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Fußball Die Spieler des Monats November


Na, liebe europäische Fußballer, seid ihr im letzten Monat alle besonders gut gewesen und habt eure Stiefel vor die Tore, äääh... die Türen gestellt? Der Nikolaus hat für vier von euch ein besonderes Geschenk: den Titel Spieler des Monats.

Der Dezember beginnt, höchste Zeit also wieder, die vier Spieler zu ehren, die mit herausragenden Leistungen im November in den Ligen in Deutschland, England, Spanien und Italien für Furore gesorgt haben, weil sie sowohl besonderen Anteil am Erfolg ihrer Mannschaft hatten als auch individuell hervorstachen und sich so vom Rest der jeweiligen Liga abhoben.

Wie auch schon bei der Oktober-Ausgabe sei vorausgeschickt: Unsere Spieler des Monats werden unabhängig von Notensystemen von der Redaktion festgelegt. Bewertet werden ausschließlich die in Bundesliga, Premier League, Primera Divison und Serie A erbrachten Leistungen. Wieviele Tore und Vorlagen gehen auf die Konten der Stürmer, wie spielbestimmend war ein Mittelfeldakteur, wer hat den Laden in der Defensive besonders zusammengehalten? Anhand solcher Kriterien wird eine Vorauswahl getroffen, ehe die Redaktion dann die Sieger kürt.

Im Vormonat hatten wir uns für drei Vollstrecker und einen Strategen entschieden, diesmal taten sich aus unserer Sicht ein Innenverteidiger, zwei Sechser und ein offensiver Mittelfeldspieler besonders hervor. Also Männer, die normalerweise weniger stark im Fokus stehen, für den Erfolg ihrer jeweiligen Mannschaft aber immense Bedeutung haben. Aber nun genug der Vorrede, hier sind die vier Spieler des Monats November.

Bundesliga: Dante (Borussia Mönchengladbach)

Natürlich fällt einem als erstes der Name Marco Reus ein, wenn man über den sensationellen Wandel von Borussia Mönchengladbach vom Fast-Absteiger zum derzeitigen Top-Drei-Club nachdenkt. Ohne Zweifel hatte Reus daran auch immensen Anteil und wäre allein wegen seiner Torquote im November ein heißer Kandidat auf den Titel Spieler des Monats.

Doch mindestens ebenso essentiell für den Mannschaftserfolg wie seine Offensivpower ist der Beitrag, den die Defensive der Gladbacher leistet und den die TV-Kameras zu selten einfangen. Aus der Schießbude der Liga wurde mittlerweile ein echtes Bollwerk - zusammen mit Borussia Dortmund die zweitbeste Abwehr der Liga. Hierfür verantwortlich zeichnet neben der starken Doppelsechs Havard Nordveit/Roman Neustädter vor allem Abwehrchef Dante, der sich im Vergleich zum von Verletzungen geprägten Vorjahr erheblich steigerte.

Als Stabilisator und vor allem Organisator des starken Kollektivs zeigte der Brasilianer starke Leistungen und war Garant dafür, dass Gladbach bisher nur einmal in dieser Saison zwei Gegentore in einem Spiel zulassen musste. Neben seiner defensiven Zweikampfstärke und seiner Kompromisslosigkeit im Tackling muss man bei Dante aber auch seine Bedeutung für den Spielaufbau der Borussia herausstreichen.

Er behält stets die Übersicht, sieht den freien Mitspieler und glänzt mit enormer Passgenauigkeit. In den drei November-Partien der Borussia lag seine Quote nie unter 90 Prozent. Ohne seine Mithilfe könnte die vielgelobte Gladbacher Offensive gar nicht so glänzen und Gladbach stünde nicht so weit oben in der Tabelle.

England: Scott Parker (Tottenham Hotspur)

Ähnlich könnte man unsere Entscheidung in der Premier League begründen. Dort ist eindeutig Tottenham mit drei klaren Premier League-Siegen die Mannschaft des Novembers. Klar, dass die Spurs daher auch den Spieler des Monats stellen müssen. Emmanuel Adebayor hätte sich dank seiner Doppelpacks gegen Villa und West Brom und der Assists gegen Fulham und West Brom als Kandidat natürlich angeboten.

Doch auch hier haben wollen wir den Aufwand belohnen, den ein anderer Spieler im Hintergrund leistet, und ehren Scott Parker. Der defensive Mittelfeldspieler war kurz vor Transferschluss im August von West Ham gewechselt. Beim Absteiger war Parker der einzige Spieler gewesen, der seine Leistung gebracht hatte, wofür ihn die englischen Fußball-Journalisten zum Footballer of the Year 2011 kürten.

Dass er diese Ehre verdient hat, bestätigt er derzeit bei Tottenham als nimmermüder Abräumer im defensiven Mittelfeld mit einer vorbildlichen Arbeitseinstellung. Kompromiss- und furchtlos sucht er Zweikämpfe und Tacklings, erobert Bälle und leitet mit seiner überragenden Passgenauigkeit immer wieder gefährliche Angriffe seiner Mannschaft ein.

Er ist einer der Gründe, warum die Spurs derzeit zu den engsten Verfolgern von Spitzenreiter Man City zählen und für Ex-Tottenham-Star Graham Roberts laut talksport.co.uk sogar der "Einkauf des Jahrhunderts". Die Premier League kürte ihn zum Spieler des Monats und Harry Redknapp wundert sich noch heute, warum außer ihm im Sommer keiner dieses Juwel verpflichten wollte.

Spanien: Xabi Alonso (Real Madrid)

Bleiben wir bei der Position des Sechsers und wenden wir uns Real Madrid zu. Die Königlichen dominieren die Primera Division und eilen von Sieg zu Sieg. Cristiano Ronaldo trifft dort nach Belieben - alleine im November schoss er sechs seiner bereits 17 Saisontore.

Doch der noch entscheidendere Faktor für den Erfolg der Mannschaft Reals ist Xabi Alonso. "Xabi ist ein sehr wichtiger Spieler, um nicht zu sagen unersetzbar", lobte José Mourinho kürzlich laut abc.es seinen Lieblingsspieler. "Er ist eine Führungspersönlichkeit auf dem Platz, aber auch außerhalb. Ein Mann von großer Erfahrung. Ein Mann, kein Junge." Kurz: Alonso ist die zentrale Figur im Mittelfeld.

Mourinho nennt ihn ehrfurchtsvoll "das Metronom", den Taktgeber, der sowohl als gnadenloser Abräumer Bälle erobert und dem Gegner so den Schneid abkauft, als auch derjenige, der mit seiner Übersicht, den überragenden langen Pässen und schnellen, präzisen, kurzen Zuspielen Kantersiege wie das 7:1 über Osasuna und das 4:1 über Atletico erst möglich macht. Entscheidende Bedeutung bekommt seine Präsenz aber vor allem in engen Spielen wie beim 3:2 über Valencia, wo er neben vielen Ideen auch einen Assist beisteuerte.

Sein Spiel ist dabei zwar nicht immer spektakulär, doch ohne ihn wirkt Real hinten deutlich anfälliger und deutlich unstrukturierter im Spielaufbau. Gut, dass er sich vorsichtshalber gegen Atletico seine fünfte Gelbe Karte abholte, dann gegen Gijon gesperrt aussetzte, um im Clasico gegen Barca auf jeden Fall spielberechtigt zu sein

Italien: Simone Pepe (Juventus Turin)

Nach allen diesen Aufbauspielern ehren wir zum Abschluss aber doch noch einen Vollstrecker - auch wenn es sich bei Simone Pepe gar nicht um eine klassische Spitze handelt. Der Italiener ist ein absoluter Offensivallrounder, der vor allem für seinen Antritt, die unglaubliche Beschleunigung und Kraft bekannt war, der aber in den letzten Jahren hart an sich gearbeitet hatte, seine Technik stark verbessern konnte und mittlerweile auch vor dem Tor eiskalt ist.

Für Trainer Antonio Conte ist Pepe mittlerweile aufgrund dieser Tugenden, aber auch wegen seiner vielseitigen Verwendbarkeit ein echter Faustpfand, der fast im Alleingang Juventus im November die Tabellenführung in Italien sicherte. Beim 3:0 über Palermo schoss Pepe als offensiver rechter Mittelfeldspieler im 4-2-3-1 die wichtige 1:0-Führung, bei Lazio als Rechtsaußen in einem 4-3-3 das Goldene Tor und gegen Napoli beim begeisternden 3:3 in ungewohnter Rolle als halblinker Mittelfeldspieler in einem 3-5-2 den erlösenden Ausgleichstreffer nach erfolgreicher Aufholjagd.

Damit hat sich Pepe mittlerweile auch in das Herz der Fans gespielt, die zunächst eher mit Skepsis reagiert hatten, als Juventus sich im Sommer 2010 seine Dienste zunächst auf Leihbasis, später fest gesichert hatten. Als weitere Belohnung für eine insgesamt starke Saison gab es für Pepe die Rückkehr in die Nationalmannschaft und laut goal.com Italia ein Lob mit einer darin enthaltenen Aufforderung von Trainer Conte: "Simone ist ein Spieler, der immer alles auf dem Feld gibt. Ich glaube, dass er sogar noch besser spielen kann, als er es derzeit tut."

Wenn das stimmt, werden wir in einem Monat wieder über Pepe nachdenken müssen, wenn wir dann die Spieler des Monats Dezember auswählen.

Malte Asmus

sportal.de sportal

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