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Fußball: Lothar Matthäus wird ungarischer Nationaltrainer

Frisch verheiratet widmet sich Lothar Matthäus einer neuen Aufgabe: Der Rekordnationalspieler wird Trainer der ungarischen Fußball-Nationalmannschaft.

In einem Blitztransfer hat Lothar Matthäus einen Wechsel von Belgrad nach Budapest vollzogen, wo er vom 1. Januar an die Fußball-Nationalmannschaft Ungarns betreuen wird. Der Nationalverband des Landes gab am Sonntag in Budapest den Abschluss eines Zweijahres-Vertrags mit dem deutschen Rekord-Nationalspieler bekannt. Er würde sich automatisch verlängern, wenn Matthäus mit der allenfalls zweitklassigen ungarischen Auswahl die Teilnahme an der Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland schaffen sollte. Zuletzt hatte Ungarn 1986 die Endrunde einer WM erreicht.

"Die Vergangenheit von Matthäus als Fußballer und seine menschlichen Qualitäten lassen ihn für den Job besonders geeignet erscheinen", sagte Verbandspräsident Imre Bozoky, der zum 1. Dezember den Vertrag mit Imre Gellei aufgelöst hatte. Mit seiner dritten Trainer-Station nach Rapid Wien (von September 2001 bis Mai 2002) und Partizan Belgrad wird der 42-jährige Matthäus nun prominenter Kollege von Otto Rehhagel und Berti Vogts, die mit Griechenland und Schottland ebenfalls die WM 2006 ansteuern.

Kündigung "aus privaten Gründen"

Noch bis Samstagmittag hatte Matthäus einen bevorstehenden Wechsel nach Budapest als "reine Spekulation" bezeichnet. Dabei waren die Weichen offenbar schon längst gestellt. Der ehemalige Weltfußballer des Jahres sprach seine Kündigung "aus privaten Gründen" erst unmittelbar nach dem 2:1-Sieg von Partizan Belgrad im letzten Punktspiel vor der Winterpause gegen Zeleznik Belgrad aus und schuf damit die formelle Voraussetzung für seinen Blitzwechsel nach Budapest. Dort lebt die 32 Jahre alte Serbin Marianna Kostic, die er im vergangenen Monat geheiratet hatte.

"Matthäus hat das Spiel abgepfiffen". "Ein Herz für Budapest." "Matthäus abgehauen." "Lothar, danke für alles." So lauteten am Sonntag die Schlagzeilen Belgrader Zeitungen. Matthäus hatte in seiner einjährigen Trainerzeit Partizan Belgrad in die Champions League geführt, wo der Meister von Serbien und Montenegro allerdings nicht über den letzten Vorrundenplatz hinausgekommen war. In der nationalen Meisterschaft belegt Partizan gegenwärtig den zweiten Platz.

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