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Europa League Schalke mit trister Nullnummer bei Steaua Bukarest


Kein Gegentor kassiert, einen Punkt geholt und das beim vermeintlich stärksten Gegner der Vorrundengruppe J der Europa League - das waren die guten Nachrichten bei Schalkes Gastspiel in Cluj gegen Steaua Bukarest. Der Rest war schwer verdauliche Fußball-Kost. 

Schalke 04 ist mit einem tristen 0:0 bei Steaua Bukarest in die Europa League gestartet. In einem niveauarmen Spiel lieferten die Königsblauen gegen einen harmlosen Gegner einen uninspirierten und leblosen Auftritt ab. 

Die größte Aufregung gab es wenige Tage vor dem Spiel, als die UEFA die Partie von Bukarest ins rund 400 Kilometer entfernte Cluj verlegte. Grund war der ramponierte Rasen im Nationalstadion von Bukarest. Das Grün war noch nicht richtig angewachsen, als das Länderspiel zwischen Rumänien und Frankreich in der neuen Arena ausgetragen wurde.

Nun ist der Rasen nicht mehr bespielbar und da aus Sicherheitsgründen ein Ausweichen in die Stadien der Steaua-Rivalen in Bukarest nicht infrage kam, ging es in die Hauptstadt von Transsilvanien. Eine Chance bleibt Schalke aber noch, in dieser Spielzeit die Arena von Steaua kennenzulernen, dafür müssen die Knappen allerdings ins Finale der Europa League einziehen. Das wird nämlich, wenn der Rasen es zulässt, im Nationalstadion in Bukarest ausgetragen.

So weit ist es aber noch nicht, zunächst muss sich Schalke in der Gruppenphase noch mit Maccabi Haifa und Larnaka auseinandersetzen. Die Israelis gewannen ihr Heimspiel übrigens mit 1:0.

Marica darf in der Heimat ran 

Ralf Rangnick nahm im Vergleich zur Niederlage in Wolfsburg zwei Veränderungen vor. Ciprian Marica durfte in seiner rumänischen Heimat von Beginn an ran. Er ersetzte auf der linken Seite Julian Draxler, rechts in der Viererkette kam Atsuto Uchida für Marco Höger. Torwart Ralf Fährmann lief trotz Knöchelverletzung auf.

14.000 Zuschauer hatten den Weg ins Dr.-Constantin-Radulescu-Stadion gefunden, darunter sollen auch einige Schalker gewesen sein, die nach der kurzfristigen Verlegung eine abenteuerliche Anreise hinter sich hatten. Entschädigt wurden sie spielerische dafür zunächst nicht. Die erste Halbzeit war an Langeweile kaum zu überbieten. Steaua kam nicht ein einziges Mal wirklich gefährlich in den Schalker Strafraum.

Schalke schien einen Augenblick lang abzuwarten, ob von den Gastgebern irgendetwas kam, als das nicht der Fall war, übernahmen die Königsblauen zumindest die Spielkontrolle. In der achten Minute wurde das sogar gefährlich. Jefferson Farfan zog von der rechten Seite in die Mitte und leitete die Kugel zu Marica weiter. Der suchte auch gleich den Abschluss, verfehlte das Tor jedoch um rund einen Meter.

Lange nichts, dann Raul

Das sollte für lange Zeit die letzte nennenswerte Aktion gewesen sein. Stattdessen häuften sich auf beiden Seiten Fehlpässe und Missverständnisse. Schalke agierte viel zu langsam und uninspiriert im Spielaufbau, ziemlich emotionslos plätscherte die Partie vor sich hin.

Dass es auch anders ging,  zeigte die 35. Minute, als Christian Fuchs Raúl mit einer Flanke bediente und der Spanier in seinem ersten richtigen Europa League-Spiel an Keeper Ciprian Tatarusanu scheiterte. So ging es in die Pause. Es blieb die berechtigte Hoffnung, dass es eigentlich nur besser werden konnte, doch auch das erwies sich schnell als Fehleinschätzung.

Keine Besserung nach der Pause

Schalke tat viel zu wenig, um die erschreckend harmlosen Rumänen in Verlegenheit zu bringen. Keine Leidenschaft, keine Ideen, kein Tempo - die Königsblauen wussten mit ihrer optischen Überlegenheit rein gar nichts anzufangen. Nach 60 Minuten gab es den nächsten gelungenen Angriff zu bestaunen. Farfan ging bis zur Grundlinie durch und passte flach in die Mitte. Klaas Jan Huntelaar nahm den Ball direkt, traf aber nur die Latte.

Zu einem bemerkenswerten Doppelwechsel kam es in der 73. Minute. Während Ralf Rangnick Draxler für Marica brachte, bekam der Schiedsrichterassistent eine neue Fahne gereicht. 

Und Steaua? Das Team wurde hinten selten geprüft und versuchte selbst so gut wie gar nicht nach vorne zu spielen. Den ersten Schuss in Richtung Tor gab es in der 77. Minute zu verzeichnen. Brandan verzog jedoch um einige Meter. Der Versuch einer Schwalbe des eingewechselten Rusescu im Strafraum sieben Minuten vor dem Ende  war da schon die einzig weitere nennenswerte Aktion. Nach fünfminütiger Nachspielzeit hatte auch Schiedsrichter Koukoulakis endlich genug gesehen und pfiff das Spiel ab. 

Letztlich ist das Remis für Schalke kein Beinbruch, auch wenn mit ein wenig Engagement gegen einen schwachen Gegner mehr drin gewesen ist. Vielleicht waren die Knappen gedanklich auch schon ein Stück weiter, am Wochenende kommt es in der Bundesliga zum Duell mit dem FC Bayern und da wird Schalke sicherlich deutlich leidenschaftlicher zu Werke gehen. 

Lars Ahrens

sportal.de sportal

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