HOME

Stern Logo EM 2012

Europameister Spanien: Nachhaltig einzigartig

Der dritte große Titelgewinn in Folge - das spanische Fußballmärchen will schier nicht enden. Doch was kommt eines Tages nach Xavi und Iniesta? Am Finalabend gab es darauf schon eine erste Antwort.

Von Mathias Schneider, Kiew

Er hat gleich das Tor anvisiert, mit riesigen Schritten, aus halblinker Position, wie es sich für einen Torres gehört. Unbedrängt drang er in den Strafraum ein, längst hatten die Italiener ihre Abwehr entblößt. Bis zur Torlinie eilte der kleine Leo Torres, dann holte ihn sein Vater Fernando doch noch ein. Es sind dann neben ihm noch allerlei Nachwuchshoffnungen aufs Feld geeilt, nicht nur Torres' Spross, der sich genau von der Seite dem Tor näherte, aus der sein Vater zuvor das 3:0 erzielt und das 4:0 vorbereitet hatte. Auch Fernando Torres' Kollegen ließen dem Nachwuchs freien Lauf. Am Ende wuselten allerlei Kinder über den Rasen, sie trugen Miniaturtrikots mit den Nummern ihrer Väter auf dem Rücken, was es hernach bei der richtigen Zuteilung wohl ein bisschen einfacher machte in Anbetracht der beachtlichen Zahl. Als wollte diese spanische Nationalmannschaft noch einmal Zeugnis ablegen, worauf dieses imposante 4:0 im Finale der Europameisterschaft wirklich fußt: auf eine Kultur des Miteinanders.

Längst hatten sich die Italiener zum Zeitpunkt der Platzbestürmung an der Mittellinie des Olympiastadions versammelt, der tapfere Krieger Leonardo Bonucci vergoss bittere Tränen, der Torwart Gianluigi Buffon, ohnehin ein Mensch von gewaltiger Erscheinung, stand neben ihm und applaudierte den Siegern versonnen. Und weil auch der ohnehin mit dem Gesicht einer Statue versehene Andrea Pirlo herzzerreißend verletzlich aussah, wie er da still mit sich und der aufsteigenden Enttäuschung kämpfte und doch den Siegern klatschte, fehlte nicht viel, und die Uefa hätte diese so fairen wie tapferen Italienern schon aus Mitleid noch nachträglich zum Co-Sieger erklären müssen.

Ausgeschwärmt wie Bienen

Wenn nur der Leistungsunterschied nicht gar so groß gewesen wäre in einer Nacht, an die man sich nicht nur in Spanien noch lange erinnern wird. Wie Bienen schwärmten die Spanier immer wieder aus, von der ersten Minute umschwirrten sie ihre Kontrahenten so lange mit Pässen, bis der sich heillos verheddert hatte und sich kaum noch rühren konnte. Italien wehrte sich verzweifelt, immer wieder stieß es zwischen die Ballstafetten ihres Gegners hindurch, doch wirklich gefährlich wurde es meist nur nach Standards ihres Besten – Pirlo. Als auch noch Thiago Motta nach einer Stunde verletzt vom Feld humpelte, es stand da schon 0:2, und als die ohnehin ermüdeten Italiener nun zu zehnt aufbegehren sollten, weil sie schon drei Mal gewechselt hatten, war das Spiel so gut wie beendet. Der Rest war ein Schaulaufen von großer Grausamkeit oder wunderschöner Spielkunst, je nachdem in welchem Fan-Trikot man es betrachtete.

Was hatten sich diese Spanier nicht alles anhören müssen in den vergangenen Wochen. Als Welt- und Europameister waren sie angereist, keine Partie hatten sie auf dem Weg ins Finale verloren. Doch statt die Elf, die nebenbei noch einen Turnierrekord für nicht gefangene Treffer aufstellte und seit dem ersten Spiel ohne Gegentor blieb, für ihr fulminantes Defensivspiel zu loben, mussten sie sich plötzlich selbst für den eigenen Ballbesitz rechtfertigen, wenn der nicht sofort in gefährliche Aktionen mündete. Die Diskussion gipfelte gar in der Vermutung, das geliebte Kurzpassspiel werde eben vom nächsten Trend überholt.

Wie kann man Xavi und Iniesta nur danken?

Spanien nutzte dieses Finale zu einer Demonstration. Wer es erlebte, wie es auf der wunderschönen Seite des Spiels seine Erfolge errichtete, der kann nicht anders als schwärmen. "Wenn Spanien hundert Prozent spielt, dann hat man eben fast keine Chance", erklärte der Deutsch-Italiener Riccardo Montolivo. "Uns bleibt der Trost, dass es Spanien war." Zumindest in Italien haben sie nie aufgehört, dieses Spanien zu bewundern.

Tatsächlich offenbarte del Bosques Elf im Finale, dass sie in der Lage ist, das geliebte Spiel in ungeahnte Höhen zu treiben. Und nicht nur Deutschland darf getrost weiter tüfteln, wie man dieser Elf beikommen kann, denn der aktuelle spanische Jahrgang trägt mindestens noch eine formidable WM in Brasilien in sich. Wer glaubte, die beiden Finalsiege gegen Deutschland 2008 und die Niederlande 2010 seien der Höhepunkt dieser Generation, der sah sich getäuscht. Während die Elf im Finale von Südafrika 2010 noch mit einer Niederlage flirtete, überrannte sie Italien mit einer Energie und Dynamik, die keine Zweifel kannte. Im Mittelfeld stachen Xavi und Iniesta mit ihren Pässen durch die Abwehrreihen, und schon jetzt muss sich ganz Spanien fragen, wie es den beiden Spielmachern des FC Barcelona einmal angemessen zum Abschied danken will für all die unvergesslichen Momente auf dem Feld und jene Bescheidenheit, mit der sie errungen werden.

Wer schreibt die spanische Geschichte weiter?

Nach der Partie wurde Iniesta wieder zum Spieler des Spiels gekürt, er hat sich artig bedankt, seine Stimme war ruhig, nicht der Hauch von Übermut. Dafür erklärte er, es mache ihn froh, sein Land glücklich zu sehen und dass sie Geschichte geschrieben hätten.

Er will noch ein bisschen daran weiterschreiben, er ist erst 28. Und wer weiß, vielleicht werden sie sich alle irgendwann selbst beerben. Wer den Mini-Torres, noch keine zwei Jahre, am Sonntag losstürmen sah, der muss - außerhalb von Spanien - das Schlimmste für die nächsten Jahrzehnte befürchten.

Wissenscommunity

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(