HOME

Fußball-Bundesliga: Borussia Dortmund ist Deutscher Meister

Es ist ein Triumph in Schwarz-Gelb. Borussia Dortmund hat mit einem Sieg gegen Nürnberg vorzeitig die deutsche Meisterschaft für sich entschieden. Konkurrent Leverkusen verlor in Köln.

Als um 17:18 Uhr der Schlusspfiff im Dortmunder Stadion ertönte, fingen die BVB-Profis an, ausgelassen auf dem Rasen zu tanzen. Auf den Rängen ging nach dem 2:0 gegen den 1. FC Nürnberg die größte schwarz-gelbe Party seit Jahren los. Nur BVB-Trainer Jürgen Klopp schritt äußerlich gefasst über das Spielfeld, um dann nacheinander seine Spieler zu herzen und umarmen. Weil gleichzeitig Verfolger Bayer Leverkusen das rheinische Derby gegen Köln mit 0:2 verlor, gewinnt Borussia Dortmund zwei Spieltage vor Saisonende die Deutsche Meisterschaft. Es ist der siebte Titel für die Schwarz-Gelben aus dem Pott und der erste seit 2002.

Natürlich gab es sofort nach Spielende die obligatorische Bierdusche für Trainer Klopp, der sich unter seine Spieler mischte. Und natürlich ließen sie den entscheidenden Dortmunder hochleben. "Was die Jungs geleistet haben, ist nicht in Worte zu fassen", sagte Klopp. Mittelfeldspieler Kevin Großkreutz, eine der Entdeckungen der Saison, fand ebenfalls passende Worte: "Das kann ich gar nicht beschreiben. Wir haben eine richtig geile Saison gespielt."

"Ein wunderbares Gefühl"


"Es ist einer der schönsten Tage. Wir haben sehr, sehr lange darauf gewartet, das war eine lange Durststrecke. So eine junge Mannschaft als Deutscher Meister hat es in der Bundesliga-Historie wohl noch nicht gegeben", sagte Sportdirektor Michael Zorc. Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke jubelte: "Es ist ein wunderbares Gefühl. Der ganze Club hat das verdient. Die Mannschaft hat eine Riesen-Saison gespielt. Mir fällt gar nichts Richtiges ein, ich bin einfach nur glücklich". Auch Franz Beckenbauer hielt sich nicht mit Lob zurück: "Herzlichen Glückwunsch an Borussia Dortmund. Sie waren vom zweiten Spieltag an dominierend und sind völlig verdient deutscher Meister geworden."

In der Stadt feierten und feiern die Anhänger mit Autokorsos, spontanen Partys und jeder Menge Meister-T-Shirts. Wild hupend und Fahnen schwenkend fuhren Hunderte über den Innenstadtring. In zahlreichen Kneipen erklangen Freudengesänge wie "Deutscher Meister ist nur der BVB" oder "Steht auf, wenn ihr Borussen seid". Eine offizielle Feier war für den Abend noch nicht vorgesehen. Die Meisterparty von Stadt und Verein ist rings um das letzte Bundesliga-Wochenende am 14. und 15. Mai geplant.

Party auf dem Borsigplatz


Auf dem Borsigplatz, der Wiege des BVB, wo das Fan-Sein an so einem Tag doppelt schön ist, tanzten und sangen die Anhänger. "Wir können uns nicht mehr halten vor Freude", sagte Anhänger Michael Holzen. "Ich hab' 'ne Gänsehaut", meinte ein anderer.

Nach monatelanger Alleinherrschaft an der Tabellenspitze bewies das zuletzt leicht wankende Team von Jürgen Klopp beim Erfolg gegen den 1. FC Nürnberg im entscheidenden Moment Nervenstärke. Dank der Treffer von Lucas Barrios (32.) und Robert Lewandowski (43.) feierten die meisten Fans auf den Tribünen des ausverkauften Signal Iduna Parks schon vor dem Schlusspfiff eine rauschende Meisterparty.

Dortmund beginnt nervös


Die Dortmunder Profis hatten mit ihrer verkrampften, nervösen Spielweise die Gute-Laune-Stimmung in der mit 80.720 Zuschauern - darunter 6500 Anhänger aus Nürnberg - seit Wochen restlos ausverkauften Arena in der Anfangsphase nicht gerade angeheizt. Mit "Borussia olé, olé"-Gesängen spornten die BVB-Fans ihre verunsicherten Stars aber immer wieder an - bis das 1:0 durch Lucas Barrios in der 32. Minute die Erlösung und den Signal-Iduna-Park erstmals zum Beben brachte.

Der Führungstreffer nahm dem Tabellenführer die Anspannung. Bis zur Pause fand die Mannschaft zu der Leistung und Sicherheit, die sie fast über die ganze Spielzeit ausgezeichnet hat. Nach einer Flanke von Lukasz Piszczek war Barrios (37.) bei einem Kopfball seinem 15. Saisontreffer nahe. Nur fünf Minuten später verwandelte Lewandowski das Stadion in ein Tollhaus: Mit einem Heber über "Club"-Torhüter Schäfer sorgte der polnische Nationalspieler für das vorentscheidende 2:0.

Das Stadion bebt nach Kölns Treffer


Nach Wiederanpfiff drosselte die Borussia das Tempo und verstärkte die Torsicherung. Das tat der guten Stimmung auf den Tribünen keinen Abbruch. Im Gegenteil: Als Stadionsprecher Norbert Dickel per Mikrofon in der 65. Minute den Führungstreffer der Kölner gegen Leverkusen bekanntgab, erbebte das Stadion in seinen Grundfesten. Im Jubelsturm der Anhänger gingen die letzten Minuten der Partie nahezu unter. Dabei bot sich Barrios nach Flanke von Götze in der 79. Minute per Kopf noch die große Chance, auf 3:0 zu erhöhen.

tis/DPA / DPA

Wissenscommunity