FC Bayern Rummenigge übt leise Kritik an Kahn


Nach zwei sieglosen Spielen in der Bundesliga kriselt es bei den Bayern: Ottmar Hitzfeld verschärft das Training, Ze Roberto versteht die Fußballwelt nicht mehr, und Vorstandschef Rummenigge übt leise Kritik an Kahn - bisher ein Tabu.

Der Chef übt vorsichtige Kritik an Oliver Kahn, Ottmar Hitzfeld verschärft das Training, und Zé Roberto verwickelt sich in Widersprüche - nach zwei Bundesligaspielen ohne Sieg kriselt es beim deutschen Rekordmeister FC Bayern München. Dem Vorstand machen vor allem die sportlichen Schwächen in der Abwehr zu schaffen.

Ze Roberto versteht die Fußballwelt nicht mehr

Für den größten Wirbel sorgte Ze Roberto. Er war vom DFB-Sportsgericht wwegen einer Tätlichkeit gegen Leverkusens Lucio für drei Spiele gesperrt worden. Am Montagabend hatte der brasilianische Nationalspieler im Bayerischen Fernsehen dieses Urteil mit harschen Worten kommentiert und sogar mit Abschied gedroht. Wörtlich sagte er: "Wenn man wegen solcher Kleinigkeiten vom Platz gestellt wird, dann muss man sich nach anderen Ländern mit anderen Kulturen umschauen, wo man besser weiterspielen kann und nicht vom Platz gestellt wird". 14 Stunden später folgte der Rückzieher. "Ich fühle mich hier superwohl, alle meine Träume werden hier wahr. Ich könnte nicht glücklicher sein", sagte der Mittelfeldstar am Dienstag und sieht keinen Anlass, Deutschland zu verlassen. «In fünf Jahren habe ich mich hier eingewöhnt, an Klima und Lebensweise angepasst. Mein Sohn ist hier geboren, und meiner Frau gefällt es hier." Das Urteil selbst verstehe er allerdings immer noch nicht.

Kahn hält keinen "Unhaltbaren" mehr

Die Vereinsleitung beschäftigen allerdings besonders die sportlichen Probleme. Vor allem in der Verteidigung sind Probleme nicht zu übersehen. Zum ersten Mal wird auch Torwart Oliver Kahn kritisch ins Visier genommen. "Bei den Gegentoren hat er keine Chance. Nur: Früher hat er auch mal einen Unhaltbaren pariert. Da muss er wieder hinkommen", sagte Rummenigge in der "Abendzeitung» an die Adresse des Nationaltorhüters, der beim 3:3 gegen Leverkusen schon zum dritten Mal drei Gegentreffer kassiert hatte.

Hoeneß vermisst Aggressivität im Bayern-Spiel

Mit zehn Gegentoren in sechs Spielen haben die Bayern den schlechtesten Saisonstart seit 26 Jahren hingelegt. «Wir haben einige Punkte liegen lassen, deswegen können wir nicht zufrieden sein», gestand Rummenigge. Er warf der Mannschaft vor, sie würde immer erst wütend und aggressiv, wenn sie in Rückstand gerate. Das mangelnde Zusammenspiel zwischen Defensive und Offensive sowie die unterschiedlichen Auffassungen der Führungsspieler über die taktische Ausrichtung sind für den Bayern-Boss weitere Gründe.

"Kahn spielt gerne aus einer starken Defensive, Ballack mag es offensiver», meinte Rummenigge, der deswegen aber keine Konflikte und Probleme in der Hierarchie befürchtet: "Wir haben die beiden herausragenden Spielerpersönlichkeiten Deutschlands unter Vertrag. Da sind Reibungspunkte unvermeidbar." Auch Uli Hoeneß äußerte sich besorgt über die derzeitige Verfassung des Rekordmeisters. "Die Mannschaft attackiert noch nicht so, wie es nötig wäre, um dem Gegner den Schneid abzukaufen oder den Spielfluss zu stören", erklärte der Manager in der Münchner "tz".

Härteres Training angekündigt

Ottmar Hitzfeld hat bereits reagiert und verschärft in dieser Woche das Training. "Dienstag und Mittwoch ist Großkampftag", so der Bayern-Trainer, der seine Stars an diesen Tagen jeweils zwei Mal zum Training bestellte. Vor dem Bundesliga-Gastspiel am Samstag bei Hansa Rostock und dem Champions-League-Spiel am kommenden Dienstag beim RSC Anderlecht will er mit intensivem Training "die Spieler topfit bekommen, die es noch nicht sind".

DPA

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