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FC Bayern München: Geiz ist ungeil

"Der FC Bayern wird Zeichen setzen", sagt Franz Beckenbauer. Vor der Sitzung von Vorstand und Aufsichtsrat sind sich beim deutschen Rekordmeister plötzlich alle einig: Der Umbruch muss her, ganz egal, was er kostet. Viel Geld soll ein prominenter Abgang einbringen.

Franz Beckenbauer hat kurz vor der gemeinsamen Sitzung von Vorstand und Aufsichtsrat des FC Bayern München den geplanten großen personellen Umbruch beim deutschen Fußball-Rekordmeister als unabdingbar bezeichnet. "Der FC Bayern wird Zeichen setzen. Dass man an der Spitze der Bundesliga nicht mehr mithalten kann, hat uns sehr zu denken gegeben. Es muss eine Mannschaft her, die wieder Leidenschaft und Einsatzwillen zeigt", sagte der Vereinspräsident und Aufsichtsratsvorsitzende dem Pay-TV- Sender "Premiere" am Montag vor der Zusammenkunft in München.

Der von Karl-Heinz Rummenigge angeführte Vorstand des FC Bayern hat für den mit Rekordausgaben geplanten Umbruch seiner Mannschaft auch die volle Unterstützung seines Anteilseigners adidas erhalten. "München muss investieren", sagte der Vorstandsvorsitzende des fränkischen Sportartikelherstellers, Herbert Hainer, am Montag in Berlin.

"Wir werden reichlich anders bestückt sein"

Hainer glaubt zwar, dass der deutsche Rekordmeister auch gute Spieler finden könne, die nicht 20 oder 25 Millionen Euro kosten. Aber es werde "sich nicht vermeiden lassen, dass der Eine oder Andere in dieser Größenordnung" verpflichtet werden müsse, damit der FC Bayern nicht nur national, sondern auch international wieder nach vorne komme. Sportlicher Erfolg sei für einen Verein die Basis, langfristig auch betriebswirtschaftlich Erfolg zu haben. adidas hält zehn Prozent der Anteile an der FC Bayern AG.

Der Vorstand wollte dem neunköpfigen Aufsichtsrat, dem auch Hainer angehört, am Montagabend das bislang geschnürte Personal-Paket für die kommende Saison vorstellen, in der die Bayern nach der erstmals seit zehn Jahren verpassten Champions-League-Teilnahme wieder Meister werden wollen. "Wir werden präsentieren, was klar ist", kündigte Manager Uli Hoeneß an. Wissend fügte er hinzu: "Und wir werden reichlich anders bestückt sein."

Der Öffentlichkeit will Hoeneß jedoch erst in zwei bis drei Wochen das "ganze Paket" mit womöglich bis zu sieben neuen Spielern vorstellen. Rummenigge sprach vorab bereits von einem Umbruch in einer "neuen Dimension".

25 Millionen Euro für Hargreaves?

Bisher stehen Hamit Altintop (FC Schalke 04), Jan Schlaudraff (Alemannia Aachen) und der Argentinier José Ernesto Sosa (Estudiantes de La Plata) als Neuzugänge beim Tabellenvierten fest. Dazu gilt der vermutlich um die 20 Millionen Euro teure Transfer des italienischen Torjägers Luca Toni (AC Florenz) als sicher.

Die deutschen Nationalspieler Marcell Jansen (Borussia Mönchengladbach) und Miroslav Klose (Werder Bremen) werden weiterhin als Neuzugänge gehandelt. Dazu ist auch eine Rückkehr von Zé Roberto aus Brasilien weiter im Gespräch. Hoeneß hatte kürzlich erklärt, dass man bisher noch alle Akteure bekommen habe, die man gewollt habe.

In der Vorwoche hatte der Manager angekündigt, für neue Spieler "Geld auszugeben, wie noch nie". Ein hoher eigener Transfererlös winkt bei dem sich abzeichnenden Wechsel des englischen Nationalspielers Owen Hargreaves zu Manchester United. Nach einem Bericht des Fachmagazins "kicker" (Montag-Ausgabe) sollen die Bayern mit dem neuen englischen Meister inzwischen Einigung über die finanzielle Entschädigung erzielt haben. Demnach soll der deutsche Rekordmeister für den Mittelfeldspieler, der in München noch einen Vertrag bis 2010 besitzt, 25 Millionen Euro plus Zuschläge bei sportlichen Erfolgen von Manchester erhalten.

DPA

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