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FC Bayern: Fit für den Bundesliga-Auftakt

Zwei Siege und neue Freunde - mit dieser positiven Bilanz ist der FC Bayern aus Japan zurückgekehrt. Und: Oliver Kahn wird beim Bundesligaauftakt zwischen den Pfosten stehen.

"Wir haben wunderbare Tage gehabt. Die Mannschaft hat toll mitgezogen, und ich denke, dass wir auf einem guten Weg sind", sagte Trainer Felix Magath. Oliver Kahn meldete sich beim 3:1- Testspielsieg gegen Jubilo Iwata zurück: "Ich habe überhaupt nichts mehr gespürt. Ein großer Dank an die Physiotherapeuten und Ärzte. Sie haben tolle Arbeit geleistet", sagte Kahn, dessen Einsatz gegen Borussia Mönchengladbach in der Allianz Arena nichts mehr im Wege steht.

Gelungene Generalprobe für Kahn

Die Partie im Tokioter Nationalstadion war Kahns einziges Spiel über 90 Minuten in der Vorbereitung. Auch wegen des verspäteten Einstiegs ins Training nach dem Confederations-Cup hatte der Kapitän zuvor nur im Testspiel gegen den Bonner SC eine Halbzeit lang im Tor gestanden.

"Das war heute mein erstes Spiel unter ernsthaften Bedingungen", sagte Kahn nach der gelungenen Generalprobe durch die Tore von Michael Ballack und Paolo Guerrero. Wegen Rückenproblemen hatte Kahn im Ligapokal gegen den VfB Stuttgart und beim ersten Japan-Test gegen den FC Tokio gefehlt. Nur Zuschauer war Bastian Schweinsteiger. Wegen Achillesproblemen ist der Einsatz des Jung- Nationalspielers fraglich. Da auch Sebastian Deisler noch Trainingsrückstand hat, ist das Bundesligadebüt des iranischen Nationalspielers Ali Karimi nicht ausgeschlossen. Magath: "Er hat gezeigt, dass er ein Klassespieler ist."

Millionenpoker um Michael Ballack

Am Rande des mit zwei Millionen Euro Gage dotierten Japan-Trips war der Millionenpoker um Michael Ballack ein zentrales Thema im Bayernlager. In Tokio wurden erste konkrete Verhandlungen mit Ballack-Berater Michael Becker über ein Verlängerung des am Saisonende auslaufenden Vertrags des Nationalspielers geführt. "Die Zahlen liegen auf dem Tisch. Wir sind bis an unsere Schmerzgrenze gegangen. Mal sehen, ob es reicht", sagte Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge. Das auf derzeit fünf Millionen Euro taxierte Jahresgehalt soll angehoben werden. Die in den Medien genannte Summe von zehn Millionen Euro hatte Uli Hoeneß schon mehrfach ausgeschlossen. Der Manager erwartet, dass "in sechs bis acht Wochen" eine Entscheidung fällt.

Als lohnend wertete Hoeneß die strapaziöse Reise bei der Absicht, die Marke FC Bayern auf asiatischen Markt zu etablieren und dabei den Rückstand auf die schon länger dort aktiven Clubs Real Madrid und Manchester United zu verringern. "Wir müssen aufholen, was die anderen an Vorsprung haben, und versuchen, mittelfristig für den FC Bayern und den deutschen Fußball neue Märkte zu erschließen", sagte Hoeneß, der mit dem Auftritt der Mannschaft sehr zufrieden war: "Sie hat sich hervorragend präsentiert. Das war total professionell."

Reisen nach Fernost

Ein konkretes Ergebnis war die beschlossene Kooperation mit dem vom früheren Nationalspieler Guido Buchwald trainierten J-League-Club Urawa Red Diamonds. Inhalt der Joint-Venture-Partnerschaft wird unter anderem ein reger Austausch im Jugendbereich sein. In den nächsten Wochen wird eine Delegation der Red Diamonds nach München reisen, um weitere Details der Partnerschaft zu besprechen. Im Gegenzug plane man für die Zukunft regelmäßige Reisen nach Fernost, sagte Rummenigge, "aber es ist noch nicht entschieden, ob wir nach Japan oder nach China gehen."

Dieter Hausmann/DPA / DPA

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