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EM-Nominierung: Schock für Bundesliga-Stars

In ganz Europa sind die Würfel gefallen: Alle 16 EM-Teilnehmer mussten bei der Uefa ihren Kader für die EM bekannt geben. Zwei Profis aus der Bundesliga hat es dabei hart erwischt - sie wurden von ihrem Trainer völlig überraschend aussortiert.

Zehn Tage vor der Fußball-Europameisterschaft haben die deutschen Gruppengegner das Geheimnis um ihre endgültigen EM-Aufgebote gelüftet. Bei Österreichs Stürmer-Lotto zog Martin Harnik das große Los. Der Bremer wurde neben Torhüter Ramazan Özcan von Aufsteiger Hoffenheim am Mittwoch von Teamchef Josef Hickersberger nominiert.

Harnik der große Gewinner

"Für mich ist ein Traum in Erfüllung gegangen", sagte ein glücklicher Harnik nach der Nominierung in Graz. Dem 20-Jährigen winkt sogar ein Stammplatz. "Er harmoniert sehr gut mit Roland Linz", begründete Hickersberger seine Wahl. Jubeln durfte auch Ramacan Özcan. Der 23 Jahre alte Schlussmann von Bundesliga-Aufsteiger 1899 Hoffenheim rückte als dritter Torwart ins EM-Team des deutschen Vorrundengegners, nachdem Helge Payer von Meister Rapid Wien krankheitsbedingt ausfällt.

Neben fünf anderen Spielern mussten auch Frankfurts Routinier Weissenberger und Hoffenheims Verteidiger Ibertsberger die Koffer packen. "Es macht keinen Sinn, einen nicht hundertprozentig fitten Spieler mitzunehmen", sagte Hickersberger zum Verzicht auf den verletzten Eintracht-Profi."

Bilic kann sich zurücklegen

Während sich seine Trainerkollegen mit dem Personal-Puzzle die Nacht um die Ohren schlugen, konnte sich Nationalcoach Slaven Bilic genüsslich zurücklehnen. Er hatte bereits am 5. Mai alle Fragen beantwortet und stellte am Mittwoch zufrieden fest: "Wir sind wahrscheinlich die einzige Mannschaft, deren erste Aufstellung sich am Ende bestätigt hat."

Im Aufgebot stehen wie erwartet Robert Kovac, Mladen Petric (beide Dortmund), Josip Simunic (Hertha BSC), Ivan Rakitic (Schalke), Ivica Olic (HSV) und Ivan Klasnic (Bremen). Der frühere Bayern-Profi Niko Kovac wird das Team des England-Bezwingers als Kapitän anführen.

Beenhakker mit zwei Bundesliga-Profis

Polens Nationalcoach Leo Beenhakker schaffte mit der Streichung von drei "Unglücklichen" Klarheit über seinen Kader. Doch der Zustand der Mannschaft, am 8. Juni in Klagenfurt deutscher Auftaktgegner, gibt Rätsel auf. Der Niederländer lässt sich von den holprigen Testspielen gegen Mazedonien (1:1) und Albanien (1:0) aber nicht aus der Ruhe bringen: "Unsere Helden sind sehr müde. Wir sind weiter auf dem richtigen Weg."

Der 65-Jährige dachte nicht eine Sekunde darüber nach, den seit Tagen wegen einer Oberschenkelzerrung pausierenden Dortmunder Jakub Blaszczykowski aus dem EM-Aufgebot zu streichen. Zu seiner Wunschelf zählen auch Wolfsburgs Mittelfeldspieler Jacek Krzynowek und der frühere Dortmunder Torjäger Ebi Smolarek.

Frankreich ohne Cissé und Flamini

Vize-Weltmeister Frankreich setzt bei der Fußball- Europameisterschaft auf eine Mischung aus verdienten Routiniers und vielversprechenden Talenten. Bei der Benennung seines endgültigen 23 Spieler umfassenden EM-Kaders um die Bundesligaspieler Franck Ribéry und Willy Sagnol (beide Bayern München) legte Trainer Raymond Domenech großen Wert auf ein gesundes Verhältnis zwischen Jung und Alt. Er strich Mickael Landreau (Paris Saint-Germain), Julien Escudé (FC Sevilla), Alou Diarra (Girondins Bordeaux), Mathieu Flamini (Arsenal London), Hatem Ben Arfa (Olympique Lyon), Philippe Mexes (AS Rom) und Djibril Cissé (Olympique Marseille) aus seinem vorläufigen 30er-Kader.

Vor allem die Entscheidung gegen Cissé kam überraschend. Statt des 26 Jahre alten Angreifers aus Marseille erhielt der vier Jahre jüngere Bafetimbi Gomis aus Saint-Etienne den Vorzug. Der Neuling hatte beim 2:0 im Testspiel gegen Ecuador am Vortag ein überzeugendes Debüt in der Nationalmannschaft gefeiert und beide Treffer erzielt.

Überraschung bei den Türken

Der türkische Nationaltrainer Fatih Terim hat dagegen überraschend die beiden Bundesligaprofis Halil Altintop (FC Schalke 04) und Yildiray Bastürk (VfB Stuttgart) aus seinem Aufgebot für die Fußball- Europameisterschaft gestrichen. "Es war eine schwere Entscheidung, die wir uns nicht leicht gemacht haben", sagte Terim.

DPA / DPA

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