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Fußball-Bundesliga: Hoffenheim schießt Schalke tiefer in die Krise

Millioneneinkauf Klaas-Jan Hunterlaar konnte die Pleitenserie von Schalke 04 nicht beenden. Auch mit seinem Traumsturm Huntelaar und Raul verlor der Vizemeister bei Spitzenreiter Hoffenheim 0:2. Damit stehen die Knappen vor ihrem Champions-League-Start mächtig unter Druck.

Der FC Schalke 04 steckt auch nach seinen neuen Millioneninvestitionen tief in der Krise. Die Mannschaft von Chefeinkäufer Felix Magath kassierte mit dem 0:2 (0:1) bei Spitzenreiter 1899 Hoffenheim im dritten Saisonspiel die dritte Niederlage. Auch der Rekordtransfer von Klaas Jan Huntelaar für 14 Millionen Euro zahlte sich noch nicht aus. Der Niederländer hatte bei seinem mit Spannung erwarteten Debüt in der Fußball-Bundesliga am Freitagabend in Sinsheim kein Fortune.

Ganz anders Hoffenheim: Die Kraichgauer verteidigten dank der Tore von Isaac Vorsah (37. Minute) und Sejad Salihovic (90.+3) vor 30.150 Zuschauern durch den dritten Saisonsieg zunächst die Tabellenführung. Schalke aber fährt mit dem denkbar geringsten Selbstvertrauen zum Champions-League-Auftakt am Dienstag zu Olympique Lyon - und dann kommt mitten in der Findungsphase im nächsten Bundesliga-Spiel ausgerechnet Borussia Dortmund.

Keine zehn Minuten waren gespielt, da hatte Huntelaar die große Chance auf sein erstes Bundesligator. Aus gut zehn Metern schoss der Niederländer aber entgegen seiner jüngsten Gewohnheiten unbedrängt vorbei. Zuvor waren schon früh die auch nach den Späteinkäufen für 27 Millionen Euro nicht verschwundenen Schalker Unzulänglichkeiten offenbar geworden. Vedad Ibisevic (6.) enteilte dem unerwartet als rechter Verteidiger eingesetzten Christoph Metzelder, strauchelte aber, bevor er zum Schuss ansetzen konnte.

Neuer muss seine ganze Klasse zeigen

Bundestrainer Joachim Löw konnte mit seinem Assistenten Hansi Flick als Tribünengast anschließend durchaus eine stabilere Schalker Mannschaft sehen. Die besseren Chancen hatten aber die cleveren Hoffenheimer. Demba Ba (19.) zielte über das Tor. Schalkes Nationalkeeper Manuel Neuer zeigte gegen Ibisevic (25./31.) zweimal seine ganze Klasse. Gegen den Kopfball von Vorsah nach Flanke von Andreas Beck war auch Deutschlands Nummer 1 machtlos. Der Ghanaer traf nach seinem Siegtreffer bei St. Pauli am vergangenen Spieltag überhaupt erst zum zweiten Mal in der Bundesliga.

Und Königsblau? Bessere Ansätze waren erkennbar. Jermaine Jones räumte vor der Abwehr ordentlich ab, was angesichts der zu oft indisponierten Innenverteidigung mit Zugang Nicolas Plestan und Rückkehrer Benedikt Höwedes auch nottat. Ganz vorne bei Rául war mehr Spielfreude feststellbar, auch das Zusammenspiel mit dem ehemaligen Madrider Kollegen Huntelaar funktionierte schon leidlich. Doch auf Tore wartete Schalke vergeblich. "Wir haben zu viel zugelassen. Das ist ärgerlich, so in Rückstand zu geraten. Wir hätten auch in Führung gehen können", klagte Schalkes Sportdirektor Horst Heldt.

Hoffenheim auch in Halbzeit zwei am Drücker

Mit Joel Matip für Metzelder und Alexander Baumjohann für Edu wollte Trainer Magath nach dem Seitenwechsel die Wende einleiten. Doch das Bild blieb das gleiche. Hoffenheim setzte S04 zu. Ibisevic war bei seinen Chancen (57./71.) aber zu sorglos oder im Aufbau zu verspielt. Als Schalke dann dem Ausgleich ganz nah kam, standen bei einem Huntelaar-Kopfball (59.) 1899-Torwart Tom Starke und die Latte im Weg. 13-Millionen-Mann José Manuel Jurardo kam in der Schlussphase. Ein Schalker Aufbäumen konnte er aber auch nicht initiieren. Neuer verhinderte gegen Luiz Gustavo (89.) zunächst noch einen weiteren Gegentreffer, bei dem Freistoß von Salihovic hatte er das Nachsehen.

mad/DPA / DPA

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