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Spanien holt erneut den EM-Titel: Eine Klasse für sich

Spaniens Nimbus der Unverwundbarkeit schien in Gefahr. Doch im Finale gegen Italien folgte die Auferstehung des Champions. Nach dem 4:0-Erfolg geht die Mannschaft in die Geschichte ein.

Von Klaus Bellstedt, Kiew


Nach gut einer halben Stunde waren auch die neutralen Zuschauer im riesigen Olympiastadion von Kiew berauscht von diesem Finale: Sie legten ihre Zurückhaltung ab – und feierten sich selbst. Mit der La-Ola-Welle, mit Sprechchören für das eigene längst ausgeschiedene Team aus der Ukraine, ja selbst EMCo-Gastgeber Polen wurde zwischendurch besungen. Das hatte nichts damit zu tun, dass die beiden Finalteilnehmer bis dahin enttäuscht hatten. Das Gegenteil war der Fall: Spanien und Italien, die beiden besten Mannschaftes des Turniers, boten den über 80.000 Fans fantastischen Fußball. Und die ukrainischen Zuschauer wollten in dieser flirrenden Sommernacht einfach nur ihren Part zu dem Fest auf dem Rasen beitragen.

Was wurde in den vergangenen Tagen nicht alles berichtet über die Spanier: Ihr Ballgeschiebe sei ermüdend. Vom gefürchteten Offensiv-Tiki-Taka, den perfekten Kurzpässen im Spiel nach vorn, das die Iberer noch während der EM 2008 und beim WM- Titelgewinn 2010 geboten hatten, sei nicht mehr viel übrig geblieben. Im Halbfinale gegen Portugal vor ein paar Tagen pfiffen die Zuschauer die Spanier angesichts ihres Ballgeschiebes sogar aus. Nicht nur die "Experten", auch das Publikum fühlte sich während der EM nicht mehr ausreichend unterhalten. Und ein bisschen stimmte das ja auch – bis zu diesem Finale.

Beste Turnierleistung im Finale

Denn die Mannschaft von Trainer Vicente del Bosque hatte sich die beste Turnierleistung ausgerechnet für das Endspiel aufgehoben. Auch deshalb fühlte sich der 4:0-Erfolg gegen ein wirklich starkes Italien wie die perfekte Inszenierung an. Genau zum richtigen Zeitpunkt, so wie echte Champions eben, demonstrierten die Spanier ihre Klasse – mindestens so wie bei den vergangenen Triumphen 2008 und vor zwei Jahren in Südafrika. Das lässt sich schon am Ergebnis ablesen. Gegen Italien erzielten die Spanier doppelt so viele Tore wie in den beiden vorigen Finals gegen Deutschland und die Niederlande zusammen - die Endspiele 2008 und 2010 gewannen sie jeweils 1:0. Alles war beeindruckend an diesen furiosen Spaniern, besonders natürlich ihre Offensivkunst. Die beiden ersten Treffer durch David Silva und Jordi Alba (14./41.) waren atemberaubend herausgespielt. Und die beiden klügsten Fußballer dieser Welt, Andres Iniesta und Xavi Hernandez, leiteten die Tore ein. Wenn es wirklich so etwas wie eine Krise dieses kongenialen Duos gegeben haben sollte, gegen Italien feierte es seine Wiedergeburt. Niemand kann besser eine Verbindung zwischen Strategie und Schönheit herstellen als Xavi und Iniesta. Das macht die beiden so unwiderstehlich. Der Tiki-Taka-Stil der Spanier, er lebt auch ihretwegen weiter.

Triumph für die Fußball-Geschichtsbücher

Die Kurzpassstafetten, an denen sich wie üblich die halbe Mannschaft beteiligte, hypnotisierten die Italiener förmlich. Die Metapher wurde in diesen Wochen zwar sehr häufig bemüht, aber sie passte wunderbar: Wie im Handball belagerten die Spanier den gegnerischen Strafraum. Dann irgendwann tat sich die Lücke auf. Es folgten vier giftige Bisse der Iberer - in schnellen, präzisen Angriffen liegt der tiefe Sinn ihres Stils.

Überraschungs-Endspielteilnehmer Italien spielte vor allem in der ersten Hälfte gut mit, aber der Klasse des Gegners hatten sie am Ende dann doch nicht viel entgegenzusetzen. Dass das Finale durch weitere Tore der eingewechselten Torres (84.) und Mata (88.) letztlich so deutlich ausfiel, lag auch daran, dass das Team von Cesare Prandelli nach der Zerrung des dritten Einwechselspielers Thiago Motta rund eine halbe Stunde zu zehnt spielen musste.

Jetzt ist Spanien also in die Fußball-Geschichte eingegangen. Die Kombination aus Titeln bei EM, WM und wieder EM ist einmalig. Das krachende Feuerwerk nach der Pokalübergabe an die Mannschaft war die Belohnung. Als das Spektakel unten auf dem Rasen des Kiewer Olympiastadions vorbei war und der neue Tag in der Ukraine gerade begonnen hatte, tobten die Kinder der Spieler immer noch zwischen den Beinen ihrer Väter herum und erfreuten sich am glitzernden Konfetti. Nora und Leo, die beiden Kids von Fernando Torres, hatten ihren besonderen Spaß bei der Party in Rot. Aber dann war irgendwann auch für sie Zubettgehzeit. Ihr Vater nahm sie liebevoll auf den Arm, küsste beide und brachte sie zur Mutter. Es war eine rührende Szene. "Wir sind schon eine großartige Mannschaft", sagte hinterher Andres Iniesta. Eine Mannschaft für Rekorde und mit großartigen Typen – in jeder Beziehung.

Was halten Sie vom Triumph der Spanier? Ist die Mannschaft um Xavi, Iniesta und Co. das beste Nationalteam aller Zeiten? Diskutieren Sie mit. Auf Facebook in der Fankurve von stern.de.

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