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EM 2008: Final-Tickets für 550 Euro

Das Rennen ist eröffnet. Noch bis Ende März können sich Fußball-Fans um Eintrittskarten für die EM 2008 in Österreich und der Schweiz bewerben. Eines ist jetzt schon klar: Es wird teuerer als bei der WM in Deutschland. stern.de erklärt, wie Sie an Tickets kommen.

Kurz nach dem Start zum Ticketverkauf für die Fußball-Europameisterschaft 2008 ging bereits so gut wie nichts mehr. Die Internet-Homepage, auf der die Karten bestellt werden können, sei völlig überlastet, hieß es bei den Veranstaltern. Der Ansturm war zu groß, die Anhänger wurden in eine Warteschleife umgeleitet. Sprecher des Organisationskomitees hatten diesen Ansturm allerdings erwartet. Sie erinnerten daran, dass die Fans in der ersten Phase 31 Tage Zeit haben, ein Ticket zu bestellen.

Wer sich auf günstige Eintrittskarten für die Fußball-Europameisterschaft 2008 in Österreich und der Schweiz gefreut hat, ist zu Beginn der ersten Verkaufsphase enttäuscht worden. Mindestens 45 Euro müssen die Fußball-Fans für Einzelkarten in den Gruppenspielen in der niedrigsten von drei Kategorien bezahlen. Bei der Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland konnten die Menschen schon für 35 Euro ins Stadion gehen. Billiger sind lediglich die Tickets der höchsten Kategorie. So kostet der teuerste Platz beim Endspiel im Wiener Ernst-Happel-Stadion 550 Euro. In Berlin war die WM-Finalkarte für 600 Euro zu haben.

Die "Follow My Team"-Pakete, die den Käufer berechtigen, seine Mannschaft über mehrere Partien auf Plätzen in der 2. Kategorie zu begleiten, sind in die Gruppenphase und die komplette Endrunde unterteilt. Für die drei Gruppenpartien kostet die Kombination jedoch genauso viel wie drei Einzelkarten - 240 Euro. Das Turnier-Ticket kostet 865 Euro und bietet ebenfalls keinen Rabatt. Scheidet die Lieblings-Mannschaft vor dem Finale aus, wird das Geld anteilsmäßig zurückerstattet. Zu allen Preisen wird für Bestellungen aus UEFA- Mitgliedsländern eine Verwaltungsgebühr von 20 Euro aufgeschlagen.

Gleichen Chancen unter allen Bewerbern

Wie schon bei der Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland wird auch die erste Verkaufsphase für die Tickets der Europameisterschaft 2008 per Losverfahren gestartet. Ein Drittel der insgesamt über eine Million Karten für die 31 Endrundenspiele vom 7. bis 29. Juni in der Schweiz und Österreich können Interessenten bis Ende März im Internet bestellen.

Die Veranstalter haben sich gegen ein "First come, first serve"-Prinzip entschieden. Demnach werden die Tickets nicht an diejenigen vergeben, die ihre Bestellung zuerst abgeben, sondern mit gleichen Chancen unter allen Bewerbern verlost. Jeder Anwärter kann an einem Spieltag für eine Partie maximal vier Karten bestellen. Im Gegensatz zur WM 2006 muss der Käufer aber lediglich seine persönlichen Daten angeben, nicht die seiner Begleiter. In Deutschland hatten Verbraucherschützer gegen die Datenerfassung geklagt. Ende April werden die Gewinner benachrichtigt. Sie bekommen ihre Karten aber erst kurz vor Turnierbeginn zugesandt.

Eine zweite Verkaufsphase, in der rund 40 Prozent des Gesamtkontingents in den Handel gelangen, ist nach dem Abschluss der EM-Qualifikation am 21. November geplant. Erst dann wissen die Käufer, welche Mannschaften in den Gruppenspielen wann und wo aufeinander treffen. Im Unterschied zur ersten Phase werden diese Karten an die teilnehmenden Verbände weitergeleitet, die den Verkauf in eigener Hand leiten. 20 Prozent der Stadionkapazität gehen direkt an die beteiligten Mannschaften, sagte UEFA-Generaldirektor Lars- Christer Olsson, "in Deutschland betrug diese Zahl rund acht Prozent". Rund 350.000 Karten sind für Sponsoren, VIPs und Medien reserviert.

In der ersten Bestellphase für die WM 2006, die ebenfalls über das Internet gehandelt wurde, war es zu einem beispiellosen Run auf die Stadionkarten gekommen. Für die weltweit 812.000 zur Verfügung gestellten Tickets hatte es im März 2005 weit über fünf Millionen Order gegeben. Insgesamt war nur ein Drittel der knapp drei Millionen Eintrittskarten in den öffentlichen Verkauf gelangt.

Ende April werden die Gewinner der ersten Verkaufsphase bei der Karten-Lotterie benachrichtigt. Sie bekommen ihre Karten dann kurz vor Turnierbeginn zugesandt. Falls nicht alle Plätze der ersten Phase verkauft werden, sollen diese nochmals im Juni angeboten werden. Die zweite offizielle Verkaufsphase startet dann nach der EM-Qualifikation im November.

DPA / DPA

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