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Fußball-Bundesliga: Bayer strauchelt, Bayern gewinnen

Bayern München erhöht den Druck: Der Rekordmeister hat verdient gegen Wolfsburg gewonnen und ist an Punkten mit Bayer Leverkusen gleichgezogen, das gegen Bochum nur ein Unentschieden erreichte. Bayer bleibt aber dank der besseren Tordifferenz Tabellenführer. Schalke und der HSV patzten ebenfalls.

Bayer Leverkusen hält den FC Bayern München im Kampf um die Tabellenführung in der Fußball-Bundesliga noch in Schach, doch der nun punktgleiche Rekordmeister liegt nur um zwei Tore zurück. Die Mannschaft von Jupp Heynckes kam am 21. Spieltag beim VfL Bochum nicht über ein 1:1 hinaus, bleibt aber dennoch dank der etwas besseren Tordifferenz vor den Münchnern, die mit dem 3:1 bei Titelverteidiger VfL Wolfsburg schon zum achten Mal in Folge siegreich blieben. Wie die Werkself ließ am Samstag auch der FC Schalke 04 Punkte liegen. Nach dem 0:0 beim SC Freiburg liegen die Königsblauen drei Zähler hinter der Spitze zurück.

Bayer 04 Leverkusen verhinderte mit großer Mühe die erste Saisonniederlage und spürt bereits den Atem von Bayern München im Nacken. Eren Derdiyok (45.) brachte Leverkusen in Führung, doch der eingewechselte Zlatko Dedic (68.) bescherte den tapfer kämpfenden Bochumern den verdienten Punkt. Gleichwohl bleibt die Mannschaft von Trainer Jupp Heynckes auch nach 21 Spieltagen ungeschlagen und hat weiter den Startrekord der Bayern (23 Spiele ohne Niederlage) aus der Saison 1988/89 im Visier.

Heynckes: Solche Spiele können passieren


"Man kann nicht so vermessen sein, zu meinen, dass Bayer jedes Spiel bis zum Ende gewinnt. Besonders meine junge Mannschaft hat das noch nicht drauf", sagte Heynckes gelassen. "Solche Spiele können passieren, das ist ganz normal. Und wir sind heute auf einen hochmotivierten VfL Bochum getroffen, der leidenschaftlich gekämpft und sich das Unentscheiden verdient hat."

Die in der Rückrunde noch unbesiegte Revier-Elf wartet zwar seit dem 23. August 2009 auf den zweiten Heimsieg, hat sich aber im unteren Mittelfeld der Liga stabilisiert. Gleichwohl sei "noch Luft nach oben", meinte Trainer Heiko Herrlich. "Ich bin froh über den Punkt. Nach dem Rückstand mussten wir die Strategie ändern. Deshalb habe ich mit Dedic später einen schnellen Spieler gebracht."

Derdiyok musste verletzt raus


Nach vier Siegen in Serie begann Bayer selbstbewusst und erspielte sich zunächst klare Feldvorteile. Vor allem Derdiyok erwies sich als Aktivposten, scheiterte jedoch zweimal (26./42.) am gut reagierenden VfL-Torhüter Philipp Heerwagen. Fast mit dem Pausenpfiff gelang Derdiyok dann doch die Führung. Der Schweizer umkurvte VfL- Abwehrspieler Marcel Maltritz und ließ Heerwagen mit einem Schuss ins lange Eck keine Chance.

In der zweiten Spielhälfte musste Derdiyok mit einer Verletzung am Sprunggelenk in der Kabine bleiben, für ihn kam Nationalstürmer Helmes. Die Bochumer bewiesen wie zuletzt schon beim 2:2 gegen Schalke große Moral und ließen nicht locker. Ein Freistoß des erneut starken Milos Maric (65.) strich noch knapp über das von René Adler gehütete Bayer-Tor. Nur drei Minuten später aber musste der Nationalkeeper den Ausgleich hinnehmen. Der eingewechselte Dedic spitzelte nach schönem Holtby-Pass den Ball an Adler vorbei. "Es war das erste Kontertor, das wir in dieser Saison hinnehmen mussten", sagte Heynckes, der in der Schlussphase vor allem die gewohnte Defensiv-Ordnung bei seiner Elf vermisste.

Bayern siegen locker


Bayern München setzte seine eindrucksvolle Siegesserie beim lockeren 3:1 beim VfL Wolfsburg fort. Durch die Treffer von Arjen Robben (2.) und Daniel van Buyten (26.) sowie das Eigentor von Andrea Barzagli (57.) holten die Münchner zum achten Mal in Serie drei Punkte und schafften zudem die Revanche für das 1:5 in der Vorsaison. Die Wolfsburger, für die nur Grafite (90.) traf, setzten ihren Sturzflug fort und blieben zum neunten Mal nacheinander ohne Sieg.

Die Bayern zeigten in Wolfsburg erneut eine souveräne Leistung und beeindruckten durch Effizienz. Trainer Louis van Gaal war dennoch nicht zufrieden. "Wir haben arrogant gespielt", kritisiert der Coach im "Sky"-Interview: "Wir waren nicht konzentriert genug." Van Gaal vermisste offenbar weitere Tore für den Sprung an die Spitze. Arjen Robben widersprach seinem Trainer: "Arrogant kann man nicht sagen. Wenn du 3:1 in Wolfsburg gewinnst, dann denke ich, war das eine gute Leistung."

Bei der Heimpremiere des neuen VfL-Trainers Lorenz-Günther Köstner spielten die Wolfsburger nur bis zum zweiten Gegentor ordentlich mit. Der Unterschied zum Vorjahr wurde vor allem an Grafite deutlich. Der Brasilianer, der damals das "Tor des Jahres" erzielte, vergab die besten Chancen des Meisters und scheiterte schließlich auch noch mit dem Elfmeter (66.), den Jörg Butt leicht parieren konnte. Erst in der letzten Minute traf er mit einem Abstauber per Kopf.

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Nach dem Punktverlust im Titelrennen beim SC Freiburg wegen eines nicht gegebenen Treffers war Felix Magath richtig geladen. "So lange Amateure über Profis bestimmen, müssen wir damit leben", kanzelte der Coach des FC Schalke 04 die Regelhüter des Deutschen Fußball-Bundes ab. Statt eines Sieges musste sich das auswärtsstärkste Team der Bundesliga bei der heimschwächsten Mannschaft mit einem 0:0 begnügen. Mit den von Magath geforderten technischen Hilfsmitteln wäre klar belegt worden, dass Marcelo Bordons wuchtiger Kopfball von der Lattenunterkante hinter die Torlinie prallte.

Nach der Fehlentscheidung von Schiedsrichter Jürgen Drees in der 47. Minute blieben die Schalker zum siebten Mal in Serie ungeschlagen, verpassten es aber, hautnah am nun punktgleichen Spitzenduo Bayer Leverkusen und FC Bayern München dran zu bleiben. "Ich mache dem Assistenten und dem Schiedsrichter keinen Vorwurf", stellte Magath klar, dass die Schuld nicht bei den Unparteiischen, sondern dem veralteten Reglement liege.

Premiere für van Nistelrooy


Beim Hamburger SV feierte Joker Ruud van Nistelrooy in der 90. Minute sein Liga-Debüt. Leider musste der niederländische Superstar mit ansehen, wie sein Team eine 3:1-Führung verspielte. Durch Tore von Marcell Jansen (2.) und Mladen Petric (36./50.-Handelfmeter) waren die Hanseaten gegen 1. FC Köln in Führung gegangen, mussten sich aber am Ende mit einem 3:3 zufriedengeben. Youssef Mohamad (31.), Milivoje Novakovic (75.) und Adel Chihi (88.) trafen für die Rheinländer, die sich weiter in Richtung Tabellen-Mittelfeld absetzten.

Die Erfolgsserie des VfB Stuttgart hält an. Mit einem 2:1 (1:0) beim 1. FC Nürnberg feierten die Schwaben im Abendspiel ihren fünften Sieg nacheinander und arbeiteten sich in die obere Tabellenhälfte vor. Timo Gebhart (22. Minute) und Roberto Hilbert (87.) erzielten die Tore für den VfB, der unter dem neuen Trainer Christian Gross weiter ungeschlagen ist. Dagegen musste Nürnberg, für den Albert Bunjaku (60.) zum zwischenzeitlichen Ausgleich traf, einen Rückschlag im Kampf um den Klassenverbleib hinnehmen und verpasste als Tabellen-17. den Sprung von den Abstiegsrängen.

Auch Mirko Slomka kann den freien Fall von Hannover 96 nicht stoppen. Mit dem 1:2 bei 1899 Hoffenheim verlor der Mitte Januar als Nachfolger von Andreas Bergmann verpflichtete Coach auch das dritte Spiel mit den Niedersachsen, die trotz des Treffers von Neuzugang Arouna Koné (57.) insgesamt zum zehnten Mal in Serie erfolglos blieben. Dagegen kehrte Hoffenheim nach Toren von Carlos Eduardo (35.) und Sejad Salihovic (40./Foulelfmeter) nach zuletzt vier Niederlagen auf die Siegerstraße zurück.

DPA/tis / DPA

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