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Europa League: Nullnummern für Schalke und Hannover

Statt Fußball-Leckerbissen gab es bloß karge Magerkost: Schalke 04 und Hannover 96 kamen zum Start der Gruppenphase in der Europa League über ein torloses Unentschieden jeweils nicht hinaus. Insgesamt lieferten beide deutsche Teams eher enttäuschende Leistungen ab.

Nach den Leckerbissen der Champions League bot Schalke 04 in der Europa League nur Magerkost. Beim rumänischen Pokalsieger Steaua Bukarest startete Schalke am Donnerstag mit einem 0:0 in die Gruppenphase. In einer ganz schwachen Fußball-Partie war der Königsklassen-Halbfinalist in Cluj zwar feldüberlegen, agierte aber nicht zwingend genug. Bukarest, das 1986 den damaligen Europapokal der Landesmeister gewonnen hatte, erspielte sich vor 18.000 Zuschauern keine echte Torchance.

Erst Stunden vor dem Spiel war klar: Torhüter Ralf Fährmann konnte trotz lädierten rechten Fußknöchels spielen. Nach dem 1:2 in Wolfsburg wechselte Trainer Ralf Rangnick die Schalker Anfangs-Elf auf zwei Positionen: Atsuto Uchida ersetzte Marco Höger, zudem lief in seiner rumänischen Heimat Neuzugang Ciprian Marica anstelle von Julian Draxler auf.

Schalke spielbestimmend aber ohne Torgefahr

Der Ex-Stuttgarter Marica hatte dann auch die erste Chance des Spiels (8.), schoss aber den Ball aus halblinker Position einen Meter über das Tor. Schalke war zunehmend die spielbestimmende Mannschaft, ohne allerdings aus seinem Ballbesitz Kapital zu schlagen. Allein ein Kopfball von Raúl (35.) in dessen ersten Europa-League-Spiel sorgte noch einmal für so etwas wie Gefahr. Schalke machte nicht mehr als nötig, Bukarest konnte hingegen überhaupt keine Offensivbemühungen vorweisen. Die erste Halbzeit war für die mitgereisten Schalker Fans die Reisestrapazen nicht wert.

Erst Mitte der zweiten Hälfte nahm Schalkes Spiel wieder Fahrt auf und der Bundesliga-Sechste erspielte sich die größte Torchance: Farfáns Hereingabe setzte Klaas-Jan Huntelaar an die Latte (65.). Der lädierte Schlussmann Fährmann wurde weiter nicht geprüft, die Gastgeber wollten vor allem kein Gegentor kassieren und konzentrierten sich ganz auf die Defensive.

Auch keine Tore in Hannover

Knapp einen Monat nach den Fußballfesten gegen den FC Sevilla ist Hannover 96 in der grauen Realität der Europa League angekommen. Im ersten Gruppenspiel musste sich der Bundesligist mit einem mageren 0:0 gegen Standard Lüttich zufrieden geben. Der defensivstarke belgische Pokalsieger ließ am Donnerstag nur wenige Chancen der zumeist ideenlos angreifenden Niedersachsen zu. Statt begeisterndem Fußball sahen die 42.450 Zuschauer über weite Strecken nur biederes Handwerk.

Durch das Heimremis ist 96 schon nach einem Spieltag in der Gruppe B unter Zugzwang. Am 29. September müssen die Deutschen beim ukrainischen Vertreter Worskla Poltawa mehr zeigen.

Schlaudraff trifft nur die Latte

Die Fans hatten auf diesen Abend hingefiebert. Doch ihre Euphorie sprang nicht auf die Mannschaft über. Zwar erspielten sich die Gastgeber Feldvorteile, doch zündende Ideen und klare Torchancen waren Mangelware. Immer wieder fehlte die Präzision beim letzten Pass.

Auch die Rückkehr des zuletzt verletzten Mohammed Abdellaoue brachte keinen Schwung in den Angriff der Niedersachsen. Der Norweger wirkte noch lange nicht fit nach seiner Oberschenkelverletzung und wurde in Halbzeit zwei durch Didier Ya Konan ersetzt. So war eine Einzelleistung von Jan Schlaudraff (40.) noch die beste Chance, als er mit einem feinen Lupfer über Standard-Torwart Sinan Bolat nur die Latte traf.

Hannover selbst geriet gegen die biederen Belgier selten in Gefahr. Lüttich überzeugte lediglich mit einer sicheren Deckung, Offensivaktionen hatten Seltenheitswert. So fiel der Ausfall des Linksverteidigers Christian Schulz in der 96-Deckung kaum ins Gewicht.

Kein Schwung, keine Ideen

Nach der Pause wurde die Überlegenheit des Bundesligisten noch größer. Aber weiterhin dasselbe Bild: kein Schwung, kaum Ideen, wenige Chancen. So tauchte Ya Konan (66.) einmal bei einem Kopfball gefährlich vor dem Tor der Gäste auf. Der Tabellensechste der Vorsaison der belgischen Jupiler League verlegte sich auf das Kontern. 96 hatte Glück, dass die Lütticher die Schnellangriffe nicht konsequent zu Ende spielten.

In der Schlussphase brachte der eingewechselte Moritz Stoppelkamp den lange vermissten Schwung in das 96-Spiel. Sein Schlenzer in der 83. Minute flog am Standard-Gehäuse vorbei. Am Ende konzentrierten sich die Belgier nur noch auf das Halten des Ergebnisses.

kng/DPA / DPA

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