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Gipfeltreffen: Sturm-Warnung in der Allianz-Arena

Es ist das Topspiel des 12. Bundesliga-Spieltages: Tabellenführer Bayern München empfängt am Samstag den schärfsten Verfolger Werder Bremen. Vieles spricht für ein rassiges Duell der alten Nord-Süd-Rivalen.

Nach dem Fußball-Fest gegen Udine will Werder Bremen auch den FC Bayern München seine Angriffsstärke spüren lassen und den deutschen Rekordchampion ausgerechnet in dessen Stadion von der Tabellenspitze der Bundesliga stürzen. "Das ist nicht das Treffen der großen Bayern gegen die kleinen Werderaner", sprach Werder-Manager Klaus Allofs vor der Partie am Samstag vom gewachsenen Selbstvertrauen. In München sieht man dem Auftritt der Bremer Tor-Fabrik in der Allianz Arena aber gelassen entgegen. Der im Sommer von der Weser an die Isar gewechselte Valérien Ismael ist sich sicher: "Wir können ohne Angst in das Spiel gehen. Wir schlagen Werder."

Auch Michael Ballack sieht Bremens Offensiv-Stil eher positiv. "Ich freue mich auf das Spiel. Endlich mal eine Mannschaft, die nicht mauert", sagte er. Ob der Mittelfeldstar gegen Bremen aber überhaupt mitwirken kann, war wegen eines im Champions-League-Spiel gegen Juventus Turin (1:2) am Mittwoch erlittenen Blutergusses im rechten Oberschenkel unklar. Ob mit oder ohne Ballack: Für Karl-Heinz Rummenigge ist das ewig junge Duell mit dem Rivalen aus dem Norden um die nationale Spitzenposition die ideale Chance zur Wiedergutmachung für die bittere Niederlage in Turin. "Wir werden die Dinge da wieder zurecht rücken."

Wer gewinnt das Gipfeltreffen in der Fußball-Bundesliga?

Werder weiter ohne Klasnic

Bayern-Trainer Felix Magath kennt auch schon den Schlüssel zum Erfolg. Das 4:3 der Bremer in der Champions League gegen Udine sei ein deutliches Zeichen gewesen: "In der Offensive sind sie vielleicht stark, aber in der Defensive haben sie klare Schwächen." Der Auftrag, den Vorsprung auf den schärfsten Verfolger auf fünf Punkte auszubauen, geht also an die Münchner Stürmer - und damit in erster Linie an Roy Makaay. "Ich wette jeden Betrag, dass er gegen Bremen wieder trifft. Ich habe das im Gefühl, ich war ja schließlich auch mal Stürmer", tönte Rummenigge vorab und beschwor das Ende der viel diskutierten 1080 Minuten anhaltenden Durststrecke des Niederländers. Den unbedingten Glauben an die eigene Stärke ließ Makaay aber zuletzt vermissen. "Ich muss einfach meinen Stil weiter spielen. Irgendwann treffe ich wieder", sagte er.

Angriffs-Sorgen kennen die Bremer überhaupt nicht. Der K&K-Sturm ist zwar wegen der Blinddarm-Operation von Ivan Klasnic wie gegen Udine gesprengt, aber der neben Miroslav Klose wohl erneut zum Einsatz kommende Nelson Valdez berichtete keck von einem Gespräch mit dem verletzten Bayern-Stürmer Roque Santa Cruz. "Er fragt immer, warum wir so viele Tore schießen. Aber ich verrate es ihm natürlich nicht." 31 Treffer in 11 Spielen lautet die erstaunliche Bilanz. Nur in Hannover blieben die Bremer in dieser Saison ohne Torerfolg. Der FC Bayern hingegen ist in allen fünf Bundesliga-Heimspielen im neuen Stadion bislang ohne Gegentreffer. Für den Ex-Münchner Torsten Frings wäre es eine besondere Freude, Oliver Kahn, seinen Kumpel im Bayern-Tor, als erster Bundesliga-Profi in der Allianz Arena zu bezwingen. "Das ist doch eine große Motivation", sagte er.

DPA/kbe

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