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Robben- und Badstuber-Verletzung: Guardiolas gefährliches Spiel mit der Gesundheit

Arjen Robben, Holger Badstuber, Medhi Benatia - Pep Guardiola schickte in den vergangenen Wochen immer wieder Spieler kurz nach langer Verletzungspause aufs Feld. Warum die Einstellung gefährlich ist.

Eine Analyse von Felix Haas

Pep Guardiola schickte Robben im DFB-Pokal-Halbfinale auf den Rasen

Pep Guardiola schickte Robben im DFB-Pokal-Halbfinale auf den Rasen

Pep Guardiola kann natürlich nichts dafür, wenn sich einer seiner Spieler verletzt. Erst recht nicht wenn ein Torwart einem seiner Spieler mit voller Wucht ins Gesicht faustet, dass dessen Knochen brechen. Guardiola kann auch nichts dafür, wenn sich ein lange am Bauchmuskel verletzter Spieler einen Muskelbündelriss in der Wade zuzieht. Und doch liegt, vor allem aufgrund des zweiten Falles, des Falles von Arjen Robben, die Frage in der Luft: Nimmt Guardiola es nicht so genau mit der Gesundheit seiner Spieler?

Pep Guardiola hat in einem Gespräch mit dem ZDF seine Sicht der Dinge bereits dargelegt. Er wählte Worte von erstaunlicher Offenheit. Er sagte: "Ich möchte nur, dass meine Spieler möglichst schnell wieder zurückkehren. Wenn sie acht Wochen verletzt sind, vielleicht schon nach sieben Wochen. Bei vier Wochen Pause vielleicht nach drei. Das ist alles, was ich will."

Guardiola ist allein auf Optimierung bedacht

Es ist wohl jene Sicht der Dinge, die das Verhältnis zum langjährigen Bayern-Arzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt erst abkühlen ließ und nachher für eine Eskalation sorgte. Guardiola ist als Trainer auf permanente Optimierung bedacht, seine Aussagen belegen: Sein Optimierungswille erschöpft sich nicht bei der besten Taktik oder der optimalen Aufstellung.

Er schickte also #linK;http://www.stern.de/sport/fussball/arjen-robben-90283540t.html;Robben# gegen den BVB auf den Platz, er ließ Holger Badstuber in der Champions League gegen Porto über 90 Minuten spielen (vermutlich mit starken Schmerzmitteln - wie sonst sollte es möglich sein, einen Muskelriss erst nach Spielschluss zu bemerken?) und er beorderte mit Medhi Benatia nach seinem Muskelfaseriss gleich den nächsten in die Startelf, der lange gefehlt hatte (Benatia humpelte nach dem BVB-Spiel durch die Katakomben).

Mediziner sollte grünes Licht geben

Müller-Wohlfahrt ist als Arzt bekannt, der den ganzheitlichen Aspekt einer Verletzung analysiert. Will heißen, wenn sich Robben am Bauchmuskel verletzt, schaut Müller-Wohlfahrt vielleicht auf den Rücken. Und wenn sich Robben nun an der Wade verletzt, schaut der Arzt vielleicht auf den Bauch. Was Müller-Wohlfahrt vom Robben-Einsatz gegen Dortmund hielt, ist nicht klar. Robben bestätigte, dass er weiter seine Experte-Einschätzung zurate ziehen werde. Vielleicht gab der ehemalige Bayern-Doc also auch sein Einverständnis zu einem Einsatz.

Dennoch belegen Guardiolas Aussagen, dass der Trainer Druck macht, dass er seine Spieler so schnell wie möglich wieder auf dem Platz haben will. Bedenken sollte er nur: Wenn Spieler und Trainer selber entscheiden, wann eine Verletzung auskuriert ist, dürfte die Gefahr einer frühzeitigen Folge-Verletzung deutlich größer sein, als wenn der erfahrene Mediziner grünes Licht gibt. Klar ist aber genauso: Nichts kann absolut vor Verletzungen schützen. #linK;http://www.stern.de/sport/fussball/robert-lewandowski-91037398t.html;Robert Lewandowskis# Kieferbruch ist dafür das beste Beispiel.

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