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Freies Training in Bahrain: Ferrari lässt Silberpfeile Staub schlucken

Von der heftigen Niederlage gegen die Silberpfeile in Malaysia scheint Ferrari erholt: In der Wüste von Bahrain hat Scuderia-Pilot Kimi Räikkönen im Training die Konkurrenz abgehängt. Der beste deutsche Fahrer Nick Heidfeld zeigte sich im BMW zufrieden.

Die Silberpfeile wollen den Formel-1-Titelrivalen Ferrari erneut in die Wüste schicken. Nach dem Doppelsieg in Malaysia mussten Fernando Alonso und Lewis Hamilton in ihrem McLaren-Mercedes am Freitag im Training zum Großen Preis von Bahrain Kimi Räikkönen im Ferrari zwar zwei Mal die Vorfahrt überlassen, doch Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug war nach dem Kräftemessen trotzdem optimistisch. "Es war ziemlich ausgeglichen, ähnlich wie beim letzten Rennen. Die Top Fünf lagen innerhalb nur zweieinhalb Zehntelsekunden. Wir waren sehr konstant unterwegs", sagte Haug nach der zweiten Übungseinheit auf der 5,412 Kilometer langen Strecke in Sachir.

Nach der empfindlichen Niederlage in Sepang gegen die Silberpfeile nährte Ferrari-Pilot Räikkönen in den beiden anderthalbstündigen Trainingseinheiten zum Grand Prix in Sachir die Hoffnungen der Italiener. McLaren-Mercedes lag vor dem dritten Saison-Rennen am Sonntag mit dem Briten Lewis Hamilton auf den Plätzen drei und zwei sowie Weltmeister und Malaysia-Sieger Fernando Alonso als Vierter und Fünfter aber nicht weit dahinter.

Heidfeld ist zufrieden

Für die deutschen Fahrer lief es höchst unterschiedlich. BMW-Pilot Nick Heidfeld bestätigte die gute Form aus den ersten beiden Rennen und fuhr auf die Plätze sechs und sieben. "Bei mir lief alles problemlos. Ich bin recht zufrieden. Vor allem mit den Longruns", sagte der WM-Vierte aus Mönchengladbach, der von einem angeblichen Streit mit seinem Kollegen Robert Kubica wegen einer Kollision beim Rennen in Malaysia nichts wissen wollte: "Auf der Strecke kämpfen wir, außerhalb der Strecke verstehen wir uns gut." Der Pole beeindruckte im zweiten Durchgang als Dritter, noch vor dem Brasilianer Felipe Massa im zweiten Ferrari.

Der Wiesbadener Nico Rosberg wurde im Williams Neunter und Achter. Ralf Schumacher behielt trotz der Ränge 13 und 18 im bisher unterlegenen Toyota seinen Optimismus. "Es läuft alles hervorragend. Es hat wenig damit zu tun, wo man steht am Freitag", sagte er. Schnell war der Kerpener zumindest in der Boxengasse. Im ersten Training war er mit 67,2 Stundenkilometern durch die Gasse gefahren, 60 Stundenkilometer sind erlaubt. Er muss umgerechnet 1000 Euro Strafe zahlen. Adrian Sutil erfüllte im Spyker mit dem 21. und 18. Platz die Erwartungen.

Deutsches Quartett konnte nicht eingreifen

In das Spitzenduell konnte das deutsche Quartett nicht eingreifen. Am Vormittag lag Räikkönen in 1:33,162 Minuten um 0,517 Sekunden vor seinem brasilianischen Teamkollegen Felipe Massa. Dahinter folgten der Brite Hamilton in 1:34,110 Minuten, der WM-Führende Alonso lag in 1:34,161 Minuten knapp dahinter. Im zweiten Abschnitt schrumpfte der Vorsprung von Räikkönen, der in der Qualifikation am Samstag und beim Rennen am Sonntag vor allem auf seinen neuen Motor setzt. In 1:33,527 Minuten lag er nur noch 0,013 Sekunden vor dem zweitplatzierten Hamilton.

Vor dem Rennen in dem Mini-Staat am Persischen Golf liegt der zweimalige Weltmeister Alonso in der WM-Fahrerwertung mit 18 Zählern in Führung vor dem ehemaligen Silberpfeil-Piloten Räikkönen (16 Punkte) und dem 22-jährigen Hamilton (14). Der Brite kann am Sonntag einen Rekord aufstellen und als erster Pilot in den ersten drei Formel-1-Rennen jeweils auf dem Podium landen. Heidfeld ist nach seinen beiden vierten Plätzen in Australien und Malaysia auch in der Gesamtwertung Vierter (10). Im Konstrukteurs-Klassement ist McLaren- Mercedes (32) Erster vor Ferrari (23) und BMW-Sauber (10).

Nur ein Rennen in Deutschland

Erstmals wird es seit 1960 keinen Großen Preis von Deutschland in der Formel-1-Saison geben. Das Rennen am 22. Juli auf dem Nürburgring wird wie bisher als Grand Prix von Europa ausgewiesen. Dies gab der Automobilclub von Deutschland (AvD) bekannt. Der AvD werde die sportliche Organisation des Großen Preis von Deutschland 2008 in Hockenheim übernehmen. Ab dieser Saison wechseln sich die beiden Strecken jährlich mit der Ausrichtung eines Rennens ab.

Claas Hennig/DPA / DPA

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