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FUSSBALL: Friedlicher Protest in allen Stadien

Die verärgerten Fußball-Anhänger machen mobil gegen die Termin-Planung in der Bundesliga. Mit Handzetteln, Plakaten, Choreografien und Gesängen wollen die Fans am 27. Spieltag ihren Unmut zum Ausdruck bringen.

Die verärgerten Fußball-Anhänger machen mobil gegen die Termin-Planung in der Bundesliga. Mit Handzetteln, Plakaten, Choreografien und Gesängen wollen die Fans am 27. Spieltag ihren Unmut zum Ausdruck bringen und den Deutschen Fußball-Bund (DFB) sowie die übertragenden Fernsehsender zum Umdenken bewegen. »In allen Stadien werden wir friedlich gegen die Verzerrung der Spieltage protestieren«, kündigte Thomas Krämer von Aktion »pro1530« an. »pro1530« versteht sich als Offensive der verstimmten Fußball-Zuschauer und Fans.

Aktionen in fast allen Stadien

Den Auftakt der Fan-Aktionen macht die Partie in Wolfsburg am Freitagabend. Die Anhänger des niedersächsischen Clubs haben 30 drei Meter lange Spruchbänder vorbereitet, die im Stadion aufgehängt werden. 20 000 DIN A4-Bögen mit der Aufschrift »15:30« werden beim Nord-Süd-Duell zwischen Bayern München und Werder Bremen am Samstag verteilt. Vor den Toren der Leverkusener BayArena werden 60 Bayer-Fans und 30 Schalke-Anhänger im Vorfeld der Partie der beiden Mannschaften 24 000 Handzettel verteilen. Zudem kündigten die Fans von Zweitligist Borussia Mönchengladbach zum Abschluss des Spieltags am Montag eine Überraschungsaktion an.

Planbare Auswärtsfahrten

Schon seit langem gärt es in den Fanblöcken: Aus Ärger über die Ausdehnung der Begegnungen auf drei bis vier Wochentage organisierten sich die Anhänger in der »Aktion Pro 15:30«. Sie verfolgt vorrangig das Ziel, dass am Samstagabend und am Sonntag keine Spiele mehr angesetzt werden. In der 2. Bundesliga soll der Montag als Spieltag gestrichen werden. Durch eine längerfristige Termin-Festlegung sollen zudem die Auswärtsfahrten besser planbar werden. »Abendspiele müssen in annehmbarer Entfernung stattfinden«, sagte Protest-Mitinitiator Tobias Naumann aus Leverkusen. Freitagsspiele wie beispielsweise zwischen Unterhaching und Bremen sind laut Krämer auf Grund der Entfernung zwischen beiden Städten nicht akzeptabel: »200 bis 300 Kilometer sind für uns Fans gerade noch vertretbar.«

Den Forderungen der Initiative nach einem einheitlichen Samstag-Spieltag erteilte der designierte DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder jedoch eine Absage: »Dass alle Partien am Samstag um 15.30 stattfinden, ist Utopie.« Gleichzeitig machte er den Fans aber Mut: So will der DFB demnächst Gespräche mit Vertretern der Kirch-Gruppe über die Sonntagsspiele führen. Entscheidend sei allerdings die Haltung der UEFA. Nur wenn der europäische Verband vom Donnerstag als internationalen Spieltag abweicht, »können mehr Mannschaften samstags spielen«.

Handzettel als erste Schritt

Verhelfen die Handzettel- und Transparent-Aktionen nicht zum erhofften Erfolg, wollen die Fans ihren Widerstand ausweiten. Demonstrationen und sogar Boykotts von Spielen sind angedacht. »Aber wir hoffen, dass es nicht so weit kommen wird«, sagte Naumann.

Von Christian Arnold, (dpa)

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