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Ex-Premier-League-Schiedsrichter Mark Clattenburg schießt gegen Jürgen Klopp: "Mieser Verlierer"


Auf Jürgen Klopp ist der englische Ex-Schiri Mark Clattenburg nicht gut zu sprechen. Er bezeichnet den Liverpool-Coach als schlechten Verlierer.

Der langjährige Premier-League-Referee Mark Clattenburg (46) hat in seiner Autobiographie Whistle Blower über seine Erfahrungen im Fußball berichtet. Dabei kommen die Trainer-Ikonen Jürgen Klopp und Jose Mourinho alles andere als gut weg.

Dass das Verhältnis zwischen Klopp und Clattenburg nicht besonders gut ist, ist nichts Neues. In seiner am 30. September erscheinenden Autobiographie, aus der die Daily Mail vorab Auszüge veröffentlichte, erzählt Clattenburg, der insgesamt 13 Jahre lang in der Premier League aktiv war, von weiteren Zusammenstößen mit Klopp.

"Brillanter Trainer. Mieser Verlierer", lautet Clattenburgs Urteil. Er habe Klopp im April 2014 zum ersten Mal in der Champions League getroffen. Damals verlor Borussia Dortmund das Viertelfinal-Hinspiel gegen Real Madrid mit 0:3. Anschließend sei Clattenburg von Marcelo und dessen Frau um ein Foto gebeten worden. "Es war ein privates Foto auf ihrem Handy, also habe ich gesagt: 'Ja, kein Problem'." In diesem Moment sei Klopp vorbeigekommen: "'Oh, deshalb wurden wir also besiegt oder wie?', sagte er. Er hat keinen Spaß gemacht und war nicht freundlich, er war sarkastisch."

Er selbst habe dem Deutschen allerdings Kontra gegeben, berichtet Clattenburg: "'Ihr hattet Glück, dass ihr nur 0:3 verloren habt', sagte ich. Es hat mich genervt, wenn Trainer in der Niederlage keine Größe zeigen konnten." Im Januar 2017 sei er in der Premier League zum letzten Mal auf Klopp getroffen. Dieser habe ihn gemeinsam mit Jordan Henderson in seiner Kabine aufgesucht, um die Kader-Auflistung abzugeben.

"Es war bizarr, er stand da und hat mich angestarrt, für etwa 30 Sekunden. Ich habe nur zurückgestarrt", erinnert sich Clattenburg. "Ich konnte sehen, dass Jordan so ein bisschen gedacht hat: 'Was zur Hölle geht hier vor sich?' Dachte Klopp, dass ich dumm bin? Ich wollte mich von ihm nicht mobben lassen. Er ging und ich dachte mir nur: 'Was für ein seltsamer Typ.'"

"Geh verdammt nochmal aus meiner Umkleide!": Clattenburg über Jose Mourinhos Psychotricks

Ebenfalls im Januar 2017 suchte Jose Mourinho Clattenburg im Anschluss an ein Spiel in dessen Kabine auf. Der Portugiese habe ihm vorgeworfen, bei einer Elfmeter-Entscheidung falsch gepfiffen zu haben: "Er hat immer weiter geredet. Halt die Klappe, Mann, okay? Ich habe meinen Schuh aufgehoben und ihn gegen die Wand neben ihm geschmettert. 'Geh verdammt nochmal aus meiner Umkleide. Raus!'"

Mourinho habe auf diesen Wutausbruch "wie versteinert" reagiert, berichtet Clattenburg: "Er wusste nicht, was er sagen sollte. Ich hatte die Nase so voll von all den lächerlichen Psychotricks." In ihm selbst sei noch am gleichen Tag die Entscheidung gereift, die Premier League zu verlassen: "'Weißt du was', habe ich mir gedacht: 'Ich kann mich mit solchen Idioten nicht mehr rumschlagen'." Wenig später wechselte Clattenburg aus England zum Verband Saudi-Arabiens.

Clattenburg über Rassismus-Vorwurf: Alex Ferguson rief mich an

Clattenburg schilderte zudem, wie er mit dem Rassismus-Vorwurf von Chelseas John Obi Mikel umgehen musste. Im Oktober 2012 war ihm vorgeworfen worden, Mikel als "Affen" bezeichnet zu haben, Wochen später wurde er freigesprochen. "Es war furchterregend. Es stand der Champions-League-Sieger gegen einen Referee - wem würde man glauben?", so Clattenburg. "Es gab viele Tränen. Das hätte mein Leben ruinieren können. Schuldig, bis deine Unschuld bewiesen ist, so funktioniert das in England."

In einer dunklen Stunde habe ihn dann Manchester Uniteds Trainer Alex Ferguson angerufen: "'Ich habe mit meinen Spielern gesprochen und sie haben nichts von dem gehört, was Chelsea dir vorwirft. Wir glauben nicht, dass du das gesagt hast. Ich glaube an Fairness, deshalb werden wir dich unterstützen'."

Die Vorwürfe fielen am Ende in sich zusammen, Mikel wurde zudem drei Spiele dafür gesperrt, dass er wutentbrannt in Clattenburgs Kabine gestürmt war. "Drei Spiele? Ich dachte, der Verband will mich verarschen", schildert Clattenburg. "Er hätte für den Rest der Saison gesperrt werden müssen, wenn nicht länger." Er habe am Ende trotz seiner Unschuld mehr Spiele verpasst als Mikel.

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