Fußball-Bundesliga Hamburg und Schalke jagen Bayern


Trotz Schneechaos und starker Verzögerung des Spiels präsentierte sich der HSV am Sonntag meisterlich: Nach einem 3:0-Sieg gegen Kaiserslautern mischen die Hanseaten wieder vorne mit. Auch Schalke konnte aufholen.

Der Hamburger SV hat sich auch von einer bislang einzigartigen Schnee-Panne in der AOL-Arena nicht aus dem Tritt bringen lassen und den Abstand auf Spitzenreiter FC Bayern München auf nur noch sechs Punkte verkürzt. Drei Tage nach der bitteren 0:2- Niederlage im UEFA-Pokal bei Rapid Bukarest gelang den Hanseaten beim wegen Schneemassen auf dem Stadiondach mit 75 Minuten Verspätung angepfiffenen Partie gegen den 1. FC Kaiserslautern am Sonntagabend ein verdienter 3:0 (0:0)-Erfolg.

Das Führungstor von Benjamin Lauth (55. Minute), ein Eigentor von Fabian Schönheim (61.) und ein Elfmetertor von Rafael van der Vaart (86.) machten das Meisterschaftsrennen in der Fußball-Bundesliga wieder spannend und brachten den HSV als Tabellen-Zweiten in die beste Ausgangsposition im Kampf um die Champions-League-Plätze. "Wir haben mittlerweile die Geduld, dass wir auch in der zweiten Halbzeit die Tore noch machen. So clever sind wir", sagte HSV-Trainer Thomas Doll.

Die Partie wird nach ihrem kuriosen Vorspiel zumindest doch kein Nachspiel haben. Wolfgang Wolf schloss einen möglichen Protest nach der Partie aus. "Wir haben verloren. Einiges war hier nicht profimäßig, aber was soll man daran ändern?", sagte der FCK-Trainer, der mit seinem Team nach sechs Spielen wieder bezwungen wurde und auf einen Abstiegsrang zurückrutschte.

Wer hat "gepennt"?

Wolf beklagte die schlechten Bedingungen während der Wartezeit. "Wir hocken zwei Stunden in der Kabine und können uns nicht warm machen. Der HSV hat eine Aufwärm-Halle, ich sehe das schon als Nachteil für uns", sagte Wolf, der mit seinem Team wegen des späten Anpfiffs zudem per Bus und nicht per Flugzeug die Heimreise antreten musste. Entweder der Stadionbetreiber oder der HSV hätten "gepennt".

Höhenretter und Feuerwehrleute hatten das Dach der Osttribüne vom Schnee befreien müssen, der sonst zu einer Gefahr für Zuschauer und Spieler hätte werden können. Zudem wurde ein Hubschrauber eingesetzt, der den Schnee vom Dach wehen sollte. Die Hamburger hätten frühzeitig von den wetterbedingten Problemen gewusst und nicht rechtzeitig reagiert, beschwerte sich Wolf. Alle Spieler mussten sich zwischen Feuerwehrmännern warm laufen. Die 44.460 Zuschauer hatten zuvor mehr als zwei Stunden aus Sicherheitsgründen keinen Einlass ins Stadion erhalten.

Nach der Halbzeitpause brachte Doll Guy Demel und Lauth, und die Taktik ging auf. Eine Kopfballverlängerung von Demel nach van der Vaart-Ecke nutzte Lauth zu seinem dritten Saisontor. Sechs Minuten später war van der Vaart auch am zweiten Treffer beteiligt. Seine Flanke köpfte der junge Schönheim ins eigene Tor. Den Elfmeter kurz vor Schluss nach vermeintlichen Foul an David Jarolim verwandelte der Niederländer selbst. Zuvor war Ailton viereinhalb Wochen nach seinem Kieferbruch zu seinem Comeback gekommen, hatte aber in 17 Minuten Spielzeit keine Torchance.

Schalke erstmals auf Champions-League-Platz

Der FC Schalke 04 hat ebenfalls seine Aufholjagd in der Fußball-Bundesliga fortgesetzt und erstmals in dieser Saison den ersehnten Sprung auf einen Champion-League-Platz geschafft. Durch das 2:0 (0:0) gegen Eintracht Frankfurt kamen die "Königsblauen" am Sonntag zu ihrem fünften Sieg hintereinander und blieben auch im achten Punktspiel in diesem Jahr unter Trainer Mirko Slomka ohne Niederlage. Das Dänen-Duo Sören Larsen (51.) und Ebbe Sand (90.+1) belohnte vor 61 524 Zuschauern mit ihren Treffern die Bemühungen der überlegenen Schalker.

Gegenüber dem 0:1 im UEFA-Pokal-Achtelfinalhinspiel beim US Palermo drei Tage zuvor zeigten sich die Gastgeber klar verbessert. Dennoch taten sie sich unter den Augen von Bundestrainer Jürgen Klinsmann und dessen Assistenten Joachim Löw gegen die defensiv eingestellten Gäste lange sehr schwer. Dennoch war der Erfolg hoch verdient, mit dem die Gelsenkirchener auch erfolgreich Revanche nahmen für die 0:6-Pleite gegen die Hessen im DFB-Pokal. Nach dem fünften Spiel hintereinander ohne Sieg rutschten die Frankfurter indes gefährlich nah an die Abstiegsplätze.

DPA DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker