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Europa League Leverkusen kassiert Pleite und steht vor dem Aus

Im Achtelfinal-Hinspiel der Europa League unterlagen die hoch überlegenen Leverkusener gegen den FC Villareal mit 2:3 und gehen mit einer schweren Hypothek ins Rückspiel. Nilmar erzielte den letzten Treffer für die "U-Boote" erst in der Nachspielzeit.

Der Wirbel um Cheftrainer Jupp Heynckes und Ersatzbank-Verweigerer Michael Ballack hat doch Spuren hinterlassen: Nach einem Genickschlag in der Nachspielzeit steht Bayer Leverkusen vor dem Achtelfinal-K.o. in der Europa League. Gegen den FC Villarreal verlor der Tabellenzweite der Fußball-Bundesliga mit 2:3 (1:1) und kassierte die erste Niederlage im laufenden Wettbewerb. Im Rückspiel in einer Woche in Spanien droht den Bayer-Profis damit das Aus auf europäischer Ebene.

Vor den Augen des grimmig dreinblickenden Tribünengastes Ballack hatte Michal Kadlec (33. Minute) die Leverkusener mit 1:0 in Führung gebracht und Gonzalo Castro den Ausgleich zum 2:2 erzielt (72.). Doch der italienische Nationalspieler Giuseppe Rossi (42.) mit dem Ausgleich kurz vor der Pause, der Brasilianer Nilmar unmittelbar nach seiner Einwechslung (70.) und mit dem Siegtreffer in der Nachspielzeit (90.+4) verschafften dem Tabellenvierten der spanischen Liga ein perfektes Auswärts-Resultat.

"Die Null sollte stehen"

"Wir wollen nach vorne spielen und gewinnen, müssen aber auch aufpassen. Villarreal ist eine gefährliche Mannschaft, die Null sollte stehen", sagte Bayer-Sportchef Rudi Völler unmittelbar vor der Partie. Der zweite Teil seiner Forderung wurde noch vor der Pause pulverisiert, als Rossi eine Schläfrigkeit in der Bayer-Hintermannschaft ausnutzte und mit seinem Schuss ins lange Eck Schlussmann René Adler keine Abwehrchance ließ.

Nach vorne spielte die Werkself bis zu diesem Zeitpunkt nur bedingt. Zwar hatten Arturo Vidal (9.), Eren Derdiyok (13.) und Renato Augusto mit einem sehenswerten Freistoß (18.) gute Tormöglichkeiten, doch insgesamt machten die Gastgeber trotz eines optischen Übergewichts zu wenig Tempo in der Offensive.

Insgesamt erwiesen sich nach dem lockeren Einzug der Leverkusener in die Runde der besten 16 Teams die "Submarino amarillo" ("gelbes U-Boot") genannten Spanier als der erwartete Gegner auf Augenhöhe. Ohne Ballack, aber wieder mit Abwehrchef Sami Hyypiä und Derdiyok gelang es Bayer zunächst zu selten, den Gegner unter Druck zu setzen.

Beim Treffer stand Kießling im Abseits

In der 33. Minute war es der starke Kadlec, der sich im Mittelfeld den Ball schnappte, die Großzügigkeit seiner Gegenspieler ausnutzte und FC-Torwart Diego Lopez überwand. Nach dem Gegentreffer kurz vor der Pause brachte Heynckes in Halbzeit zwei Nationalstürmer Stefan Kießling, der mit einer schönen Direktabnahme ins Tor traf, dabei aber knapp im Abseits stand.

Nach 70 Minuten schien sogar die erste Niederlage im laufenden Wettbewerb zu drohen, als der für Rossi eingewechselte Nilmar nur wenige Sekunden nach dem Betreten des Platzes aus kurzer Distanz zum 1:2 traf. Nur Sekunden später gelang Castro die prompte Antwort. Nach Heynckes' Zögern bei der Verlängerung seines Vertrages, dem Wirbel um Ballacks Ersatzbank-Verweigerung und seine Zukunft im Nationalteam wäre ein klarer Heimsieg ein wichtiges Signal gewesen - doch kurz vor dem Schlusspfiff setzte es sogar noch die Niederlage.

nik/DPA DPA

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