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Europa League: HSV erreicht Halbfinale - Wolfsburg ist raus

Der HSV hat dem Druck Stand gehalten: Mit einem souveränen Sieg gegen Standard Lüttich sind die Hamburger in das Halbfinale der Europa League eingezogen. Den entscheidenden Treffer erzielte ein HSV-Stürmer per Fallrückzieher. Wolfsburg scheiterte kläglich gegen Fulham.

Der Hamburger SV kann weiter vom Finale im eigenen Stadion träumen: Mit einem 3:1-Sieg gegen Standard Lüttich machten die Hamburger den Einzug in das Halbfinale der Europa League perfekt. Der deutsche Meister VfL Wolfsburg scheiterte durch eine 0:1-Niederlage im eigenen Stadion am FC Fulham.

Torgarant Mladen Petric hat nach den Hamburger Chaostagen dem höchst umstrittenen HSV-Trainer Bruno Labbadia vorerst den Job gerettet. Der kroatische Nationalspieler erzielte zwei Treffer zum 3:1 (2:1) im Viertelfinal-Rückspiel bei Standard Lüttich. Den Schlusspunkt setzte Paolo Guererro in der Nachspielzeit (90.+3).

Nur noch ein Schritt ins Finale


Bereits das Hinspiel hatte der HSV vor Wochenfrist mit 2:1 gewonnen. Damit ist der sechsmalige deutsche Meister, der zum neunten Mal in der Vereinsgeschichte ein Europacup-Halbfinale erreichte, nur noch einen Schritt vom Endspiel in Hamburg am 12. Mai entfernt. Nächster Gegner des HSV, der nach dem Flaschenwurf von Paolo Guerrero und der anhaltenden Trainerdiskussion turbulente Tage hinter sich hat, ist am 22. und 29. April nun Wolfsburg-Bezwinger FC Fulham.

"Wir haben verdient gewonnen und freuen uns auf das Halbfinale. Wir haben den Kampf angenommen und auch schöne Tore geschossen", sagte Hamburgs starker Torwart Frank Rost nach dem Match.

HSV-Erfolg trägt den Namen Petric


Der HSV-Erfolg im "Hexenkessel" von Lüttich trug dabei den Namen Petric. Erst war der Kroate in der 19. Minute per Kopf zur Stelle, ehe er mit einem Treffer der Marke "Tor des Jahres" die rund 3000 mitgereisten Hamburger Fans erneut jubeln ließ. Mit einem Fallrückzieher aus elf Metern ließ er Standard-Keeper Sinan Bolat keine Chance (35.). Für Petric waren es in der laufenden Saison die Europa-League-Treffer Nummer acht und neun. Zwischendurch hatte Lüttich-Kapitän Igor De Camargo zum Ausgleich getroffen (32.).

Damit dürfte der in der Kritik stehende HSV-Trainer Labbadia auch am Sonntag beim VfL Bochum auf der Bank Platz nehmen. Nach dem Absturz in der Bundesliga auf Platz sechs mit nur zwei Siegen aus den vergangenen elf Spielen hätte ein Ausscheiden des HSV wohl das Ende der zehnmonatigen Ära bedeutet. "Die Mannschaft hat einen tollen Job gemacht", lobte Labbadia sein Team.

Zuschauer warfen Gegenstände


Überschattet wurde das Spiel in der ersten Halbzeit von Zwischenfällen hinter dem HSV-Tor, als Lüttich-Zuschauer das Spielfeld mit Gegenstände eindeckten. Ein Feuerzeug traf dabei den Torrichter aus Portugal am Kopf.

Die Hamburger legten die reifere Spielanlage an den Tag. Der zweimalige Europacupsieger überbrückte schnell das Mittelfeld und sorgte somit immer wieder für Gefahr. So führte auch die erste große HSV-Chance zum Tor. Nach Flanke von Ze Roberto, die auch noch abgefälscht wurde, nickte Petric per Kopf zur Stelle (19.). Der Kroate war nach überstandener Adduktorenverletzung für den Schweden Marcus Berg zurück ins Team gerückt.

"Rüpel" Guerrero erzielt ein Tor


"Rüpel" Guerrero, der nach seinem Flaschenwurf auf einen Fan vom DFB-Sportgericht für fünf Meisterschaftsspiele gesperrt und zu einer Geldstrafe in Höhe von 20.000 Euro verurteilt worden war, stand wieder im Kader, musste aber bis zur 67. Minute auf der Bank Platz nehmen. Auf dem Platz wurde er auch zunächst nicht gebraucht. Da hatte der HSV ja Petric, der stets brandgefährlich war und seine starke Leistung mit dem Traumtor in der 35. Minute krönte, ehe er für Guerrero unter dem Jubel der HSV-Fans den Platz verließ.

Auch im zweiten Durchgang blieb der HSV gefährlich. Dabei hatte Superstar Ruud van Nistelrooy die große Chance zum dritten Treffer (49.). Doch auch Lüttich gab sich nicht auf und hatte durch Axel Witsel (54.) und Mbokani (60.) gute Chancen. Guerrero nutzte dann Sekunden vor dem Abpfiff noch eine Unaufmerksamkeit in der Abwehr der Belgier zum Endstand.

Wolfsburg scheiterte kläglicha


Die zweite deutsche Mannschaft scheiterte dagegen kläglich in der Runde der letzten Acht. Ein Blitztor nach 23 Sekunden schockte den VfL Wolfsburg so sehr, dass er nicht mehr ins Spiel fand. Der deutsche Meister verlor das Rückspiel gegen den FC Fulham mit 0:1 (0:1). Der prominenteste Fan der Engländer war Hollywood-Star Hugh Grant, der am Ende mit seinem Team jubeln konnte.

Der Schauspieler und bekennende Fulham-Fan drückte auf der Tribüne mit rund 1600 mitgereisten Anhängern erfolgreich die Daumen für seinen Lieblingsclub. Die Londoner, die bereits das Hinspiel mit 2:1 gewonnen hatten, profitierten von der schnellen Führung. Sie spielte den Gästen in die Karten und gab ihnen die nötige Sicherheit. Dagegen rannten die "Wölfe" über weite Strecken kopflos, nervös und letztlich erfolglos dem Rückstand hinterher. Erstmals seit 27 Pflichtspielen gelang dem VfL kein Tor.

Der große Wolfsburger Optimismus erhielt bereits vor dem Anpfiff einen Dämpfer. Abwehrspieler Alexander Madlung, Torschütze im Hinspiel, fiel mit einer Oberschenkelverletzung kurzfristig aus. Für ihn rückte Jan Simunek in die Innenverteidigung. Ehe sich der Tscheche richtig orientiert hatte, stand es bereits 0:1. Zamora tanzte Simunek aus und gegen den platzierten Schuss des Fulham-Goalgetters war VfL-Keeper Diego Benaglio machtlos. "Das war sehr ärgerlich und darf auf diesem Niveau nicht passieren", kritisierte der angeschlagene Madlung in der Halbzeit im TV-Sender Sky seine Mitspieler.

DPA/SID/tis / DPA

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