Fußball-Bundesliga Kein Sieger beim Fehlpass-Festival


Hannover 96 und Energie Cottbus warten weiter auf den ersten Sieg: Im Freitagsspiel des zweiten Bundesliga-Spieltags trennten sich beide Teams torlos. Vor allem in der zweiten Halbzeit quälten die Akteure das Publikum mit Folterfußball.

Hannover 96 und Energie Cottbus kommen in der jungen Fußball-Saison 2008/2009 nicht in Tritt. Beide Mannschaften trennten sich in einem erschreckend schwachen Bundesligaspiel 0:0. Nach ihren deutlichen 0:3-Auftakt-Niederlagen vor einer Woche war den Kontrahenten die Nervosität im zweiten Saisonspiel deutlich anzumerken. Die 34.636 Zuschauer in der AWD-Arena quittierten das Fehlpass-Festival vor allem in der zweiten Halbzeit mit einem gellenden Pfeifkonzert. Der Cottbuser Daniel Ziebig sah in der 85. Minute nach wiederholtem Foulspiel Gelb-Rot.

Vor allem die Gastgeber waren nach dem Spiel enttäuscht. "Das ist natürlich nicht befriedigend, nur ein Punkt aus zwei Spielen, keine Frage", sagte 96-Keeper Robert Enke. Sein Trainer Dieter Hecking haderte mit der spielerischen Leistung: "Wir waren zu statisch in der 2. Halbzeit. Das 0:0 ist ein Ergebnis, was für uns nicht zufriedenstellend ist."

Enke bravourös

Dabei erwischte Hannover zunächst den besseren Start und hatte durch Arnold Bruggink die große Chance zur Führung. Doch der Niederländer vergab in der 12. Minute nach Vorarbeit von Mike Hanke frei stehend vor Gäste-Torwart Gerhard Tremmel. Erst nach dieser Aktion wachte Cottbus auf und kam zu guten Offensivaktionen. In der 14. Minute verpasste ein Kopfball von Dennis Sörensen nur um Haaresbreite das Tor von 96-Keeper Enke. Zwei Minuten später vereitelte die derzeitige Nummer 1 im Tor der deutschen Nationalmannschaft bravourös eine Großchance von Dusan Vasiljevic, die jedoch aus einer klaren Abseitsposition entstand.

Der Serbe war neben Ivan Radeljic und Steven Rivic neu in die Energie-Startelf gerückt. Gäste-Trainer Bojan Prasnikar hatte wegen zahlreicher Länderspielabstellungen während der Woche zunächst auf Igor Mitreski, Savo Pavicevic und Ervin Skela verzichtet. Der albanische Spielmacher saß damit erstmals seit 36 Spielen in Serie von Beginn an wieder nur auf der Bank und wurde erst zur Halbzeit eingewechselt. "Dieses Spiel war sehr schwierig für uns. Wir waren in der Defensive besser als im ersten Spiel. Nach vorne müssen wir noch besser werden", sagte Prasnikar.

Forssell und Eggimann zunächst auf der Bank

Auch bei den Hausherren musste Steve Cherundolo wegen einer Länderspielreise zunächst passen. Der amerikanische Abwehrspieler war erst am Freitagmorgen aus Guatemala zurückgekehrt und kam in der zweiten Halbzeit ins Spiel. Für den 29-Jährigen rückte Hanno Balitsch in die Defensive und Mittelfeldspieler Sergio Pinto ins Team. Der ehemalige Aachener kam erstmals seit seiner Roten Karte am 28. Spieltag der vergangenen Saison bei Eintracht Frankfurt wieder zum Einsatz. Die Neuzugänge Mikael Forssell und Mario Eggimann ließ 96- Trainer Hecking zunächst wieder nur auf der Bank.

Dafür war der für 2,5 Millionen Euro von Bayern München neu verpflichtete Jan Schlaudraff in der ersten Halbzeit auffälligster Spieler Hannovers. Der dreimalige Nationalspieler scheiterte per Fernschuss (32.) an Tremmel und setzte einen Freistoß (39.) von der linken Strafraumgrenze nur knapp am rechten Pfosten vorbei. Nach dem Wechsel verflachte das Spiel zusehends und erreichte kaum mehr Bundesliga-Niveau. Ernsthafte Chancen gab es nicht mehr.

Egon Hirte/DPA DPA

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