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FUSSBALL: Magath: »Stuttgart ist meine letzte Station als Trainer in der Bundesliga«

Felix Magath will nach Ablauf seines bis 2002 datierten Vertrages beim VfB Stuttgart als Coach Abschied von der Fußball-Bundesliga nehmen.

Felix Magath will nach Ablauf seines bis 2002 datierten Vertrages beim VfB Stuttgart als Coach Abschied von der Fußball-Bundesliga nehmen. »Für mich steht fest: Stuttgart ist meine letzte Station als Trainer in der Bundesliga«, sagte der 47-jährige Ex-Nationalspieler in einem Interview mit der »Welt am Sonntag«. Obwohl der Fußball Mittelpunkt in seinem Leben sei und er sich ohne das Spiel mit dem Ball »orientierungslos« fühle und in »Passivität« verfalle, will er mehr Rücksicht auf Familie und Kinder nehmen. »Ich erlebe, dass mein dreijähriger Sohn die Situation nicht mehr verkraften kann«, so Magath. »Ich muss immer wieder neu entscheiden, ob mir der Fußball und der Trainerjob das noch wert ist.«

Zu idealistisch?

Dass er als knallharter, kompromissloser Coach mit dem Spitznamen »Quälix« umstritten ist, stört ihn nicht. »Mittlerweile ist mir mein Ruf egal. Ich weiß, dass das ein künstliches Gebilde ist. Keiner hat mehr die Zeit, hinter die Kulissen zu blicken«, meinte der Ex-Trainer von Eintracht Frankfurt. Auch die Tatsache, dass in vier Jahren vier Mal ein Job für ihn vorzeitig geendet hat, lässt ihn an seinen Methoden und an seinem Führungsstil nicht zweifeln. »Nein, ich bin mit mir zufrieden. Ich weiß ja, welche Absichten ich habe. Vielleicht bin ich dabei zu idealistisch«, sagte Magath.

Vorstellen kann sich der frühere Regisseur des Hamburger SV, dass es künftig auch Trainer gibt, die nur für kurze Zeit engagiert werden, um einen Club in einer Notlage zu helfen. »Ich habe diesen Vorschlag in Stuttgart gemacht und wollte nur einen Vertrag bis zum Saisonende. Aber das wollten die Verantwortlichen nicht«, sagte er.

Kritisch betrachtet Magath die wachsenden Gehälter und die zunehmende Macht der Spieler. »Die Entwicklung wird so weitergehen«, meinte er weiter. Die sportliche Qualität werde dadurch aber immer schlechter. »Der deutsche Fußball hat sich damit arrangiert, zweitklassig zu sein. Vor drei, vier Jahren habe ich noch geglaubt, dass wir vor einer Trendwende stehen. Das glaube ich nicht mehr.«

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