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FUSSBALL: Dortmund verliert im Meisterkampf an Boden

Nach der Fußball-Gala auf europäischer Bühne ist beim deutschen Meister Borussia Dortmund Ernüchterung eingekehrt. Gegen den auswärts bisher punktlosen HSV kam die Mannschaft nicht über ein 1:1 hinaus.

Nach der Fußball-Gala auf europäischer Bühne ist beim deutschen Meister Borussia Dortmund Ernüchterung eingekehrt. Ausgerechnet gegen den auswärts bisher punktlosen Hamburger SV kam die Mannschaft von Matthias Sammer heute nicht über ein 1:1 (0:0) hinaus.

Vor 68.600 Zuschauern im ausverkauften Westfalenstadion konnte der BVB nicht an die starke Leistung vom Champions-League-Spiel gegen Arsenal London (2:1) anknüpfen und musste sich trotz des Treffers von Tomas Rosicky (68.) im sechsten Heimspiel zum bereits vierten Mal mit einem Remis begnügen.

Der HSV-Einwechselspieler Kim Christensen sorgte für das lang ersehnte und auch verdiente Erfolgserlebnis in der Fremde (89.) und brachte damit auch seinen umstrittenen Trainer Kurt Jara vorerst aus der Schusslinie. In der hektischen Schlussphase sah der Hamburger Angreifer Eric Meijer die Rote Karte wegen Schiedsrichterbeleidigung (90.). »Wir haben zum Schluss um den Ausgleich gebettelt und nach der Führung den Ball nicht lange genug gehalten. Dafür sind wir bestraft worden«, sagte BVB-Mittelfeldspieler Sebastian Kehl voller Verärgerung über den späten Ausgleich.

Anders als beim überzeugenden Sieg über London hatte BVB-Trainer Sammer zunächst auf Lars Ricken, Kehl und Ewerthon verzichtet und stattdessen Stefan Reuter, Marcio Amoroso und Jörg Heinrich in die Startelf beordert. Die auf drei Positionen veränderte Mannschaft konnte jedoch nicht den Glanz vom Champions-League-Spiel am Mittwoch verbreiten. Gegen den taktisch gut eingestellten Gast, der sich auch ohne den gesperrten Offensivspieler Sergej Barbarez nicht versteckte, fanden die Gastgeber kein Rezept.

Ausgleich in letzter Minute

Es dauerte eine halbe Stunde, bis es vor dem gegnerischen Tor erstmals gefährlich wurde. Doch der Freistoß von Jan Koller aus 20 Metern wurde zur sicheren Beute von HSV-Torhüter Martin Pieckenhagen (31.). Erst danach übernahm der Gastgeber das Kommando: Nach einem Pass von Evanilson traf HSV-Abwehrspieler Nico-Jan Hoogma fast ins eigene Netz. Doch die nun deutlich defensiver agierenden Hanseaten hielten bis zur Pause den Angriffen stand und waren bei einem Freistoß von Christian Rahn (43.) sogar der Führung nahe.

Auch nach Wiederanpfiff tat sich die Borussia zunächst schwer. Nach einem Drehschuss von HSV-Angreifer Romeo an das Außennetz (55.) erhöhte sie den Druck auf das Gästetor, erspielte sich aber keine klaren Chancen. Erst Rosicky sorgte in der 68. Minute für den vermeintlichen Befreiungsschlag: Nach Kopfball-Vorlage von Heinrich erzielte der Tscheche mit einem Schuss aus 14 Metern sein erstes Saisontor.

Daraufhin gab der Gast sein Defensivspiel auf und stand zwei Mal dicht vor dem Ausgleich: Zunächst parierte BVB-Schlussmann Jens Lehmann einen Freistoß von Christian Rahn (76.), dann trat Romeo wenige Meter vor dem BVB-Tor freistehend über den Ball (84.). Als dann auch noch Bernd Hollerbach einen Elfmeter drei Minuten vor Schluss über das BVB-Tor schoss, schien der Sieger endgültig festzustehen. Doch der in der 80. Minute eingewechselte Christensen bescherte seinem Team eine Minute vor Ende der regulären Spielzeit noch einen verdienten Punkt. »Meine Mannschaft hat heute Moral bewiesen und gezeigt, was man mit einer starken Abwehrleistung alles erreichen kann«, meinte HSV-Coach Kurt Jara.

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