dortmunder Sieg. Und nicht vergessen: Der BVB ist als einziger Halbfinalist im Wettbewerb noch ungeschlagen.

Ultimative Feuertaufe

Die verlockende Aussicht auf den ersten Finaleinzug seit dem Champions-League-Triumph im Jahr 1997 schärft die Sinne. Daran können auch die negativen Begleiterscheinungen nichts ändern, die durch den im Sommer anstehenden Transfer von Mario Götze zu den Bayern und die anhaltenden Spekulationen über die Zukunft von Lewandowski entstanden sind. Die Reaktion seines Teams in den vergangenen beiden Spielen gegen Madrid und in Düsseldorf (2:1) stimmen Klopp auch für das Rückspiel in der spanischen Hauptstadt hoffnungsvoll: "Wir haben die Situation genutzt. Als alle erwartet haben, dass wir aus der Bahn geworfen werden, haben wir bewiesen, dass es nicht so ist."

Und dennoch: Die ultimative Feuertaufe erwartet den BVB am Abend erst noch. Sollte Dortmund den gefühlt doch recht komfortablen Vorsprung dann aber wirklich ins Ziel bringen und sich für das Finale qualifizieren, ist dieser Mannschaft auch der Titel in der Königsklasse zuzutrauen. Sogar in einem wahrscheinlichen Endspiel gegen die Bayern.

mit DPA

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