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FUSSBALL: Jonathan Akpoborie: »Ich dachte, ich traue meinen Augen nicht«

Jonathan Akpoborie hat Berichte über eine angebliche Verwicklung seines Fährschiffes »Etireno« in den Kindersklavenhandel dementiert.

Wolfburgs Stürmer Jonathan Akpoborie hat Berichte über eine angebliche Verwicklung seines Fährschiffes »Etireno« in einen mutmaßlichen Fall von Kindersklavenhandel in Westafrika energisch dementiert. Auf seiner Homepage erklärte er: »Ich dachte, ich traue meinen Augen nicht, als in dem Bericht Nachrichtenstenders CNN über Sklavenhandel der Name unseres Schiffes auftauchte.« Der 32-Jährige Nigerianer betont, dass es sich nur um ein Missverständnis handeln könne.

Nach Akpobories Angaben war die »Etireno« mit 140 Passagieren und Fracht aus Benin auf dem Weg nach Libreville (Gabun). Dort habe sich herausgestellt, »dass nur ein kleiner Teil der Passagiere die notwendigen Visa hatte. Die Behörden vor Ort verfügten, dass die Passagiere ohne Papiere zurück in ihr Land müssten«.

Aus Zeitgründen zurück nach Benin

Dann habe eine »Odyssee« begonnen. Das Schiff wollte in Kamerun Treibstoff aufnehmen und die Ladung auf ein anderes Schiff umladen, habe aber auch dazu keine Genehmigung bekommen. Schließlich habe sein Bruder Anthony aus Zeitgründen entschieden, die »Etireno« wieder nach Benin zurückkehren zu lassen. Auch nach der Rückkehr des Schiffes habe man nichts gefunden, »was mit Sklavenhandel zu tun hat«.

»Falschmeldung« durch Radiosender?

Urheber des falschen Berichts sei ein französischer Radiosender. »Bei einer Nachrecherche stellte sich heraus, dass unsere Firma nichts mit der Angelegenheit zu tun hat. Es hat durch den Radiosender zwei Tage später sogar eine Gegendarstellung gegeben«, teilte Akpoborie mit. Dies sei aber von anderen Medien nicht aufgegriffen worden. Er habe die Angelegenheit daher seinen Anwälten übergeben.

40 Kinder ohne Angehörige

Am vergangenen Dienstag war die »Etireno« nach dem Einlaufen im Hafen von Cotonou festgehalten worden, nachdem sie zunächst verdächtigt wurde, rund 200 für den Sklavenhandel bestimmte Kinder aus Benin, Togo und Mali an Bord zu haben. Tatsächlich befanden sich jedoch lediglich 43 Kinder auf dem Schiff. 40 von ihnen konnten allerdings durch keine Angehörigen identifiziert werden.

Sie wurden von den Hilfsorganisationen »Terre des Hommes« und »SOS Kinderdorf« aufgenommen und befragt. »Es gibt recht klare Hinweise darauf, dass diese Kinder dem Menschenhandel zum Opfer gefallen sind«, sagte der »Terre des Hommes«-Regionalbeauftragte Alfonso Gonzalez-Jägli in Cotonou.

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