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Dänemark Kamen früher, um Spiel zu sehen: Ungeduldige Fußballfans sorgen für Chaos in Impfzentrum

Einem Mann wird ein einem Impfzentrum in Dänemark eine Dosis mit einem Corona-Impfstoff injiziert (Archivfoto)
Einem Mann wird ein einem Impfzentrum in Dänemark eine Dosis mit einem Corona-Impfstoff injiziert (Archivfoto)
© Henning Bagger/Ritzau Scanpix/AP / DPA
In einem dänischen Impfzentrum sorgten Fußballfans für Chaos. Denn sie wollten das Spiel zwischen Dänemark und Russland nicht verpassen – und kamen deshalb weit vor ihren vereinbarten Terminen. Man hofft, dass sich das nicht wiederholt.

Fußballspiele und die Arbeit in Impfzentren haben eigentlich nichts miteinander zu tun. In einem Corona-Impfzentrum nahe dem dänischen Odense hat das EM-Spiel zwischen Dänemark und Russland am vergangenen Montag trotzdem für Chaos gesorgt.

Im Impfzentrum, das das Universitätskrankenhaus Odense betreibt, kamen mehrere dänische Fans viel zu früh zu ihren Impfterminen, wie der dänische öffentlich-rechtliche Rundfunk DR berichtet. Und das, weil sie das Fußballspiel – das Dänemark in Kopenhagen mit 4 zu 1 gewann – nicht verpassten wollten. 

Fans kamen früher, um EM-Spiel nicht zu verpassen

Sanne Thil Eriksen, Oberschwester und zuständig für die Impfungen, sagte dem Sender: "Einige von denen, die am Nachmittag und am Abend eine Impfung bekommen sollten, kamen einfach bewusst zu früh, in der Hoffnung schneller dranzukommen. Das hat unser gesamtes System enorm unter Druck gesetzt. Es war ziemlich chaotisch."

Dies habe dann zur Folge gehabt, dass die Impflinge, die tatsächlich pünktlich eintrafen, Schlange stehen mussten. Auf die Frage, warum einige so früh kamen, habe es geheißen: "Wir wollen nach Hause und Fußball gucken."

"Es war sehr bedauerlich und unangemessen und wir möchten alle auffordern, pünktlich zu erscheinen", so Eriksen. Nur so könne der Ablauf gewährleistet werden. "Wir sagten ihnen, wie wir die Sache sehen, und ließen sie dann in der Reihenfolge kommen, in der sie in der Schlange standen." Hätte man sie gebeten, später wiederzukommen, hätte dies noch größere logistische Probleme verursachen können, da es in der Gegend um das Impfzentrum von vornherein Verkehrsprobleme gebe. Laut Sanne Thil Eriksen gab es in beiden Richtungen zu dem Zentrum Staus.

Impflinge sollen pünktlich kommen

"Einige verloren die Geduld, aber wir konnten nichts anderes tun, als uns zu entschuldigen. Wir haben alles getan, um die Leute schnell durchzubringen."

Jeden Tag würden etwa 3000 Menschen geimpft – und am Samstag findet schon das nächste Dänemark-Spiel statt. Dann kämpfen Dänemark und Wales um den Einzug ins EM-Viertelfinale. Um 18 Uhr ist Anpfiff – das Impfzentrum schließt allerdings eine Stunde früher. Eriksen empfiehlt daher, pünktlich zum Impftermin zu kommen oder einen neuen Termin zu buchen, wenn dieser mit dem EM-Spiel nicht vereinbar sei.

In Dänemark sind nach Angaben der Gesundheitsbehörde SSI  vom Freitag 54,5 Prozent der Bevölkerung mindestens einmal geimpft. 30,3 Prozent sind vollständig geimpft.

rw

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