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EM 2012: Bulgarien will Minimalchance wahren - Streit um Carvalho

Die 21 Partien der EM-Qualifikation nach der Sommerpause versprechen Einiges: Lothar Matthäus bangt mit den Bulgaren um die Teilnahme am Kontinentalturnier und ergeht sich dabei in branchenüblichen Phrasen, in Portugal sorgt der Rücktritt von Ricardo Carvalho für Missstimmung.

Für Lothar Matthäus geht es nach der Sommerpause gleich ums Ganze: Mit Bulgarien will der Trainer endlich die Teilnahme bei einer EM sicherstellen, doch stehen er und seine Mannschaft bereits jetzt mit dem Rücken zur Wand.

Matthäus beschwört vor dem Spiel des Jahres gegen England ein Wunder. "Auch wenn wir nach den zwei Niederlagen unter meinem Vorgänger fast aussichtslos zurückliegen, sind wir noch nicht ganz weg. Im Fußball kann der Glaube Berge versetzen. Auch wenn es wenig realistisch klingt: Mit einem Sieg sieht alles wieder anders aus", sagte Matthäus dem Fachmagazin kicker.

Matthäus zwischen Hoffen und Bangen

Mit fünf Zählern liegen die Bulgaren gleichauf mit Ottmar Hitzfelds spielfreien Schweizern in der Gruppe G weit hinter Tabellenführer England und dem Überraschungsteam aus Montenegro (beide 11 Punkte), das in Wales gefordert ist. Nur bei einem eigenen Sieg und einem Ausrutscher der Montenegriner darf Matthäus weiter auf seine erste EM-Teilnahme als Trainer hoffen. "Das ist ein Schlüsselspiel, in dem das ganze Team gefordert ist. Wir können die Überraschung schaffen", meinte der 50-Jährige.

Unabhängig vom Ausgang der Qualifikation kann sich Matthäus, der sein Amt vor einem Jahr antrat, eine Verlängerung seines im November auslaufenden Vertrages um zwei Jahre vorstellen. "Die Gespräche sind schon sehr weit", berichtete Matthäus. Bulgariens Nationalmannschaft ist bereits die siebte Station in seiner zehnjährigen Trainerkarriere.Doch auch für England steht viel auf dem Spiel, schließlich will sich der von Montenegro herausgeforderte Favorit den Gang in die Relegation ersparen.

Franzosen mit Verletzungsproblemen

Das gilt auch für den früheren Welt- und Europameister Frankreich (13 Punkte), der in der Gruppe D mit einem Sieg in Albanien den Verfolger aus Weißrussland (12) auf Distanz halten will. Die seit dem WM-Fiasko in elf Spielen ungeschlagene Equipe tricolore unter dem neuen Auswahlcoach Laurent Blanc, der in der Offensive auf Bayern-Star Franck Ribéry und Real-Stürmer Karim Benzema setzt, muss in Tirana auf ein Abwehr-Trio verzichten. "Die Verletzungen bereiten uns große Probleme", räumte Blanc ein.

Carvalho geht im Streit

Unter Druck steht Portugal im Dreikampf der Gruppe H mit den punktgleichen Nordlichtern Dänemark und Norwegen (alle 10 Punkte). Vor der Partie in Zypern sorgte der unerwartete Rücktritt von Abwehr-Ass Ricardo Carvalho für Zoff. "Wenn man mich behandelt, als sei ich überflüssig, kann ich nur gehen. Noch nie habe ich mich so wenig respektiert und in meiner Ehre verletzt gefühlt", begründete der 33-Jährige von Real Madrid seine Abreise aus dem Trainingscamp.

Weißrussland fehlen gegen Bosnien-Herzegowina (10) gleich sieben Leistungsträger, darunter Alexander Hleb. Dennoch ist Bernd Stange zuversichtlich: "Die Spieler wissen, dass dies vielleicht die letzte Möglichkeit ist, um sich zu qualifizieren. Die Motivation ist also das kleinste Problem. Jetzt gilt es, die Leistung abzurufen", sagte der ehemalige Bundesligacoach.

sportal.de / sportal

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